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Roland Fakler

Showing posts from: 26. Mai 2026

Reichtum der Kirche

Reichtum der Kirche

Über Jahrhunderte hinweg war die katholische Kirche nicht nur eine religiöse Institution, sondern auch eine machtvolle politische und wirtschaftliche Organisation. Kritiker werfen ihr vor, ihren enormen Reichtum oft mit fragwürdigen Methoden aufgebaut und gesichert zu haben.

Hinter einem Schein von Wohltätigkeit verbarg sich die wahre Unmenschlichkeit und Geldgier dieser Kirche…und so wäre es immer geblieben, wenn sie nicht ihre Macht verloren hätte und wenn nicht Aufklärer, hinter die Fassade geschaut hätten.

Unrechtmäßiger Besitz von Kirche und Adel. Es kommt doch darauf an, dass die Adligen genauso wie die Kirche, ihre Güter in einer Zeit an sich gerafft haben, als das Volk sich in unmündiger und rechtloser Stellung befand und für den Wohlstand dieser Herren gleichsam Sklavenarbeit leisten musste. Die Gesellschaftsordnung, in der diese ungerechte Verteilung der Güter möglich war, schufen diese oberen Stände: Adel und Geistlichkeit.

Man muss sich fragen, wie die Kirche – insbesondere die katholische – von der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion unter Kaiser Theodosius im Jahr 380 bis zur Reformation 1517 und darüber hinaus, zu einer der reichsten und mächtigsten Institutionen Europas werden konnte.

Zu den wichtigsten Quellen ihres Reichtums gehörten:

  • staatliche Privilegien bereits seit Konstantin, darunter Steuerfreiheit und umfangreiche Landschenkungen;
  • Erbschaften und Spenden von Witwen und Adligen, denen Himmel und Hölle eindringlich vor Augen geführt wurden;
  • Drohungen mit Hölle und Fegefeuer sowie der Ablasshandel, bei dem Gläubige glaubten, sich durch Gebete oder Geldzahlungen von Sünden freikaufen zu können;
  • der Verkauf kirchlicher Ämter (Simonie);
  • Handel mit echten und gefälschten Reliquien;
  • Wundererzählungen und Wallfahrten, die oft erheblichen finanziellen Gewinn brachten;
  • Urkundenfälschungen zur Erweiterung kirchlichen Besitzes, etwa die gefälschte „Konstantinische Schenkung“, mit der der Kirchenstaat legitimiert wurde;
  • Ausbeutung von Sklaven, Leibeigenen, Klosterpersonal und abhängigen Bauern;
  • Kriegszüge und Eroberungen gegen Alemannen, Sachsen, Albigenser und andere Gruppen sowie Beteiligung an kolonialer Expansion, Sklavenhandel und Goldraub;
  • Verfolgung von Juden, sogenannten Ketzern und angeblichen Hexen durch die Inquisition – häufig verbunden mit Enteignung und Vermögenseinzug;
  • verpflichtende Zehntabgaben und weitere wirtschaftliche Belastungen der Bevölkerung.

Zusammengefasst sehen Kritiker die Geschichte der Kirche geprägt von Machtpolitik, wirtschaftlicher Ausbeutung und religiöser Einschüchterung – verbunden mit Praktiken wie Sklaverei, Leibeigenschaft, Ämterverkauf, Reliquienhandel, Urkundenfälschung, Inquisition sowie der Verfolgung von Juden und angeblichen Hexen.

Wenn man weiß, wie die kath. Kirche in fast zwei Jahrtausenden zu ihrem Reichtum gekommen ist, muss es wie Hohn in den Ohren der Opfer klingen, dass sie auch noch Entschädigung für die Ablösung der Staatsleistungen verlangt, die seit 1803 an sie gezahlt werden. 2025 waren es etwa 600 Millionen an beide Kirchen.

Staatsleistungen Google KI

Die Zahlungen von Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen haben ihren Ursprung im frühen 19. Jahrhundert (insbesondere durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803). Der Staat verpflichtete sich damals, die Kirchen für die massiven Enteignungen von Kirchengütern (Säkularisation) zu entschädigen. [1, 2, 3, 4, 5]

Diese Zahlungen werden bis heute (mit Ausnahme von Bremen und Hamburg) von den Bundesländern geleistet. Die wichtigsten Eckpunkte zu diesem Thema: [1, 2]
  • Historischer Grund: Entschädigung für die Enteignung von Kirchengütern. [1, 2, 3]
  • Verfassungsauftrag: Bereits in der Weimarer Verfassung von 1919 wurde die Ablösung dieser historischen Leistungen festgelegt. Dieser Auftrag wurde in Artikel 140 des Grundgesetzes (in Verbindung mit Art. 138 der Weimarer Reichsverfassung) übernommen. [1, 2, 3, 4]
  • Aktueller Stand: Trotz des jahrzehntealten Auftrags, diese Zahlungen durch Einmalzahlungen abzulösen, ist dies bis heute nicht geschehen. Die Bundesländer überweisen daher weiterhin jährlich rund 600 Millionen Euro an die evangelische und katholische Kirche. [1, 2, 3, 4, 5]