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Roland Fakler

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Menschenbilder

Christliches und griechisches Menschenbild im Vergleich

Das Menschenbild Europas ist von zwei großen Traditionen geprägt: dem christlichen Menschenbild und dem griechischen Menschenbild. Der folgende Beitrag stellt zentrale Leitideen prägnant gegenüber.

Das christliche Menschenbild

In dieser Darstellung gilt der Mensch als von Gott abhängig. Maßgeblich sind die Heiligen Schriften, die als Wahrheit verstanden werden und Gottes Willen offenbaren.

Wesentliche Merkmale

  • Der Mensch ist sündig, seit Adam und Eva nach Erkenntnis strebten.
  • Das Leben dient als Vorbereitung auf das ewige Leben im Jenseits.
  • Glaube und Gehorsam gelten als vorrangig gegenüber Wissen und Forschen.
  • Der Mensch ist auf die Gnade Gottes angewiesen.
  • Herrschaft und Ordnung werden als göttlich legitimiert verstanden.
  • Unterordnung unter Religionsregeln und kirchliche Obrigkeit.

Kurzfassung: Der Mensch erscheint als Untertan des allmächtigen Gottes, dessen Heil von Glauben, Gehorsam und Gnade abhängt.

Das griechische Menschenbild

Das griechische Denken rückt Vernunft, Philosophie und Wissenschaft in den Mittelpunkt. Es vertraut auf die Fähigkeiten des Menschen, die Welt zu erkennen.

Wesentliche Merkmale

  • Ziel ist das Glück im Diesseits, nicht im Jenseits.
  • Der Mensch ist ein forschendes, erkennendes Individuum und „Maß aller Dinge“.
  • Bildung, Humanität und das rechte Maß (mesótes) sind Leitwerte.
  • Erfüllung in der Polis als politischer Gemeinschaft.
  • Herrschaft beruht auf der Zustimmung der Regierten, nicht auf göttlicher Legitimation.

Kurzfassung: Der Schwerpunkt liegt auf Freiheit, Vernunft und Selbstverantwortung des Menschen im Diesseits.

Vergleich: Christliches vs. griechisches Menschenbild

Aspekt Christliches Menschenbild Griechisches Menschenbild
Grundprinzip Abhängigkeit von Gott Autonomie und Vernunft
Ziel Ewiges Leben im Jenseits Glück und Erfüllung im Diesseits
Einstellung zu Wissen Glaube und Gehorsam vorrangig Forschen, Erkennen, Bildung
Stellung des Menschen Sünder, angewiesen auf Gnade „Maß aller Dinge“, selbstbestimmt
Politik Herrschaft göttlich legitimiert Herrschaft durch Zustimmung der Bürger
Lebenssinn Gehorsam und Unterwerfung Humanität und Selbstverwirklichung

Fazit

Das christliche Menschenbild betont Abhängigkeit, Schuld und Jenseitsorientierung; das griechische Menschenbild setzt auf Vernunft, Freiheit und das gelingende Leben im Diesseits. Beide Traditionen haben die europäische Kultur in Spannung und wechselseitiger Beeinflussung geprägt. Seit der Aufklärung im 17. – 19. Jh. ist das griechische Menschenbild in den westlichen Demokratien auf dem Vormarsch. Es ist wissenschaftlich fundiert, betont die individuelle Freiheit, ermöglicht es in einer Demokratie Willkürherrschaft zu verhindern und Leid zu mindern. Es hat sich bewährt!

Schlagwörter: christliches Menschenbild, griechisches Menschenbild, Philosophie, Theologie, Antike

Rosenberg

Rosenberg – Der Mythos des 20. Jahrhunderts

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      Rosenberg

Alfred Rosenbergs 1893-1946 „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“ (1930) war eine zentrale ideologische Schrift des Nationalsozialismus – allerdings so verschwurbelt und pseudowissenschaftlich geschrieben, dass selbst Hitler sie „schwer lesbar“ fand.

Kerninhalte und Zielsetzung:

  • Rassentheorie als Weltdeutung: Rosenberg behauptet, dass die „nordisch-arische Rasse“ Trägerin aller Kultur, Kunst und Zivilisation sei, und dass der Niedergang Europas auf „Rassenmischung“ zurückgehe.
  • Antisemitismus: Juden werden als „zersetzendes Element“ dargestellt, angeblich verantwortlich für Liberalismus, Marxismus, Demokratie und „verfallene“ Kunst.
  • Ablehnung des Christentums in seiner traditionellen Form: Er verwarf das „paulinische“ Christentum als jüdisch geprägt und forderte eine „germanisierte Religion“ – eine Art rassisch geprägten Glauben, der germanisch-heidnische Elemente mit einer entstellten Christusfigur verbindet.
  • „Mythos“ als neue Ersatzreligion: Der Titel bezieht sich auf die Idee, dass das 20. Jahrhundert eine neue, auf Blut, Boden und Rasse gegründete Weltanschauung („Mythos“) brauche, anstelle universaler Religionen.
  • Geschichts- und Kulturdeutung: Weltgeschichte wird als Rassenkampf interpretiert, wobei er Kunst, Architektur, Philosophie und Politik nach rassischen Kriterien bewertet.

Bedeutung:

  • Das Buch lieferte keinen praktischen politischen Plan, sondern eine ideologische Untermauerung für den Nationalsozialismus.
  • Es wurde millionenfach verbreitet (teils als Geschenk an Ehepaare bei NS-Trauungen), diente aber mehr der symbolischen Selbstdarstellung der Bewegung als einer realen Lektüregrundlage.
  • Wegen seiner Angriffe auf das Christentum und seiner religiösen Ersatzlehre wurde es nicht nur von der katholischen Kirche, sondern auch von evangelischen Theologen kritisiert.
  • Die katholische Kirche – konkreter: der Vatikan hat Alfred Rosenbergs antisemitisch-nationalsozialistische Schrift “Der Mythus des 20. Jahrhunderts” mit dem kirchlichen Bann belegt: Sie wurde 1934 vom “Heiligen Offizium” auf den Index librorum prohibitorum (verbotene Bücher) gesetzt, also offiziell verboten .
  • Diese Indizierung war eine klare Ablehnung der Ideologie Rosenbergs durch die Institution Kirche. Darüber hinaus gab es auf kirchlicher Seite eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk. Im Erzbistum Köln entstand die Aufsatzreihe Studien zum Mythus des XX. Jahrhunderts. 
  •  
  • Zusammengefasst:
  • Erscheinungsjahr: 1930
  • Februar 1934 – offizielles Verbot des Mythus durch die kath. Kirche.
  • Herbst 1934 – Veröffentlichung oppositioneller theologischer Aufsätze in der Reihe Studien zum Mythus des XX. Jahrhunderts.

Gegenüberstellung

Rosenbergs Hauptthese 1930Kirchliche Gegenposition 1934Meine Position 2025

Geschichte ist ein Kampf der Rassen; die nordische Rasse ist Kulturträger.

Geschichte wird durch geistig-sittliche Kräfte geprägt; alle Menschen sind im Ebenbild Gottes geschaffen.

Die Geschichte kennt im Grunde zwei Klassen von Räubern: Die „kleinen“ Räuber, die über die Grenze jagten, Dörfer plünderten, Frauen verschleppten und sich mit der Beute aus dem Staub machten – ein Handwerk, in dem sich etwa Hunnen, Sachsen, Ungarn, Wikinger oder Mongolen auszeichneten. Und dann die „großen“ Räuber, die dasselbe taten, nur mit einem höheren Anspruch: Sie behielten die eroberten Gebiete gleich ganz und tauften sie stolz als Teil ihres eigenen Reiches – so unter anderem die Perser, Griechen, Römer, Araber, Franken, Engländer, Franzosen, Spanier, Portugiesen, Italiener, Deutschen, Russen, USA.

Hochkulturen entstehen aus „nordischem Blut“.     

Kulturen sind das Ergebnis vieler Völker und geistiger Zusammenarbeit.

Als die ersten Hochkulturen und Städte in Sumer, Ägypten, Indien, China und später in Griechenland und Rom blühten, gab es entweder noch keine Germanen oder sie lebten in primitiven Kulturen ohne Literatur und Geschichte, in bescheidenen Hütten und in dörflichen Siedlungen.

Christentum wurde durch Paulus „verjudet“ und verfälscht.          

Paulus’ Lehre ist Teil der göttlichen Offenbarung und untrennbar vom wahren Christentum.

Das Christentum wurde von Paulus tatsächlich stark verfälscht, so, dass es sich als Staatschristentum im Römischen Reich geeignet hat. Die Staatsbürger sollten der Obrigkeit blinden Gehorsam leisten, Jesus hingegen war ein Rebell gegen die Obrigkeit. Paulus hat die “Erbsünde” erfunden, um aus dem tragischen Tod Jesu eine freiwillige Leistung zu machen.

Jesus war „arisch“, nicht jüdisch.

Historisch und theologisch falsch: Jesus ist jüdischer Abstammung.

Jesus war ein Jude, wenn er überhaupt gelebt hat.

Judentum ist kulturzersetzend.

Antisemitismus widerspricht dem Liebesgebot; Israel ist Träger der Offenbarung.

Die aufgeklärten Juden haben einen großartigen Beitrag zur europäischen, demokratischen Kultur geleistet. Haskala 18.-19. Jh. Spinoza, Mendelson, Marx, Heine, Freud…

Demokratie, Liberalismus, Moderne Kunst sind „entartet“.

Politische Formen und Kunst sind keine Rassenfrage; Vielfalt ist legitim.

Demokratie und Menschenrechte sind die Basis für eine friedliche und gerechte Welt. Über Kunst lässt sich streiten. Vielfalt ist etwas Positives. Es gibt keine entartete Kunst, es gibt nur schlechte Kunst.

Kirche soll durch „germanische Religion“ ersetzt werden. 

Offenbarung ist göttlich und universal; „Blutglaube“ ist Götzendienst.

Kirche und Staat sollten getrennt werden. Glauben ist Privatsache.

Blut und Boden sind der höchste Wert.        

Heimatliebe ist gut, aber Gott ist der höchste Wert.

Heimatliebe ist gut. Völkerverständigung ist besser.

Erziehung muss rassisch ausgerichtet sein.  

Erziehung soll auf Wahrheit, Tugend und Gnade zielen; alle Menschen sind gleich vor Gott.

Erziehung sollte mündige und gebildete Staatsbürger hervorbringen

Der „neue Mythos“ ersetzt Religion.

Evangelium gilt für alle und kann durch keine Ideologie ersetzt werden.

Der säkulare Humanismus ist die Lösung für eine friedliche und gerechte Welt.

Deutschland verraten

Demokratie unter Druck

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Leserbrief im Tagblatt Tübingen 5.6.2024

Das beste, was Europa seit der Antike hervorgebracht hat, war die Aufwertung des Individuums, die Sicherung seiner Rechte und die Verhinderung von Machtmissbrauch in einer vernünftig legitimierten Demokratie. Demokratie und Menschenrechte sind die Lehren aus der Geschichte, vor allem auch aus der deutschen Geschichte. Sie haben uns Frieden und Wohlstand gebracht.

Wir hatten in Deutschland die Diktatur des Staatschristentums, der Könige von Gottes Gnaden, des Faschismus und im Osten des Kommunismus. Unter all diesen Regimen hatten die Menschen zu leiden. Es waren Unrechtsregime mit zweifelhafter Legitimität. Einen Staat auf Geister zu gründen, ist so schlecht wie ihn auf Gewalt zu gründen. Noch jede Diktatur hat, bei aller Faszination für die Einfältigen, Leid und Verfolgung, meist auch Krieg mit sich gebracht. An der Fluchtrichtung lässt sich am besten erkennen, wo Diktatur und wo Freiheit herrschen, wo gut regiert wird und wo die Menschen leiden.

Demokratie hilft, die Menschenrechte zu sichern, Willkürherrschaft zu verhindern und das Leid auf dieser Welt zu mindern.

Die letzten Enthüllungen zur AFD sollten jeden wachrütteln, der geglaubt hat, die AFD vertrete deutsche Interessen, nein, sie verrät Deutschland, indem sie Bündnisse mit den übelsten Diktaturen eingeht, mit Russland, China, Iran…

Auch wenn die Demokratie ihre Fehler hat, weil sie nur mit mündigen Bürgern funktionieren kann – was oft nicht der Fall ist – gibt es dazu keine überzeugende Alternative.

Demokratie ist die überzeugendste Art, Herrschaft für ein Volk zu legitimieren.

Weder Königen von Gottes Gnaden, noch selbsternannten Diktatoren oder Söhnen von Diktatoren kann man den Grad an Legitimität zusprechen, den eine verfassungsgemäß gewählte Regierung hat.

Warum sollte eine Familie das erbliche Recht haben, das Staatsoberhaupt zu stellen?

Wie könnte es legitim sein, Herrschaft von einem unsichtbaren Wesen  (Gott) herzuleiten, das jeder für seine Zwecke gebrauchen und missbrauchen kann, ohne dass es sich dazu äußert? Eine Regierung ist legitm, wenn sie von der Mehrheit des Volkes in freien Wahlen nach einer verfassungsmäßigen Ordnung gewählt ist, wenn deren Macht durch Gewaltenteilung beschränkt, von der Judikative und der freien Presse kontrolliert und zeitlich begrenzt ist. Eine Regierung, hat sich an die geltenden Gesetze zu halten und die Menschenrechte seiner Bürger zu achten .

 

Israel – Palästina

Israel – Palästina Konflikt

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      Israel Palästina

Es ist schwer im Konflikt um Palästina Partei zu ergreifen. Klar müsste sein: Wer Unschuldige so abschlachtet, wie die Hamas, muss jede Sympathie zivilisierter Menschen verlieren. Das gilt auch für diejenigen, die sie jetzt bejubeln und unterstützen. Hier hat der militante Islam wieder sein hässliches Gesicht und seine Unmenschlichkeit gezeigt. Das muss auch Folgen haben für unser Land.

Woher kommt dieser abgrundtiefe Hass? Für beide Seiten geht es um Land, leider um das gleiche Land. Beide Seiten berufen sich dabei auf ein – angeblich – göttliches Versprechen, ja, sogar auf einen göttlichen Auftrag, ganz Palästina für sich zu erobern. Angeheizt wurde dieser Konflikt in letzter Zeit nicht nur durch das iranische Mullahregime, sondern auch durch die wachsenden orthodoxen Kräfte in Israel. Wer Gott auf seiner Seite glaubt, braucht keine Kompromisse machen.

Zwei intolerante Religionen wirken hier hassverstärkend. Sie machen irdische Probleme unlösbar für alle Ewigkeit, denn Gott greift nicht ein, weil er nicht da ist!

Unschuldige Menschen sind auf beiden Seiten zwischen die Mühlsteine verblödeter Religioten geraten. Da gibt es nur eine Hoffnung: Aufklärung und Säkularismus! Menschenrechte für alle Menschen sind Voraussetzung für den Weltfrieden.

English Version

Israel – Palestine conflict

It is difficult to take sides in the conflict over Palestine. It should be clear: Anyone who slaughters innocent people as Hamas did must lose all sympathy from civilized people. This also applies to those who now cheer and support her. Here militant Islam has once again shown its ugly face and its inhumanity. This must also have consequences for our country.

Where does this profound hatred come from? For both sides, it is about land, unfortunately about the same land. Both sides refer to a – supposedly – ​​divine promise, yes, even a divine mandate, to conquer all of Palestine for themselves. This conflict has recently been fueled not only by the Iranian mullahs’ regime but also by the growing Orthodox forces in Israel. If you believe God is on your side, you don’t need to make any concessions.

Two intolerant religions have the effect of increasing hatred. They make earthly problems insoluble for all eternity, because God does not intervene, as he is not there.

Innocent people on both sides have been caught between the millstones of stupid religiosities.

There is only one hope: enlightenment and secularism! Human rights for all people are a prerequisite for world peace.

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Hintergrundinformationen:

https://hpd.de/artikel/antisemitismus-charta-hamas-21649?fbclid=IwAR080gn_P6Qq_IzRrkw5fD2SzpLOZvimvEaOLGYG8wx–kSyBWT97DzvlRI Charta der Hamas: Die Hamas postuliert, “dass das Land Palästinas ein islamisches Waqf-Land für die Generation der Muslime bis zum Tag der Auferstehung ist”. Dies meint, dass es sich bei Palästina um eine Art fromme Stiftung, um ein islamisches Land handelt. In dieser Perspektive steht die Region vollständig im Besitz der Muslime und zwar als Ergebnis einer göttlichen Vorgabe. Dies bedeutet für die Hamas denn auch: “Weder darf es oder ein Teil von ihm aufgegeben werden noch darauf oder auf einem Teil von ihm verzichtet werden …” (S. 212, Artikel 11). Dazu seien weder Organisationen, Regierende noch Staaten berechtigt. Jede Abweichung von diesem Grundprinzip deutet man als Verstoß gegen Gottes Willen. Dies meint letztendlich auch, dass ein Existenzrecht Israels niemals anerkannt werden kann, da es in dieser Sicht gegen die diesbezügliche Deutung des Islam spreche. Als tagespolitische Konsequenz ergibt sich aus dieser Auffassung die Ablehnung jeglicher Friedenslösungen und -verhandlungen.

Dazu die Bibel: Auf der anderen Seite wird auch die Landnahme der Juden, an mehreren Stellen der hebräischen Bibel göttlich gerechtfertigt. Genesis 17, 8: “Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land geben, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz, und will ihr Gott sein.” Josua 1, 3: “Jedes Land, darauf eure Fußsohle treten wird, habe ich euch gegeben, wie ich Mose verheißen habe.”

 

Monarchie war Ausbeutung

Maßlos bereichern

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      Monarchie war Ausbeutung

Der verstorbene Carl Herzog von Württemberg hielt die Monarchie „immer noch für die beste Staatsform“.

11.06.2022 Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt

Verständlich, dass ein Monarch die Monarchie gut findet, verständlich auch, dass Untertanen sie weniger lustig finden. Für einen denkenden Menschen stellt sich die Frage: „Warum sollte eine Familie das erbliche Recht haben, das Staatsoberhaupt mit allen Vorrechten zu stellen.“ Vorrechte sind immer Unrecht! Die tausendjährige Geschichte der „Könige von Gottesgnaden“, hat gezeigt, dass diese ihre privilegierte Stellung in erster Linie dazu nutzten, sich und die ihren maßlos zu bereichern. Das gelang umso besser, je unabhängiger sie waren von ihren Untertanen, die sie deswegen auch am liebsten in rechtloser, unmündiger und ungebildeter Stellung hielten. Die Jahrhunderte der Monarchie in Deutschland waren gekennzeichnet von endlosen (Eroberungs-) Kriegen, von (Familien-)Fehden um den Thron, von Erbstreitigkeiten, Vetterles- und Mätressenwirtschaft, von Verschwendungssucht der Herrschenden und Hungersnöten des Volkes, von willkürlichen Verhaftungen und Verfolgungen, von Ausbeutung und Entrechtung der ursprünglich freien germanischen Bauernschaft… bis die Aufklärung diesem Unrechtsstaat mit der Demokratie ein Ende setzte und jedem Bürger Mitsprache und unveräußerliche Rechte zubilligte.

Vorrechte des Adels: Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund, warum eine Familie das erbliche Recht haben sollte, das Staatsoberhaupt zu stellen und es ist ganz einfach eine Dummheit, einer Regierung unbeschränkte und unkontrollierte Macht zu geben. Eine Regierung ist dann rechtmäßig, wenn sie sich auf die Zustimmung der Regierten stützen kann und sie wird dazu eingesetzt, für Freiheit, Recht und Wohlergehen der Regierten zu sorgen.

Erstaunlich, dass unser Staat mit einer absolutistischen Monarchie, wie dem Vatikan, die ihre Legitimität auf ein nichterkennbares Fantasiemännchen gründet, Verträge schließt.

https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Masslos-bereichern-549301.html

Corona- Krise

Mein Standpunkt zur Coronakrise

von Roland Fakler 18.2.2022.

Corona ist eine Herausforderung für uns alle.
Um in dieser Krisensituation richtig handeln zu können, brauchen wir ein realistisches Weltbild.
Dieses Weltbild liefert uns die Wissenschaft.
Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse muss die Politik abwägen, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie notwendig, hilfreich und auch verfassungskonform sind.
Deutschland ist keine Diktatur, aber Deutschland muss handlungsfähig sein, um Probleme lösen und Unheil vom Volk abwenden zu können.

Andererseits müssen die Menschen wahrheitsgemäß und unzensiert über alle Erkenntnisse, Maßnahmen und mögliche Heilmethoden informiert werden. Auch Impfnebenwirkungen sollen erforscht und unzensiert veröffentlicht werden.
Nur so kann das Vertrauen der BürgerInnen in den Staat gewonnen und die erforderlichen Maßnahmen verständlich erklärt werden.
Tatsache ist, dass Kontaktbeschränkungen, Mundschutz und Abstandsregeln die Ansteckungsgefahr verringern konnten. Das stundenlange Maskentragen sehe ich eher skeptisch. Tatsache ist, dass die Impfung schwere Verläufe und Todesfälle wesentlich reduziert hat. Tatsache ist auch, dass die Reichen durch diese Krise reicher und die Armen ärmer geworden sind, dass es Impfschäden gibt und dass die Wirkung des Impfstoffes überschätzt wird.

Humanisten treten nicht nur für wissenschaftliches Denken ein, sondern ebenso für ein Höchstmaß an Selbstbestimmung. Der Einzelne muss eine von der Regierung abweichende Meinung in Wort, Schrift, Bild und friedlichen Spaziergängen zum Ausdruck bringen dürfen, ohne in eine unanständige Ecke gedrängt zu werden.
Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn Staatsbürger misstrauisch werden gegen die Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte. Macht muss immer beschränkt, kontrolliert und zum Wohle des Gemeinwesens eingesetzt werden.

Letztlich kann ein Staat aber nur handlungsfähig bleiben, wenn die rechtmäßig gewählte Regierung ihre, hoffentlich wohlüberlegten Beschlüsse, umsetzen kann.

Um die Konfrontation von Staat und andersdenkenden Bürgern nach Möglichkeit zu vermeiden, müssen die Regierenden, Augenmaß bei der Durchsetzung staatlicher Maßnahmen wahren. Ebenso sollten alle mündigen BürgerInnen, sich vernünftigen Anordnungen nicht verweigern.
Schließlich sollen sie dazu führen, dass wir bald wieder normal leben können.

Wirkungslose Mittel

Kommentar zum „Wort zum Sonntag“ von Hochschulpfarrerin Christina Jeremias-Hofius und zum Interview mit Bischof Gebhart Fürst (beides 21. März 2020).
Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt  am 24.03.2020

Wir leben in dramatischen Zeiten, in denen verstärkt die Frage auftaucht: Wer bestimmt unser Schicksal? Die Natur ist nicht nett zu den Menschen. Die Natur ist weder gut, noch gerecht. Sie handelt nach ihren eigenen Gesetzen und kümmert sich nicht um uns. Das Schicksal der Menschen ist ihr egal.

Woher soll nun Hilfe und Trost kommen? Unser lieber Bischof empfiehlt das Gespräch mit Gott. Das mag für manche tröstlich sein, aber sollte man bei einem Gespräch mit Gott nicht auch eine hilfreiche Antwort erwarten dürfen? Gerade die Heilmittel der Religionen: Gottesdienste, Pilgerfahrten, Weihwasser, gemeinsame Gebete, Abendmahl … haben sich zur Abwehr des Coronavirus als gefährlich und nutzlos erwiesen. Noch vor hundert Jahren hätte sich jeder Gläubige gegen den Verzicht auf solche Mittel, die damals allein Hoffnung versprachen, gesträubt. Inzwischen ist die Welt säkularer geworden. Auch Gläubige vertrauen heute eher auf ärztliche Kunst und auf Klinikpersonal als auf Gebete. Zwar wollen es die ,Stark-Gläubigen‘ immer noch nicht glauben, dass ihre Mittel so wirkungslos sind. Dafür müssen sie dann auch die irdischen Folgen tragen: Ansteckung, Krankheit, Tod.

Helfen müssen wir uns, von allen Göttern verlassen, selbst. Das Weltbild, das die Religionen vermitteln, ist falsch, das heißt unrealistisch, deswegen sind Gläubige in Gefahr falsch, oft eben verhängnisvoll zu handeln. Ausgangspunkt für richtiges, das heißt vernünftiges Handeln, ist ein realistisches, auf Naturwissenschaft gründendes Weltbild.


Zweifel an der Wirkung religiöser Heilmittel

Vielerorts befolgen religiöse Gruppierungen die irdischen Anweisungen zur Verhinderung des Coronavirus. Sie vertrauen also eher auf irdische Maßnahmen als auf die Hilfe ihres Gottes und ihrer Religion. Sie tun das aber meist, weil diese Maßnahmen staatlich vorgeschrieben werden…und weil das säkulare Denken das religiöse besiegt hat. Das gilt zumindest bei den meisten hiesigen Christen.

Mekka und Medina, in denen sich einige der heiligsten Stätten des Islams befinden, sind wie ausgestorben. Viele Muslime glauben, dass dort Allah anwesend ist. Um zu verhindern, dass das Virus sich im Land ausbreitet, hat die saudische Regierung Pilgerreisen verboten. Iran hat die Freitagsgebete gestrichen. Säkulares Denken hat also das religiöse Denken verdrängt.

Die Pandemie hat dazu geführt, dass der Vatikanstaat und die Kaaba menschenleer sind, sie hat dazu geführt, dass Kirchen, Moscheen und Tempel verwaist sind. Sie hat allen vor Augen geführt, wie nichtig und wirkungslos die angeblichen himmlischen Mächte bei realen Gefahren sind, für die diese religiösen Symbole, Orte und Institutionen stehen. Auf Pilgerreisen, Kommunion, Gottesdienste, Weihwasser, Küssen der Statuen und Reliquien wird verzichtet. Solche Handlungen sind nicht hilfreich, wie Fromme Menschen glauben, sondern gefährlich für die Ausbreitung der Seuche.

Verzweifelte Versuche zu retten, was zu retten ist:

Slowakische Bischöfe fliegen Reliquie übers Land

Während die Zahl der Coronatoten täglich steigt, sorgt man sich im Vatikan vor allem um das Seelenheil der Infizierten. Damit sie nicht in Sünde sterben, hat die katholische Kirche nun eine erleichterte Sündenvergebungspraxis in Kraft treten lassen. Bereits durch eine halbstündige Bibellektüre kann die Seele angeblich reingewaschen werden, falls kein Priester für die Beichte zur Verfügung steht. Hier

Corona: Papst bietet die stärksten geistlichen Mittel der Kirche auf

Eine in der Kirchengeschichte einzigartige Handlung: In der Corona-Krise will der Papst Kranken und Sterbenden beistehen. Deshalb hat er sich für eine besondere Zeremonie auf dem Petersplatz entschieden –  auch wenn die nicht jeder sofort versteht.

Corona und (k)ein Ende

Im Nachhinein ist zu erkennen, dass Deutschland in dieser Krise, verglichen mit anderen Ländern, wie USA, Brasilien, Schweden…fast richtig gehandelt hat, auch wenn das mit vielen Härten verbunden war und manches sicher hätte besser gemacht werden können, z.B. beim Umgang mit Älteren. Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn Staatsbürger misstrauisch werden gegen die Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte. Macht muss immer kontrolliert, beschränkt und zum Wohle des Gemeinwesens eingesetzt werden. Für mich waren die angeordneten Maßnahmen nicht immer überzeugend und einsichtig. Das Wichtigste wäre, aus der Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen. Medikamente und Impfstoffe können nur Symptome bekämpfen.

Missachtung aller Schutzmaßnahmen durch Religiöse

Angesichts der Coronakrise zeigte es sich, wie irrational Gläubige immer noch handeln, weil sie ein falsches, durch ihre Religion geprägtes Weltbild, haben. Das fing damit an, dass in Südkorea vor allem die christliche Sekte Shincheonji Church of Jesus durch eine religiöse Versammlung mit hunderten Teilnehmern, der Infektion Vorschub geleistet hat. Südkorea

Ähnlich dürften Gläubige der Grace Assembly of God und der Life Church and Missions ihre Verpflichtungen sehen. Mitglieder dieser evangelikalen Kirchen in Singapur steckten sich bei religiösen Veranstaltungen an und stellen somit auch etwa ein Drittel der Infizierten.

Pastor Christian Stockmann rief in einem Video seiner “Mandelzweig”- Gemeinde in Deutschland offen zum Rechtsbruch geltender Gesetze auf. HPD Seit 20. März 2020 sind Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus in Kraft, die bei Zuwiderhandlung geahndet werden können. Diese Maßnahmen seien “Wahnsinn” und dienten nur als Test zur Manipulation der Massen in der Endzeit.

Brasilien: Eine Gruppe evangelikaler Missionare will isolierte indigene Völker im westlichen Amazonasgebiet Brasiliens mit dem Hubschrauber besuchen und zum christlichen Glauben bekehren. Sie könnten ihnen das Coronavirus und damit Krankheit und Tod bringen.

Der Churer Weihbischof behauptet: Gott schützt bei Kommunion vor Coronavirus

Ultraortodoxe Juden: In den streng religiösen Gemeinden Israels breitet sich das Coronavirus deutlich schneller aus als im Rest des Landes. Die Behörden dringen mit den Warnungen vor den Auswirkungen kaum durch. Ein Aufseher in einer der wichtigsten Synagogen im Tel Aviver Vorort Bnei Brak musste das Gotteshaus zusperren. “Weil sich die Leute nicht an die Obergrenze von 10 Personen pro Gottesdienst halten und die Polizei heute schon drei Mal hier war, bin ich leider gezwungen, die Synagoge abzuschließen”, sagt er. “Ich mache das mit großem Bedauern“. Die Synagoge schließt an keinem der 365 Tage im Jahr.”

Am Samstag den 28. März kamen trotz Coronawarnung 400 orthodoxe Juden bei einer Beerdigung zusammen.

In New Orleans starb ein Prediger am Coranavirus. Pastor Landon Spradlin war selbst an Covid-19 erkrankt und verstorben. Der 66-Jährige hatte sich offenbar auf einer Missionierungsreise in New Orleans mit dem Erreger angesteckt. Er starb an einer doppelseitigen Lungenentzündung, die als Komplikation der Erkrankung aufgetreten war. In Pakistan hat im März, entgegen aller Empfehlungen, eine Glaubensveranstaltung mit über 100.000 Teilnehmern stattgefunden. Fast die Hälfte von ihnen wurde nun bereits als Seuchenschutzmaßnahme isoliert.

Orthodoxe Klöster sind verstärkt vom Coronavirus betroffen. Besonders hohe Infektionszahlen verzeichnen die altehrwürdigen Lawra-Gemeinschaften, deren Vorsteher die Seuchengefahr lange ignoriert haben. Kloster

In Berlin- Neuköln  musste am 3.4. 2020 eine muslimische Gebetsversammlung mit 300 Gläubigen aufgelöst werden. Der Gebetsruf wurde verboten.

Fazit:

Falsches Denken, das auf einer falschen, d.h. unrealistischen Weltsicht beruht, führt fast zwangsläufig zu falschem, d.h. verhängnisvollem Handeln.


Was sollte sich nach der Corona -Krise ändern?

Wenn wir nach der Krise die richtigen Schlüsse ziehen würden, hätte sie auch etwas Gutes bewirkt: Grundsätzlich müsste das ganze kapitalistische, verschwenderische und umweltzerstörerische Wirtschaftssystem in Frage gestellt werden, die Massentierhaltung, die Nahrungsmittelverschwendung, die Wegwerfgesellschaft, die schweren Angeberautos, der Konsumrausch…
Wir sollten einen Zustand der Nachhaltigkeit anstreben, nicht mehr Zerstörung der Umwelt.


Wir müssen in jeder Beziehung unabhängig werden von Diktaturen, sowohl was die Energie als auch was medizinische und andere Produkte angeht…von Russland, China, Saudi-Arabien, Iran…
Kürzere Lieferstrecken tun dem Weltklima gut und fördern die heimische Wirtschaft.

Der Flugverkehr sollte auf das Nötigste beschränkt werden. Weniger Fernflüge, mehr daheim fühlen! Keine Prvatflugzeuge.


Das Pflegepersonal sollte aufgewertet werden.
Die globale Bevölkerungsexplosion muss gestoppt werden.


Wir haben noch ein größeres Problem, das nicht weggeimpft werden kann: die Umwelt- und Klimakatastrophe, die nicht nur nationales, sondern internationales Handeln erfordert.

Deutschland, d.h. die Schulen und Firmen sollten besser digitalisiert werden. So dass Aufgaben vom heimischen Arbeitsplatz erledigt werden können. Auch das spart Energie und ist gut für das Klima.

Mein politisches Programm

Mein politisches Programm

Mein politisches Programm

Humanistisch – säkular – demokratisch


Überblick

Dieses politische Programm beruht auf einer humanistischen Leitkultur, der konsequenten Trennung von Religion und Staat, der Verteidigung der Menschenrechte sowie einer nachhaltigen, sozialen und demokratischen Politik in der Innen- und Außenpolitik.
Maßstab allen Handelns sind Vernunft, Wissenschaft, Menschenwürde und das Grundgesetz.


I. Humanistische Leitkultur und Trennung von Religion und Staat

1. Individuelle Weltanschauungsfreiheit

Jeder Mensch hat das Recht, zu glauben oder nicht zu glauben, was er möchte – solange er sich an die geltenden Gesetze hält. Diese Gesetze sind nicht göttlichen Ursprungs, sondern von Menschen gemacht: von frei gewählten Abgeordneten. Gerade deshalb können und müssen sie überprüft, verbessert und an neue gesellschaftliche Situationen angepasst werden.

Alle bekannten Gesetzessysteme – von den Gesetzen Hammurabis über die Bibel bis zum Koran – sind menschengemacht. Manche ihrer Regeln sind sinnvoll, viele banal, andere jedoch historisch überholt oder moralisch verhängnisvoll, etwa dort, wo sie Frauen, Ungläubige oder Homosexuelle benachteiligen oder Meinungs- und Religionsfreiheit einschränken.


2. Neutralität des Staates

Ein säkularer, demokratischer Staat darf keine Religion oder Weltanschauung bevorzugen. Staatsreligionen waren historisch stets eine Katastrophe für Andersdenkende.

Artikel 3 des Grundgesetzes garantiert die Gleichberechtigung aller Menschen. Religiöse Vorschriften finden dort ihre Grenze, wo sie Menschenrechte verletzen.

Menschenrecht steht über religiösem Recht.

  • Die Unversehrtheit der Person ist wichtiger als religiöse Beschneidungsgebote.

  • Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau steht über patriarchalen Aussagen religiöser Texte.

  • Tierschutz steht über religiösen Schlachtvorschriften.


3. Deutschland als semi-säkularer Staat

Deutschland ist faktisch ein semi-säkularer Staat. Die Trennung von Religion und Staat muss konsequenter vollzogen werden.
Die historische Machtstellung insbesondere der katholischen Kirche entstand in feudalen, undemokratischen Zeiten durch Gewalt, Täuschung und politische Privilegierung.

Über Jahrhunderte wirkten Thron und Altar zusammen, um das Volk in Unmündigkeit zu halten. Diese historischen Verflechtungen können heute keine Sonderrechte mehr begründen.


4. Neutralitätsgebot im öffentlichen Raum

Personen, die hoheitliche Aufgaben wahrnehmen – Richter, Polizisten, Lehrer, Beamte – müssen während ihrer Amtsausübung weltanschaulich neutral auftreten. Religiöse oder weltanschauliche Symbole haben im staatlichen Dienst keinen Platz.

Religiöse Symbole gehören nicht:

  • in staatliche Gebäude

  • in Schulen

  • in Parlamente

  • in Gerichte

  • und nicht in den öffentlichen Raum

Der Staat ist neutral. Religion ist Privatsache.


5. Gleichberechtigung von Religionen und Weltanschauungen

Gemäß Artikel 3 Absatz 3 GG darf niemand aufgrund seiner Religion oder Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt werden. Daraus folgt:

  • Abschaffung institutioneller Privilegien für Kirchen

  • Keine Sonderrechte für Religionsgemeinschaften

  • Gleichbehandlung aller weltanschaulichen Organisationen

Religionsgemeinschaften sollen sich rechtlich wie Vereine organisieren und eigenverantwortlich finanzieren.

In Deutschland gelten Demokratie und Menschenrechte – nicht die Scharia.


6. Bildung: Ethik statt Indoktrination

Ein gemeinsamer Ethikunterricht vom Kindergarten an muss Vorrang vor konfessionellem Religionsunterricht haben. Schule ist ein Ort der Erkenntnis und des freien Denkens, nicht der Glaubensvermittlung.

  • Information statt Indoktrination

  • Keine verpflichtenden Schulgebete oder Gottesdienste

  • Religiöse Angebote ausschließlich freiwillig


7. Theologie, Wissenschaft und Staat

Theologie ist nur dann Wissenschaft, wenn sie unabhängig von Glaubensbekenntnissen und institutionellem Zwang forscht. Viele theologische Institute dienen jedoch der Interessenvertretung ihrer Geldgeber – im schlimmsten Fall autoritärer oder theokratischer Regime.

Ein Gottesbezug gehört nicht in die Verfassung. Der Staat gründet auf Vernunft, nicht auf metaphysische Annahmen.


II. Finanzierung und Sonderrechte der Kirchen

1. Ablösung der Staatsleistungen

Die jährlichen Staatsleistungen an die Kirchen – historisch als Entschädigung für Enteignungen von 1803 gedacht – müssen endlich abgelöst werden. Diese Verpflichtung besteht seit der Weimarer Verfassung und ist über Artikel 140 GG geltendes Verfassungsrecht.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen erhalten die Kirchen weiterhin steigende staatliche Zahlungen.


2. Kirchensteuer und Eigenfinanzierung

Das Kirchensteuersystem ist abzuschaffen und durch freiwillige, eigenverantwortliche Beiträge zu ersetzen. Steuervorteile über die Gemeinnützigkeit hinaus sind nicht mehr zeitgemäß.


3. Kirchliches Arbeitsrecht

Kirchliche Einrichtungen werden zu rund 98 % staatlich finanziert, unterliegen jedoch einem Sonderarbeitsrecht. Dieses beschneidet die Rechte von über einer Million Beschäftigten und ist nicht zu rechtfertigen.

Gleiches Arbeitsrecht für alle – unabhängig vom Träger.


4. Weitere Privilegien

  • Keine staatliche Finanzierung von Kirchentagen

  • Angemessene Repräsentation Konfessionsfreier in Rundfunkräten

  • Weltanschaulich neutrale Feiertagsgestaltung


III. Islam, Migration und Integration

Muslime, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkennen und sich integrieren wollen, gehören zu Deutschland. Wer diese Ordnung bekämpft, gehört nicht dazu.

Der politische Islam, der die Scharia über das Grundgesetz stellen will, widerspricht zentralen Werten unserer Gesellschaft.

Integration ist eine Bringschuld der Zuwanderer:

  • Deutsch lernen

  • Grundgesetz anerkennen

  • Keine Parallelgesellschaften

  • Keine Paralleljustiz

  • Konsequentes Vorgehen gegen Hassprediger


IV. Innenpolitik

1. Energiewende und Nachhaltigkeit

Der menschengemachte Klimawandel ist wissenschaftlich belegt. Die Energiewende muss sofort und konsequent umgesetzt werden:

  • Ausstieg aus Kohle und fossilen Energien

  • Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft

  • Förderung von Bahn- und Radverkehr

  • Besteuerung und Verbot umweltschädlichen Verhaltens

Kapitalismus darf nicht das letzte Wort der Geschichte sein. Wirtschaft muss nachhaltig, sozial und ökologisch sein. Die soziale Marktwirtschaft bietet dafür den richtigen Rahmen.


2. Militär und Demokratie

  • Berufsarmee statt Wehrpflicht

  • Verteidigung des NATO-Gebiets

  • Mehr direkte Demokratie

  • Weniger Abgeordnete


V. Wirtschaft und Soziales

  • Bürgerversicherung

  • Verbesserte Mietpreisbremse

  • Fairer Mindestlohn

  • Vermögenssteuer für Superreiche

  • Abschaffung industrieller Massentierhaltung


VI. Außenpolitik

  • Verantwortung in EU, UNO und NATO

  • Keine Rüstungsexporte in Krisenregionen

  • Abrüstungsinitiativen

  • Kontrolle verbündeter Militäraktionen

  • Begrenzte und verantwortungsvolle Migration


VII. Grundgesetz und Menschenrechte

Artikel 3 GG garantiert die Gleichheit aller Menschen.
Diese Norm ist Maßstab allen staatlichen Handelns.


Schluss

Dieses Programm ist ein Plädoyer für Vernunft, Humanität und Demokratie – gegen religiöse Privilegien, ideologische Verblendung und ökologische Zerstörung.

Siehe auch: Was zu tun wäre!

 

Lesung: Verfolger

Lesung:

Foto: Andreas Straub

Roland Fakler 2019

Foto: Steffen Mühlhöfer

Live Mitschnitt des Vortrages am 17. Mai 2019 ohne Diskussion

Tagblattartikel von Andreas Straub Bild und Text

In der Reustener Zehntscheuer sprach Roland Fakler über „Verfolger und Verfolgte” – so der Titel seines Buchs. von Andreas Straub

 Reusten. Es war die erste Lesung in der renovierten Reustener Zehntscheuer. Der Förderverein will sie mit Veranstaltungen beleben. Die 25 Gäste, darunter die frühere SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid, behielten ihre Jacken an, da es ohne Heizung am Freitag­abend recht kühl war. Der vortra­gende Autor Roland Fakler lebt seit 43 Jahren im Ort. Sein im Selbstverlag veröffentlichtes Buch „Von Verfolgern und Verfolgten” umfasst 300 Seiten, die er mehrfach überar­beitet hat. Es trägt den unbeschei­denen Untertitel “Lehren aus der Weltgeschichte”. Fakler empfahl, wichtige und deshalb fett gedruck­te Sätze mehrfach zu lesen. Er hat 100 Zitate von bekanntenPersön­lichkeiten eingebaut.

„Ich habe versucht zusammen­zufassen, was man über Geschichte wissen sollte, um alles anders und besser zu machen”, sagte Fakler über das Buch, an dem er sein gan­zes Leben gearbeitet habe. Er las nicht daraus, sondern referierte über die Inhalte. Seit 3000 Jahren gehe es immer wieder um Verfol­gung. Bisweilen werde sie unter­schiedlich begründet, doch es ge­be Parallelen. „Demokratie, Frei­heit und Menschenrechte haben nur Bestand, wenn sie fest im Bewusstsein mündiger Bürger veran­kert sind”, so Fakler. Deshalb wolle er den Geist der Aufklärung ver­breiten. „Häufig werden Befreier später zu Tyrannen”, sagte Fakler. Als Beispiele nannte er Hitler und Lenin. Martin Luther sei beispiels­weise anfangs tolerant gewesen, später zum Antisemiten geworden. „Nicht die Geschichte wiederholt sich, aber Verhaltensweisen.”

Verfolgung beginne oft damit, dass in richtige und falsche Men­schen und Überzeugungen unter­schieden werde. Den Islam in or­thodoxer Form bezeichnete Fakler als „totalitäre Weltanschauung”. Die Scharia passe nicht zum deut­schen Grundgesetz und westli­chen Werten. „Islamkritik ist Selbstverteidigung mündiger Bür­ger”, so Fakler. US-Präsident Do­nald Trump sei ein „Möchtegern-Diktator”, der nur von der Verfas­sung gehindert werde. Mit Sorge beschrieb Fakler Tendenzen in einigen europäischen Ländern, die Pressefreiheit einzuschränken und erstarkende Gruppierungen wie die Reichsbürger. Fakler for­derte, Kirche und Staat strikt zu trennen.


Hier noch einmal mein Schlusswort: RF.

Wir brauchen eine Weltanschauung und Werte, die die Menschheit verbinden, nicht Auserwähltheit für die einen und Verdammung für die anderen.

Ein gemeinsamer Ethikunterricht, der die Werte der freiheitlichen Demokratie und die Menschenrechte lehrt, muss Vorrang haben, vor dem konfessionellen Religionsunterricht, der die Kinder in Rechtgläubige und Falschgläubige spaltet.

Wir brauchen eine Weltanschauung, die der Vernunft und wissenschaftlichen Erkenntnissen standhält und diese Weltanschauung ist der (säkulare) Humanismus der keine Feindbilder aufbaut, sondern allen Menschen Würde und Menschenrechte zugesteht… im Rahmen der freiheitlich – demokratischen Ordnung.

 

Gefährliche Bücher

In der Moderne angekommen?

Leserbrief im Tagblatt Tübingen  05.03.2019

In einem von der Bundeswehr bezahlten Projekt untersucht Prof. W. , ob es gefährliche Literatur gibt, die zu kriegerischen Handlungen anregen könnte.

Von Roland Fakler

Es ist klar, dass Literatur Einfluss auf das Denken der Menschen hat und dass Denken das Verhalten steuert. Es kann zu Auserwähltheits- und Größenwahn führen und die wiederum zu Verfolgung und Kriegen. Ich würde Romanliteratur diesbezüglich allerdings als weniger gefährlich einstufen. Man nahm sie nie so ernst wie Texte, die Anspruch auf absolute Autorität erhoben, die angeblich göttlichen, päpstlichen, philosophischen, wissenschaftlichen Ursprungs waren. Diese Texte müssen, wenn sie verhängnisvolles Gedankengut enthalten, unbedingt „neutralisiert“, das heißt kritisiert werden. Vom freiheitlich-demokratischen Wertestandpunkt gesehen gehören dazu Bibeltexte, die Kirchenväter, der Koran, die gegen Heiden, Juden, Ketzer, Ungläubige … hetzen. Auch Platon und manche Aufklärer waren nicht unbedingt Freunde der offenen und toleranten Gesellschaft, so wenig wie Luther. Verhängnisvoll war „Der Hexenhammer“; mit päpstlicher Druckerlaubnis. Gefährlich wichtig waren Arthur de Gobineau, Herbert Spencer, H. S. Chamberlain, Madison Grant für den Sozialdarwinismus/Rassismus/Kapitalismus/Imperialismus, Lenin für die Terrorherrschaft der kommunistischen Partei. Hitler hat in „Mein Kampf“ die NS-Ideologie gefestigt, die Rosenberg und andere begründet haben. Sind wir nun glücklich in der Moderne angekommen? Vor kurzem meinte Papst Franziskus: „Wer die katholische Kirche zu sehr kritisiert, ist ein Freund des Teufels!“
 Dazu kann ich nur sagen: Den Teufel, lieber Franz, hat es nie wirklich gegeben!

Ergänzung:

„Freund des Teufels”, das klingt wie: „Die Juden sind die Kinder des Teufels“. Dieser Slogan aus dem Johannesevangelium 8:44 wurde von Göbbels propagiert und hatte schlimme Folgen. Er schürte den Hass auf die Juden, der schließlich in den Holocaust führte.

Wenn man besser darauf achten würde, welche geistige Nahrung junge Männer zu sich nehmen, könnte man wohl viel Geld bei der Terrorbekämpfung sparen.

 

Missachtung der Republik

Missachtung der Republik

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      Missachtung der Republik

Über die große Gedenkfeier in Rottenburg am Todestag von Eugen Bolz berichteten wir am 24. Januar (Rottenburger Seite). Dazu gab es einen Leserbrief von Albert Bodenmiller (31. Januar).

04.02.2019 Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt Von Roland Fakler,

Lieber Herr B., Geschichtsfälschungen werden nicht nur von den Rechten, sondern auch von den Kirchen betrieben. Die richtige Feststellung, dass die Zentrumspartei die Weisung aus Rom bekam, dem Ermächtigungsgesetz zuzustimmen, läuft in letzter Konsequenz darauf hinaus, dass Papst Pius XI. Hitler an die Macht gebracht hat. Er hat sich von diesem Schauspieler und Opportunisten, der gerne den gläubigen Katholiken spielte, vor den Karren spannen lassen, weil er sich selbst für die Kirche ein Konkordat und eine Aufwertung versprochen und 1933 auch erhalten hat.

Der Vatikan war der erste Staat, der das NS-Regime anerkannt und damit enorm aufgewertet hat. Das Konkordat wiederum sichert der Kirche bis heute ihre privilegierte Stellung in Deutschland. Ihm ist der staatlich geförderte Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach zu verdanken und der Kirchensteuereinzug durch den Staat. Bis heute hat unser Staat aber die von der Weimarer Republik 1919 und vom Grundgesetz 1949 geforderten Ablösungszahlungen an die Kirchen für die Säkularisation von 1803 nicht umgesetzt. Das ist eine fortwährende Missachtung der Republik.

Während sich die Kirchen in Sicherheit glaubten, wurden auf der anderen Seite schon 1933 die Freidenker, die SPD, die Kommunisten, die Juden, die Zeugen Jehovas … und alle verfolgt, die sich nicht in den klero-faschistischen Unrechtstaat einpassen wollten. Danke Pius XI.! Das war göttliche Eingebung und ein wichtiger Schritt für die Heiligsprechung!


Ergänzung: Geschichtsfälschungen gibt es leider vor allem dort, wo treue Anhänger ihre Weltanschauung gegen Kritik schützen wollen. Sie wollen nicht nach der „Wahrheit“ forschen, sondern ihre Weltanschauung in möglichst gutem Licht zeigen, obwohl sie in hohem Grade unrühmlich war. Man kann auch durch Verschweigen von Tatsachen Geschichte fälschen.

Das gilt für den Katholizismus genauso wie für Lutheraner oder Calvinisten, die nicht weniger intolerant und verfolgungswütig waren. Das gilt für den Islam, der eine breite Blutspur in der Geschichte hinterlassen hat und das gilt in hohem Maße für den Faschismus und den Kommunismus. Zu Vertuschungen und Fälschungen kommt es vor allem dort, wo die Anhänger dieser totalitären Weltanschauungen noch Macht und Einfluss haben.


Leserbrief im Tagblatt: 2011-09-15

Was sich Menschen alles einbilden können

„Gottes Segen“ ruhe auf dem umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, hatte kürzlich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Baden-Württemberg, Claus Schmiedel erklärt.

Meine Antwort: Wenn Stuttgart 21 für den göttlichen Heilsplan von Interesse ist, muss man sich doch fragen, warum sich der Sohn Gottes nicht schon vor 2000 Jahren dazu geäußert hat!