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Roland Fakler

Hitler

War Hitler ein Christ oder ein Oportunist?

Seit mindestens 5000 Jahren versuchen Herrscher ihre Herrschaft mit göttlicher Autorität zu legitimieren, von den ägyptischen Pharaonen über die Herrscher Mesopotaniens, der Perser, der Assyrer, vom christlichen Abendland, bis nach China, Japan und Amerika. Siehe dazu meinen Artikel über die Könige von Gottes Gnaden.

Auch in der Gegenwart versuchen Diktatoren und Staatsmänner, wie Erdogan, Putin, Modi, Trump… göttliche Unterstützung zu erhalten, indem sie eine besondere Nähe zu Gott oder den Göttern zeigen oder nur vortäuschen.

Wie hielt es der deutsche Diktator Adolf Hitler mit der Religion?

Historiker sind sich einig, dass Hitler seine Religion öffentlich instrumentalisiert hat. Ob er „privat gläubiger Christ“ war, ist umstritten. Die Quellenlage ist widersprüchlich.

  1. Was er öffentlich gesagt hat

In Reden bis ca. 1937/38 bezog er sich oft positiv auf „Vorhersehung“, „Gott“, „christliche Werte“ und den Kampf gegen den „gottlosen Bolschewismus“. Die NSDAP schrieb 1920 in Punkt 24 des Parteiprogramms: „Die Partei vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums“. Das war strategisch: Über 90% der Deutschen waren 1933 katholisch oder evangelisch. Ohne die Kirchen konnte er keine Macht gewinnen.

  1. Was aus privaten Quellen überliefert ist:

Ab Mitte der 1930er wird sein Ton in internen Gesprächen kritischer. Die „Tischgespräche im Führerhauptquartier“ – Notizen von Bormann/Picker – zeigen ihn ab 1941 sehr ablehnend gegenüber Christentum und Kirchen. Er sah das Christentum als „jüdischen Schwindel“ und „schwächend“. Öffentlich hat er das nie so gesagt.

Seine Erziehung: Getauft und gefirmt als Katholik in Österreich, Ministrant. Später trat er formal nicht aus der Kirche aus, ließ sich aber auch nicht kirchlich trauen. Privat soll er sich eher als „deistisch“ bezeichnet haben – Glaube an eine höhere Vorsehung, in der er eine besondere Rolle spielt, aber nicht an die Bibel / Kirche.

  1. Einschätzung der Historiker

Die Mehrheit sieht ihn als Opportunisten/strategischen Nutzer der Religion

– Solange er die Kirchen für Machterhalt brauchte, nutzte er die christliche Sprache.

– Sein langfristiges Ziel war laut Kershaw, Longerich u.a. eine „Entchristlichung“ Deutschlands und Ersatz durch einen völkischen Kult um „Blut, Boden, Rasse“. Letzlich wollte er sich selbst in den Mittelpunkt dieser Verehrung stellen. Quasi als der neue Gott.

– „Gottgläubig“ war die NS-Formulierung für Leute die aus der Kirche austraten, aber nicht atheistisch sein wollten. Hitler ließ sich so bei seiner Eheschließung mit Eva Braun eintragen.

Fazit: Öffentlich = christliche Rhetorik als Machtinstrument. Privat = sehr kritisch bis ablehnend gegenüber dem institutionellen Christentum. „Überzeugter Christ“ im kirchlichen Sinn war er nach heutigem Forschungsstand nicht.

Hitler sprach von Gott. Von Vorsehung. Vom Christentum.

Aber er glaubte nicht — er benutzte die Religion.

Wer die Sprache des Glaubens spricht, gewinnt Vertrauen, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

Religion verleiht Macht, einen moralischen Anstrich. Und genau das machte sie für ihn und alle, die sie benutzen wertvoll.

Hinter verschlossenen Türen zeigt sich ein anderes Bild.

Das Christentum erschien ihm als:

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Hitler war kein Atheist

Zum Symbol seiner Partei „erhob er das Hakenkreuz. Es war ihm aus seiner Grundschulzeit im Kloster Lambach (1896-1898) vertraut, zierte es doch Wappen, Ring und Kanzel des von ihm hochverehrten Benediktiner-Abtes.“ Tischgespräche Dr. Henry Picker

Hitler war kein Atheist. Hitler hat sich von Anfang (Mein Kampf) bis zum Ende (Tischgespräche) als Werkzeug und Vorsehung Gottes gefühlt.

Jörg Lanz von Liebenfels, eigentlich Adolf Joseph Lanz Er prägte den Begriff Ariosophie und gründete den Neutemplerorden. Früher hielt man ihn verbreitet für den „Mann, der Hitler die Ideen gab“. Diese Einschätzung beruht auf einer Selbststilisierung und wurde in einer Biografie von 1958 verbreitet. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen sehen sie als unzutreffend an. Wiki

Hitler war katholisch getauft, glaubte von Kindheit an bis zum bitteren Ende an einen Schöpfergott, dem er schließlich auch seine Legitimation als gottgesandter Führer, als göttliche Vorsehung, quasi als Führer von Gottes Gnaden zu verdanken hatte. Er blieb bis zu seinem Tod Mitglied der katholischen Kirche. Ein Atheist war er nie, aber ein Kirchenkritiker. Die Katholische Kirche und seine Bewegung, die NSDAP, waren dennoch Brüder im Geiste. Die hierarchischen Strukturen der Kirche lobte er über alles, während er die Demokratie verachtete. In beiden Bewegungen ging es um Befehl und Gehorsam, um blinden Glauben und göttliche Vorsehung für einen Führer und ein auserwähltes Volk. Es ging nicht um das Glück des Individuums im Diesseits, sondern um das Opfer des Individuums für eine höhere Sache, das Volk, bzw. das Seelenheil im Jenseits.

Er war sich sicher: Vom Schöpfer des Universums war ihm eine Mission zugewiesen worden. Eine Mission, für die das deutsche Volk unter seiner Führung heranzureifen habe.

„Allmächtiger Gott, segne dereinst unsere Waffen; sei so gerecht, wie du es immer warst; urteile jetzt, ob wir die Freiheit nun verdienen; Herr, segne unseren Kampf!“ Aus Mein Kampf

Wo es um Kampf geht, braucht man auch einen klar definierten Feind. Das waren die Juden, die Bolschewisten, die Demokraten, die Freidenker. 1933 wurden die säkularen Verbände von den Nationalsozialisten zerschlagen. In ihrem Büro in Berlin richteten die Nazis eine „Wiedereintrittsstelle“ der evangelischen Kirche ein. Ihr Kopf Max Sievers wurde 1944 von Roland Freisler hingerichtet.

Schon 1925 formulierte er in Mein Kampf eines seiner Ziele: „So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“

Wir tolerieren niemanden in unseren Reihen, der die Ideen des Christentums angreift. Unsere Bewegung ist christlich. Hitler 27.10.1928 Passau

Hitler leistet seinen Eid: „Ich schwöre bei Gott“

„Meine christlichen Gefühle leiten mich, ein Kämpfer zu sein, für meinen Herrn und Erlöser.“

Der Papst Pius XI. lobte Hitler in mehreren Audienzen als Vorkämpfer.

Kardinal Faulhaber begrüßte in einem Schreiben an die bayerischen Staatsminister, München, 5.5.1933 „… dass sich im öffentlichen Leben unter der neuen Regierung manches gebessert hat: Die Gottlosenbewegung ist eingedämmt, die Freidenker können nicht mehr offen gegen Christentum und Kirche toben, die Bibelforscher können nicht mehr ihre amerikanisch-kommunistische Tätigkeit entfalten“

Schon mit einer Rede auf einer NSDAP-Versammlung in München am 9.1.1922, ( Polizeibericht. In: Schirrmacher, Thomas. Kriegsreligion. Band 2.) fängt Hitler die Kirchen, wenn er sagt: Das Werk, welches Christus angefangen habe, aber nicht beenden konnte, werde er (Hitler) zu Ende führen. Der Nationalsozialismus sei nichts anderes als eine praktische Befolgung der Lehre Christi.“

„Gott beschütze unseren Führer und seine Mitregierenden und unsere Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft“, das hörte man jeden Sonntag in den Kirchen während des Krieges.

Und noch am 8. November 1943 propagierte Hitler, mehr als neun Monate nach der Niederlage von Stalingrad, im Münchener Löwenbräukeller seinen Glauben an die Vorsehung, die ihn ausersehen habe als Führer der arischen Rasse und des deutschen Volkes auf dem Weg zur Weltherrschaft: „Auch ich bin religiös, und zwar tief innerlich religiös. Und ich glaube, dass diese Vorsehung die Menschen wägt, und dass derjenige, der vor den Prüfungen und unter den Prüfungen der Vorsehung nicht bestehen kann, der an ihnen zerbricht, dass der von der Vorsehung nicht bestimmt ist zu Größerem, dass das eine in der Natur gegebene Notwendigkeit ist, dass nur aus einer Auslese die Stärkeren übrigbleiben.“ Tischgespräche

Nach dem Attentat vom 20 Juli 1944 stellte er fest: „Es lag in der Hand der Vorsehung, am 20. Juli durch die Bombe, die eineinhalb Meter neben mir krepierte, mich auszulöschen und damit mein Lebenswerk zu beenden. Dass mich der Allmächtige an diesem Tag beschützte, sehe ich als Bekräftigung des mir erteilten Auftrages an.“

Hitler kritisierte zwar die Kirchen und ihre Dogmen „Durch Evolution werde seines Erachtens die Kirche in ihrer heutigen Form und Aussage überwunden werden; sie werde «abfaulen wie ein brandiges Glied» blieb aber bis zu seinem Tode auf seine Art religiös und Kirchenmitglied. Er zwang Bormann zur Rücknahme eines Parteierlasses über die «Unvereinbarkeit von Nationalsozialismus und Christentum» und verspottete in unserer Runde (Picker) den Partei-Ideologen Alfred Rosenberg und den Reichsführer SS Himmler wegen ihrer selbstgebastelten «Germanen-Mythen» als «spinnerige Jenseitsapostel». Hitler war aber zutiefst davon überzeugt, dass die Religion der Zukunft nur auf einem Gottesbegriff beruhen könne, der dem menschlichen Geist zugänglich und mit den jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnissen einer Zeit in Einklang zu bringen sei und der klar auf den Natur- und Lebensgesetzen basiere. Christus war für Hitler eine einzigartige religiöse und historische Persönlichkeit und als Galiläer ein «Arier», der in seiner Ethik und religiösen Verkündung der Menschheit zeitlose Werte gesetzt hatte. Aber die christlichen Kirchen hatten nach Hitlers Ansicht in ihrem jeweiligen kirchlichen Eigeninteresse die Lehren Christi uminterpretiert und dadurch «entstellt»

Aber nicht Unglaube oder Atheismus dürfe an ihre Stelle treten, sondern nur ein «Glaube, der den Menschen die Religion als Demut vor der göttlichen Schöpferkraft» lehre (Tischgespräche Nr. 9, 11 und 30 Dr. Henry Picker).

Der Nationalsozialismus war selbstverständlich eine Religion mit Gott (Hitler), unfehlbarer, heiliger Schrift Bibel (Mein Kampf), Apostel (Himmler, Gobbels, Göring, Hess, Bormann, Heydrich, Speer, Röhm, Eichmann,  Hölle (KZ für rassisch Minderwertige) und Erlösung (Weltherrschaft der germanischen Rasse).