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Barmer Erklärung
Meine kritischen Betrachtungen zur Barmer Erklärung 1934

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Dieser Text ist deswegen sehr aktuell, weil der politische Islam seine Herrschaftsansprüche heute theologisch mit einem Fantasiemännchen begründen möchte, das ihm angeblich vor 1400 Jahren das Recht und den Auftrag erteilt habe, die ganze Welt zu beherrschen.
Die Barmer Theologische Erklärung
Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode in Barmen vom 31. Mai 1934
ist die zentrale theologische Äußerung der Bekennenden Kirche unter der natio-
nalsozialistischen Herrschaft 1933-1945. Sie richtete sich gegen die falsche
Theologie und das Kirchenregime der so genannten „Deutschen Christen“, die
damit begonnen hatten, die evangelische Kirche der Diktatur des „Führers“
anzugleichen.
Theologie ist nichts als Fantasie. Sie kann sich deswegen an jedes Regime anpassen. Alle Religionen sind menschengemacht.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bestätigt in Artikel 1 (3) ihrer
Grundordnung mit ihren Gliedkirchen die von dieser Bekenntnissynode getrof-
fenen Entscheidungen. Ganz überwiegend betrachten die Gliedkirchen der EKD
die Barmer Theologische Erklärung als wegweisendes Lehr- und Glaubens-
zeugnis der Kirche. Nicht wenige messen ihr darüber hinaus verpflichtende
Bedeutung bei, einige rechnen sie ausdrücklich zu ihren Bekenntnisgrundlagen.
Auch für zahlreiche Kirchen aus der evangelischen Ökumene wurde die Barmer
Theologische Erklärung eine maßgebliche Orientierung für ihr eigenes
Bekennen, Lehren und Widerstehen.
PRÄAMBEL
Die Deutsche Evangelische Kirche ist nach den Eingangsworten ihrer
Verfassung vom 11. Juli 1933 ein Bund der aus der Reformation erwachsenen,
gleichberechtigt nebeneinander stehenden Bekenntniskirchen. Die theologische
Voraussetzung der Vereinigung dieser Kirchen ist in Art. 1 und Art. 2,1 der von
der Reichsregierung am 14. Juli 1933 anerkannten Verfassung der Deutschen
Evangelischen Kirche angegeben:
Art. 1: Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das
Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und
in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist. Hierdurch
werden die Vollmachten, deren die Kirche für ihre Sendung bedarf, bestimmt
und begrenzt.
Dieses Evangelium ist leider sehr undeutlich, was die Staatsform angeht.
Kommt alle Obrigkeit von Gott, wie Paulus in Röm. 13:1 behauptet, dann regierte Hitler 1934 rechtmäßig.
Röm. 13:1 „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. 2Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.“
Damit wird praktisch jeder Widerstand gegen ein an der Macht befindliches Regime verboten, egal wie es an die Macht kam, egal wie es Macht ausübt, egal wie ungerecht und unmenschlich es ist.
Art. 2: Die Deutsche Evangelische Kirche gliedert sich in Kirchen
(Landeskirchen).
Wir, die zur Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche vereinigten
Vertreter lutherischer, reformierter und unierter Kirchen, freier Synoden,
Kirchentage und Gemeindekreise erklären, dass wir gemeinsam auf dem Boden
der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der deutschen
Bekenntniskirchen stehen. Uns fügt dabei zusammen das Bekenntnis zu dem
einen Herrn der einen, heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche.
Diese Kirche behauptet von sich, heilig zu sein, aber ihre Geschichte zeigt, dass sie alles andere als heilbringend war. Sie war fast genauso verfolgungswütig wie das Naziregime.
Wie legitimiert Jesus seine Herrschaft? Wieso sollte er mein Herr sein? Ich bin ein freier Bürger in einer freiheitlichen Demokratie. Über mir gibt es keinen Herrn.
Herrschaft kann nicht theologisch legitimiert werden. Sie muss vernunftgemäß legitimiert werden.
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Wir erklären vor der Öffentlichkeit aller evangelischen Kirchen Deutsch-
lands, dass die Gemeinsamkeit dieses Bekenntnisses und damit auch die Einheit
der Deutschen Evangelischen Kirche aufs schwerste gefährdet ist. Sie ist
bedroht durch die in dem ersten Jahr des Bestehens der Deutschen
Evangelischen Kirche mehr und mehr sichtbar gewordene Lehr- und
Handlungsweise der herrschenden Kirchenpartei der Deutschen Christen und
des von ihr getragenen Kirchenregimentes. Diese Bedrohung besteht darin, dass
die theologische Voraussetzung, in der die Deutsche Evangelische Kirche
vereinigt ist, sowohl seitens der Führer und Sprecher der Deutschen Christen als
auch seitens des Kirchenregimentes dauernd und grundsätzlich durch fremde
Voraussetzungen durchkreuzt und unwirksam gemacht wird. Bei deren Geltung
hört die Kirche nach allen bei uns in Kraft stehenden Bekenntnissen auf, Kirche
zu sein. Bei deren Geltung wird also auch die Deutsche Evangelische Kirche als
Bund der Bekenntniskirchen innerlich unmöglich.
Die Lösung wäre eine klare Trennung von Religion und Staat.
Gemeinsam dürfen und müssen wir als Glieder lutherischer, reformierter und
unierter Kirchen heute in dieser Sache reden. Gerade weil wir unseren
verschiedenen Bekenntnissen treu sein und bleiben wollen, dürfen wir nicht
schweigen, da wir glauben, dass uns in einer Zeit gemeinsamer Not und
Anfechtung ein gemeinsames Wort in den Mund gelegt ist. Wir befehlen es
Gott, was dies für das Verhältnis der Bekenntniskirchen untereinander bedeuten
mag.
Und was hat Gott nun dagegen unternommen? Hat er sich zu Wort gemeldet?
Hat er geholfen? Was hat er in dieser Situation geraten?
Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch
die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der
Deutschen Christen und der gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu
folgenden evangelischen Wahrheiten:
Wahrheiten = Glaubenswahrheiten = Dogmen = Wunschwahrheiten!
THESEN
- Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den
Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber.
Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.
(Joh 10,1.9)
Das halte ich für eine ziemliche Anmaßung eines jüdischen Wanderpredigers. Siehe: Jesu Drohbotschaften.
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine
Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu
vertrauen und zu gehorchen haben.
Diese Erziehung zu blindem Gehorsam, führte in die Diktatur.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle
ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch
andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes
Offenbarung anerkennen.
Ist dieses angebliche Wort Gottes, tatsächlich wahrhaftig überliefert worden…und von welchem Gott stammt dieses Wort? Es gibt ja noch andere Offenbarungen von anderen Göttern. Selbst die christliche Offenbarung fand sehr vielfältige Interpretationen. Es gibt dutzende verschiedene christliche Bekenntnisse. Scheinbar ist die Botschaft alles andere als eindeutig.
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- Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur
Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
Was ist das für eine Weisheit, die von verschiedenen Gruppen völlig verschieden ausgelegt werden kann…und die letztlich einen Diktator an die Macht gebracht hat?
- Kor 1,30)
Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden
ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf
unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den
gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen
Geschöpfen.
Dieses theologische Gefasel hat nicht Befreiung gebracht, sondern Unterwerfung unter einen himmlischen und einen irdischen Diktator.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen
wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in
denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.
Ein gerechter Staat wird nicht auf theologische Fantasien aufgebaut, sondern auf vernünftige Gesetze zur Kontrolle der Macht und zur Sicherung der individuellen Freiheiten.
III. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken
zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib
zusammengefügt ist. (Eph 4, l5. 16)
Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus
in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig
handelt.
Das Problem ist, dass er eben nicht handelt, sondern die Welt laufen lässt, wie sie ohne ihn auch laufen würde.
Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer
Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die
Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum
ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner
Erscheinung lebt und leben möchte.
So reden kleine Kinder von ihrem Wunsch- Papi, auf den sie seit 2000 Jahren warten, auf dass er ihre Probleme endlich löse. Der Mensch ist kein verdammter Sünder, der auf die Gnade eines Gottes angewiesen ist, sondern er kann vernünftig denken und handeln und eine gerechte Ordnung schaffen, wenn ein Gott – was immer das sei – nichts von sich hören und sehen lässt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft
und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden
weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.
Die Kirche hat sich zu allen Zeiten an die herrschenden Verhältnisse angepasst und sie hat gut davon gelebt.
- Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker
niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein
unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.
(Mt 20, 25.26)
Das ist eine wahre Erkenntnis, aber auch ein frommer Wunsch. Die Gewalt der Mächtigen verhindert man am besten durch Gewaltenteilung in einem demokratischen Staatswesen mit mündigen Bürgern, die sich nicht einem Führer, sei es nun Gott oder Hitler, unterwerfen und blind gehorchen wollen, sondern die bereit sind, ihre Rechte und Freiheiten zu verteidigen.
Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der
einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde
anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits
von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer
geben und geben lassen.
Das wäre ein gutes Prinzip, aber Kirche war leider immer eine hierarchische Organisation, mit einem absoluten Herrscher ganz oben, der blinden Gehorsam verlangt und kein freies Denken und Kritisieren zulässt, die katholische Kirche mehr und die evangelische weniger. Auch Luther glaubt, dass die hierarchische Ordnung gottgegeben ist.
- Fürchtet Gott, ehrt den König. (1. Petr 2,17)
Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe
hat in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem
Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter
Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.
Die Schrift sagt leider nichts über die Rechte und Freiheiten mündiger Staatsbürger. Sie ist vielmehr die Rechtfertigung für die Herrschaft des Obrigkeitsstaates über seine unmündigen Untertanen. Recht wird von Menschen gemacht. Auch angeblich göttliche Gebote sind menschengemacht, meist von den Mächtigen, Königen, Priestern und Propheten, und meist in ihrem Interesse.
Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser
seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und
Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und
Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott
alle Dinge trägt.
Der Staat ist nicht Gottes Werk, sondern Menschenwerk. Ein Gott ist gar nicht erkennbar, um nicht zu sagen: Ein Gott ist gar nicht wirklich existent, sondern er ist ein reines Fantasieprodukt, auf das man sich nicht verlassen sollte, beim Kampf gegen eine Diktatur. Gott kann von jedem für seine Zwecke benutzt werden. Er wurde von den Deutschen Christen genauso benutzt wie von der Bekennenden Kirche und von Hitler.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen
besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens
werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die
falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen
Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde
aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.
Die Trennung von Religion und Staat ist Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben verschiedener Weltanschauungen in einem Staat. Sie ist auch Voraussetzung, dass eine Religion nicht vom Staat benutzt wird.
- Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt
Ende. (Mt 28,20)
Aber er zeigt sich leider nie und greift auch nicht hilfreich in die Geschichte ein. Deswegen müssen Menschen handeln.
Gottes Wort ist nicht gebunden. (2. Tim 2,9)
Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an
Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch
Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes
auszurichten an alles Volk.
Was soll das wieder heißen? Das ist einfach theologisches Gefasel, das aus dem Glauben an die Unfähigkeit und Verderbtheit des Menschen entstanden ist.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher
Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher
eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.
Politik muss sich am Wohlergehen eines Staates und seiner Bürger ausrichten…und sollte auch nicht das Wohlergehen anderer Staaten und seiner Bürger beeinträchtigen. Ein Staat sollte sich nicht an der Erfüllung irrationaler göttlicher Wünsche mit absurden Opferhandlungen beteiligen oder sich am Wohlergehen von Fantasiewesen orientieren, die scheinbar großes Vergnügen daran haben, Rechtgläubige gegen Falschgläubige aufzuhetzen.
Die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche erklärt, dass sie in
der Anerkennung dieser Wahrheiten und in der Verwerfung dieser Irrtümer die
unumgängliche theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als
eines Bundes der Bekenntniskirchen sieht. Sie fordert alle, die sich ihrer
Erklärung anschließen können, auf, bei ihren kirchenpolitischen Entscheidungen
dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu sein. Sie bittet alle, die es
angeht, in die Einheit des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung
zurückzukehren.
Verbum dei manet in aeternum.
Die bekennende Kirche setzte, in ihrem Glauben befangen, auf fantastische Kräfte, auf Gott, Jesus, den heiligen Geist, auf Gebete, Wünsche und Zauberformeln, gegen eine brutal nach Alleinherrschaft strebende Macht. Das konnte nicht gut gehen.
Es fehlten vernünftige Ideen, wie Demokratie und Menschenrechte, die es in der Weimarer Republik längst gab. Letztlich stand die Kirche nicht auf dem Boden der Demokratie, sondern sehnte sich zurück nach dem Gottesstaat unter fürstlicher Herrschaft und einem von ihr abhängigen, unmündigen Volk. Deswegen hatte sie selbst keine wirksamen, überzeugenden Argumente und Mittel gegen die NS- Diktatur. Im Vertrauen auf gute, aber leider nicht existente Mächte, lassen sich Diktaturen nicht abwehren.
Trennung Körper – Geist
Trennung von Körper und Seele?

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Wer kam auf die Idee, dass Körper und Geist getrennt werden könnten?
1.Prähistorischer Schamanismus – älteste Form der Vorstellung, dass Seele den Körper verlassen kann.
2. Altägyptische Religion – erste komplexe Seelenmodelle.
3. Indische Upanishaden – erste klare philosophische Trennung von Körper und ewiger Seele.
4. Platon – prägt den westlichen Dualismus bis heute.
Wenn man einen Namen nennen müsste, der den Dualismus am stärksten geformt hat, wäre es: Platon.
Aber seine Ideen stehen in einer jahrtausendealten religiösen Tradition, die schon lange vor ihm Körper und Seele trennte.
Kommentar: Das verträgt sich ganz und gar nicht mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften. Die Seele ist die Summe aller unserer Empfindungen. Sie wird im Laufe des Lebens gebildet und hängt ab von den Erbanlagen, der Erziehung und den Umwelteinflüssen, die auf uns wirken. Jeder Mensch ist deswegen absolut einmalig. Körper und Seele sind eins. Sie wachsen zusammen und vergehen zusammen. So wie die Seele sich mit dem Körper entwickelt, löst sie sich mit dem Körper auch wieder auf. Ohne die Existenz eines funktionierenden Gehirns gibt es keinen Geist = Seele = Software. Materie und Geist sind eine Einheit. Sie können nicht getrennt werden. Es gibt keine vom Körper unabhängigen Geister. Körperlose Geister sind reine Fantasieprodukte.
Ostern
Ostern war ein germanisches Frühlingsfest

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Feiertage und Feste gab es schon immer in allen Kulturen. Das christliche Ostern ist ein Plagiat des germanischen Osterfestes, das an 3 Tagen zur Frühlingssonnenwende um den 20. März mit Tänzen, Spielen und Wettkämpfen gefeiert wurde. Gefeiert wurde es zu Ehren der Göttin der Morgenröte Ostera oder der Freya in Erwartung des kommenden Frühlings, an dem die Tage wieder länger werden und die Natur nach dem Winter wieder erblüht. Ostera wurde auch als Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Daher erklären sich die Fruchtbarkeitssymbole wie Hase oder Osterei. Vor Sonnenaufgang wurde schweigend das Osterwasser geschöpft. Zu Ostern fanden die ersten Thingversammlungen des Jahres statt, wo die neuen Gemeindevorsteher gewählt wurden und die jungen Männer in den Kriegerbund aufgenommen wurden. Vergleiche die katholische Erstkommunion um Ostern und das Weihen des Wassers am frühen Morgen.
Absurditäten
Heilige Absurditäten

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Religiöse Gemeinschaften berufen sich gern auf göttliche Autorität. Ihre Regeln gelten dann nicht als menschliche Tradition, sondern als „heilige Gebote“. Wer sie infrage stellt, stellt angeblich Gott infrage. Genau dadurch bleiben viele Vorschriften erhalten, die aus heutiger Sicht ziemlich merkwürdig wirken. Im Judentum etwa dürfen Fleisch und Milch nicht zusammen gegessen werden. Strenggläubige Familien besitzen deshalb zwei Geschirrsets – manchmal sogar zwei Spülbecken. Am Sabbat darf keine Elektrizität bedient werden. Also wurden „Sabbat-Aufzüge“ erfunden, die automatisch in jedem Stockwerk halten, damit niemand einen Knopf drücken muss. Die Amische lehnen Autos, Smartphones oder Fernsehen ab. Sie leben bewusst wie im 18. oder 19. Jahrhundert – allerdings mitten in einer modernen Welt, deren Technik sie indirekt dennoch nutzen. Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verzichten auf Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee. Außerdem tragen viele eine besondere religiöse Unterwäsche, die sie täglich an ihre Glaubenspflichten erinnern soll. Im Islam gibt es traditionelle Reinheitsregeln. Im Ramadan darf tagesüber nichts gegessen und getrunken werden. Wenn den ganzen Tag auf das Trinken verzichtet werden muss, ist das bestimmt gesundheitsschädlich. In konservativen Auslegungen gilt die linke Hand als unrein. Essen oder Dinge überreichen soll man mit der rechten Hand. Für Linkshänder ist das wie eine Diskriminierung – ein Beispiel dafür, wie jahrtausendealte Reinheitsvorstellungen bis heute fortleben. Im Christentum wurden lange Zeit Dinge wie Tanzen, Schminken oder bestimmte Kleidung verboten, weil sie angeblich moralisch gefährlich seien. Das Tanzen ist heute noch in Deutschland an bestimmten „Stillen Tagen“ verboten.
Das eigentliche Problem: Der Punkt ist nicht, dass Menschen solche Regeln freiwillig befolgen. Jeder darf bei uns leben, wie er möchte. Problematisch wird es erst, wenn solche Traditionen mit göttlicher Autorität begründet und aufgezwungen werden, womöglich sollen auch Andersgläubige auf solche Absurditäten Rücksicht nehmen. (Halalfleisch in Schulkantinen; Fastenzwang im Ramadan…) Dann erscheinen menschliche Gewohnheiten plötzlich als ewige Wahrheit. Kritik wird zur Gotteslästerung, Zweifel und abweichendes Verhalten zur Sünde. Dabei zeigt ein Blick in die Geschichte etwas anderes: Fast alle religiösen Regeln sind Produkte ihrer Zeit – geprägt von alten Hygienevorstellungen, sozialen Hierarchien oder einfach Terror religiöser Eliten. In einer modernen Gesellschaft sollte deshalb etwas anderes gelten: Regeln müssen sich durch Vernunft, Erfahrung und öffentliche Diskussion rechtfertigen – nicht durch angebliche Offenbarungen. Oder anders gesagt: Was Menschen erfunden haben, darf man auch hinterfragen. Und manchmal lohnt es sich sogar.
Siehe mein Buch: Falsches Denken – falsches Handeln
Johanneum
Das „Comma Johanneum“ – ein nachträglicher Dreifaltigkeitsbeweis
Wie man Menschen verfolgen und verbrennen kann, um gefälschte Dogmen zu bewahren.

Die berühmteste trinitarische Bibelstelle – 1 Joh. 5:7–8 – lautete ursprünglich nur:
„Drei sind es, die Zeugnis ablegen: der Geist, das Wasser und das Blut.“
Der heute bekannte Zusatz
„… im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins“
fehlt in allen frühen griechischen Handschriften.
Entscheidend: In den großen trinitarischen Kämpfen des 4. Jahrhunderts – etwa beim Konzil von Nizäa – zitiert niemand diese Stelle. Weder Athanasius von Alexandria noch andere Verteidiger der Trinität führen sie an. Wäre sie bekannt gewesen, wäre sie ihre stärkste Waffe gewesen.
Der Zusatz entstand vermutlich als lateinische Randnotiz im 4./5. Jahrhundert und wurde später in die Vulgata aufgenommen. Im Mittelalter galt er dann als echter Bibeltext.
Als Erasmus von Rotterdam 1516 das griechische Neue Testament druckte, ließ er das Comma weg – weil es in keiner griechischen Handschrift stand. Nach massivem Druck nahm er es später doch auf, nachdem eigens eine entsprechende Handschrift präsentiert wurde.
Heute gilt unter Textforschern als sicher:
Das „Comma Johanneum“ ist kein ursprünglicher Bestandteil des 1. Johannesbriefes.
Frühe Kirche (Spätantike) Arius (ca. 256–336) Lehre: Christus sei nicht wesensgleich mit Gott, sondern geschaffen. Verurteilt auf dem Konzil von Nizäa. Mehrfach verbannt. Starb 336 unter ungeklärten Umständen in Konstantinopel – nicht hingerichtet, aber kirchlich geächtet. Hier ging es noch um Verbannung, nicht um Scheiterhaufen.
🔥 Mittelalter Petrus Abaelardus (1079–1142) Entwickelte spekulative Trinitätsmodelle. Auf dem Konzil von Sens verurteilt. Kein Todesurteil, aber Lehrverbot und erzwungener Rückzug. Im Mittelalter wurden Trinitätsabweichungen eher unter Häresievorwürfen verurteilt, doch selten isoliert nur deshalb hingerichtet.
Reformationszeit – der Scheiterhaufen Hier eskaliert es. 🔥Michael Servetus (1511–1553) Leugnete die Trinität vollständig. Wurde in Genf verurteilt und 1553 verbrannt. Urteil unter Beteiligung von Johannes Calvin. Zuvor bereits von der katholischen Inquisition in Frankreich zum Tod verurteilt. Servetus ist der bekannteste Märtyrer des Antitrinitarismus.
🔥Giordano Bruno (1548–1600) Leugnete zentrale Trinitätsdogmen. Vertrat pantheistische und kosmologische Thesen. 1600 in Rom von der Inquisition verbrannt. Bei Bruno war die Trinitätskritik Teil eines umfassenderen Weltbildkonflikts.
Fausto Sozzini (1539–1604) Führender Kopf des Unitarismus. Musste fliehen. Starb im Exil, nicht hingerichtet. Seine Anhänger (Sozinianer) wurden in katholischen Gebieten massiv verfolgt.
🔥Edward Wightman
bestritt die Trinität offen.
1612 in Lichfield verbrannt.
Er war der letzte Mensch in England, der wegen Häresie auf dem Scheiterhaufen starb.
Fazit In der Spätantike: Verbannung statt Verbrennung. Im Mittelalter: Lehrverurteilungen. In der Frühen Neuzeit: tatsächliche Hinrichtungen – vor allem im Kontext konfessioneller Staatsbildung.
Die Dreifaltigkeit – Dogma und Scheiterhaufen
Die Trinität wurde zum Bekenntniszeichen der Macht.
Wer sie leugnete, stellte nicht nur eine theologische Formel infrage, sondern die religiöse Ordnung Europas. Aus einem absoluten Wahrheitsanspruch, entstand ein absoluter Herrschaftsanspruch. Dabei gründete diese angebliche Wahrheit nur auf Fantasieformeln, die im Interesse der mächtigen Kirche geschmiedet wurden.
Die historische Pointe
Die Trinität war nicht nur ein Glaubenssatz. Sie war ein Loyalitätsbekenntnis zur religiösen Staatsordnung. Wer sie ablehnte, galt nicht als Irrender – sondern als Gefährder dieser Ordnung.
Dogma wurde zur Grenzlinie zwischen Zugehörigkeit und Vernichtung. So zeigt sich ein wiederkehrendes Muster der Geschichte:
Eine theologische Formel wird zum Identitätskern. Identitätskerne werden verteidigt – notfalls mit Feuer, auch wenn sie nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.
AFD – NSDAP
AFD – NSDAP

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Die Alternative für Deutschland (AfD) und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) unterscheiden sich in zentralen Punkten deutlich – auch wenn es inhaltliche und rhetorische Überschneidungen gibt, die den Vergleich immer wieder auslösen.
1. Historischer Kontext
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NSDAP: Entstand nach dem Ersten Weltkrieg, in einer Zeit von Kriegstrauma, Hyperinflation und dem Zusammenbruch der Weimarer Republik. Sie übernahm 1933 die Macht und errichtete eine totalitäre Diktatur.
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AfD: Gegründet 2013 in einer stabilen demokratischen Ordnung. Sie agiert innerhalb des Grundgesetzes und nimmt regulär an Wahlen teil.
2. Verhältnis zur Demokratie
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NSDAP: Lehnte Demokratie offen ab. Ziel war die Abschaffung des Parlaments und die Errichtung einer Führerdiktatur.
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AfD: Bekennt sich formal zur Demokratie, stellt jedoch wiederholt deren Institutionen (Medien, Justiz, Parlament) infrage und relativiert demokratische Grundprinzipien.
3. Ideologie und Menschenbild
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NSDAP:
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Biologischer Rassismus (»Arier«, Antisemitismus)
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Völkische Ideologie
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Legitimation von Gewalt, Terror und Vernichtung
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AfD:
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Nationalistisch, teils ethnisch-kulturelles Volksverständnis
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Abwertung von Migranten und Minderheiten in Teilen der Partei
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Kein offizieller biologischer Rassismus, aber vielfach anschlussfähig an ethnonationalistische Denkweisen
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4. Gewalt und Machtmittel
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NSDAP:
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Systematische Gewalt (SA, SS)
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Politische Gegner wurden verfolgt, inhaftiert oder ermordet
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AfD:
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Keine Parteimilizen
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Gewalt wird offiziell abgelehnt, jedoch gibt es problematische Nähe zu rechtsextremen Milieus und sprachliche Radikalisierung.
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5. Antisemitismus
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NSDAP: Zentraler Kern der Ideologie, führte direkt zum Holocaust.
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AfD: Offiziell distanziert, aber wiederholt Relativierungen der NS-Verbrechen.
6. Wirtschaftspolitik
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NSDAP: Staatsinterventionismus kombiniert mit Kriegswirtschaft.
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AfD: Marktradikal bis neoliberal, wirtschaftspolitisch eher bürgerlich-konservativ.
7. Fazit
AfD ≠ NSDAP.
Die AfD ist keine nationalsozialistische Partei und keine Diktaturbewegung.
Aber:
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Sie nutzt ähnliche Feindbilder,
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ähnliche Delegitimierung demokratischer Institutionen,
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und eine Radikalisierungsrhetorik, die historisch belastet ist.
Der Vergleich ist daher politisch warnend, nicht historisch gleichsetzend.
Antidemokraten
Warum lehnten Schmitt, Spengler und Moeller die Demokratie ab?

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Die Weimarer Republik war nicht nur politisch instabil – sie war auch geistig umkämpft. Einige der einflussreichsten Intellektuellen ihrer Zeit entwickelten fundamentale Kritik an Liberalismus und parlamentarischer Demokratie. Besonders prägend waren Carl Schmitt, Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck.
Ihre Argumente sind zwar nur noch historisch – aber sie wirken bis heute nach.
Carl Schmitt: Entscheidung statt Debatte
Carl Schmitt war Staatsrechtler und wohl der schärfste Kritiker des Parlamentarismus. Für ihn lebte das Parlament ursprünglich von ehrlicher, öffentlicher Diskussion. In der Realität sah er jedoch Parteitaktik, Machtinteressen und Kompromisspolitik.
Sein berühmter Satz lautet:
„Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ ???
In einer echten Demokratie ist das das Parlament. Schmitt meinte: In echten Krisen brauche ein Staat klare Entscheidungen – keine endlosen Debatten. Demokratie verstand er nicht als Wettbewerb verschiedener Meinungen, sondern als politische Einheit eines homogenen Volkes. Pluralismus erschien ihm als Schwäche.
Ich: Das Leben ist nicht einfältig, sondern vielfältig. Das homogene Volk gibt es nicht. Der Staat muss der Vielfalt gerecht werden, indem er vielfältiges Leben ermöglicht, weil sonst all leiden, die nicht in dieses einfältige Schema passen. Wer den Andersdenkenden als Feind betrachtet, ist schon nahe an seiner Verfolgung.
Als ob Hitler und die Nazis keine Machtinteressen gehabt hätten, als ob die Entscheidungen Hitlers immer gut gewesen wären. Er hat schließlich Deutschland und die Welt in die schlimmste Katastrophe geführt. Dasselbe kann man von Cäsar, Stalin, Mao…praktisch von jedem Diktator sagen.
Oswald Spengler: Demokratie als Zeichen des Niedergangs
Spengler war Kulturphilosoph. In seinem Werk „Der Untergang des Abendlandes“ beschrieb er Kulturen wie Organismen mit Aufstieg und Verfall. Die westliche Welt sah er bereits im Stadium des Niedergangs.
Demokratie bedeutete für ihn nicht Herrschaft des Volkes, sondern „Herrschaft des Geldes“. Medien und Parteien würden von wirtschaftlichen Interessen gesteuert. Am Ende stehe nicht mehr Demokratie, sondern der „Cäsar“ – eine starke Führerfigur.
Für Spengler war autoritäre Herrschaft weniger Ideologie als historische Konsequenz.
Ich: Jeder Diktator und jede Diktatur war bisher ein Fluch für die Menschheit. Das hängt wesentlich mit der Beschaffenheit des menschlichen Gehirns zusammen. Jede Diktatur teilt das Volk in Anhänger und Gegner ein. Die Anhänger bekommen alle Privilegien und können Reichtum scheffeln, die Gegner werden benachteilgt, verfolgt, oft ausgerottet.
Nur in einer Demokratie werden die Menschen zur Mündigkeit angeleitet und nicht zum Buckeln und Lügen. Außerdem muss es zur Kontrolle der Regierung Gewaltenteilung, Meinungs- und Pressfreiheit geben, was es in autoritären Staat nie gibt.
Demokratie ist also nicht Niedergang, sondern erwachen zur Mündigkeit und Mitsprache.
Arthur Moeller van den Bruck: Einheit statt Parteien
Moeller van den Bruck lehnte sowohl Liberalismus als auch Marxismus ab. In seinem Buch „Das Dritte Reich“ forderte er eine nationale Erneuerung Deutschlands.
Parteien und Parlament galten ihm als Ausdruck von Zersplitterung. Stattdessen propagierte er eine autoritär geführte Volksgemeinschaft.
Er gehört zur sogenannten „Konservativen Revolution“, einer Strömung, die die demokratische Moderne überwinden wollte.
Ich: Ich frage mich auch immer, warum es überhaupt Leute geben darf, die anderer Meinung sind als ich, wo doch ganz klar ist, dass ich die einzig richtige Meinung habe. Warum können nicht einfach alle Leute so sein wie ich bin und so denken wie ich denke, dann gäbe es nämlich die Einheit.
Was verbindet diese Denker?
Trotz unterschiedlicher Ansätze zeigen sich klare Gemeinsamkeiten:
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Ablehnung des Liberalismus
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Skepsis gegenüber Parteien und Parlament
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Kritik am Pluralismus
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Betonung politischer Einheit
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Offenheit für autoritäre Führung
Demokratie galt ihnen als schwach, unehrlich oder dekadent.
Warum ist das heute noch relevant?
Diese Ideen sind nicht verschwunden.
Schmitt wird bis heute in Debatten über Ausnahmezustände und staatliche Souveränität diskutiert. Spenglers Niedergangsdiagnosen tauchen immer wieder in Krisenzeiten auf. Moeller dient manchen Strömungen als ideengeschichtlicher Bezugspunkt.
Die zentrale Frage bleibt aktuell:
Wie viel Streit hält eine Demokratie aus – und wie viel Einheit braucht sie?
Moderne Demokratietheorie beantwortet das anders als diese Autoren: Konflikt und Pluralismus gelten nicht als Schwäche, sondern als Wesensmerkmal demokratischer Freiheit.
Demokratie bedeutet Rechtsstaatlichkeit, Machtbegrenzung, Machtkontrolle, sowie Mitsprache und Teilhabe der Bürger.
Autokratie hingegen heißt Willkürherrschaft, Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und das Festklammern von Eliten und Familienclans an der Macht…bis zur Schmerzgrenze des Volkes. Siehe: Iran
Messias
Weltentstehungsmythen
Weltenstehungsmythen

Von Chaos zur Ordnung – Die wichtigsten Schöpfungserzählungen der Menschheit
1. Mesopotamien (ca. 2000–1200 v. Chr.)
Enuma Elisch: Der Gott Marduk besiegt die Urgöttin Tiamat. Aus ihrem Körper entstehen Himmel und Erde. Der Mensch wird geschaffen, um den Göttern zu dienen.
2. Ägypten (ca. 2000 v. Chr. und älter)
Am Anfang existiert das Urwasser (Nun). Daraus erhebt sich der Sonnengott, der weitere Götter erschafft und die Welt ordnet.
3. Indien – Rigveda (ca. 1500–1200 v. Chr.)
Purusha-Hymne: Der kosmische Urmensch wird geopfert. Aus seinen Körperteilen entstehen Welt und Gesellschaft.
4. Hebräische Tradition (ca. 1000–500 v. Chr.)
Genesis: Gott erschafft die Welt in sechs Tagen durch sein Wort. Der Mensch wird als Ebenbild Gottes geschaffen.
5. Griechenland (ca. 700 v. Chr.)
Aus dem Chaos entstehen Gaia und Uranos. Nach mehreren Göttergenerationen übernimmt Zeus die Herrschaft.
6. China (überliefert ab ca. 300 v. Chr.)
Pangu: Aus einem kosmischen Ei entsteht Pangu. Er trennt Himmel und Erde. Sein Körper wird zur Welt.
7. Nordisch-germanische Tradition
Im leeren Raum Ginnungagap entsteht der Urriese Ymir. Die Götter formen aus seinem Körper die Welt.
8. Rom (1. Jh. v. Chr.)
Aus dem Chaos bringt eine göttliche Macht Ordnung in Himmel, Erde und Meer.
9. Maya – Popol Vuh
Die Götter erschaffen mehrfach Menschen. Erst der Mensch aus Mais gelingt dauerhaft.
10. Islam (7. Jh. n. Chr.)
Allah erschafft Himmel und Erde in sechs Zeitabschnitten. Adam wird aus Lehm geformt.
Gemeinsame Motive
- Chaos oder Urwasser am Anfang
- Ordnung durch göttliche Macht
- Schöpfung durch Wort, Kampf oder Opfer
- Besondere Rolle des Menschen
Zentrale Vergleichsmotive
| Kultur | Anfangszustand | Wie entsteht die Welt? | Rolle des Menschen | Besonderes Motiv |
|---|---|---|---|---|
| Judentum / Christentum | Formlose Erde, Finsternis | Gott erschafft durch sein Wort (Bibel) | Ebenbild Gottes | Schöpfung durch Sprache |
| Islam | Himmel und Erde ungeordnet | Allah erschafft in sechs Zeitabschnitten (Koran) | Statthalter Gottes | Göttliche Allmacht |
| Griechisch | Chaos | Generationen von Göttern entstehen (Hesiod) | Spielball der Götter | Götterkämpfe |
| Römisch | Chaos | Göttliche Ordnung bringt Struktur (Ovid) | Teil kosmischer Ordnung | Ordnung aus Formlosigkeit |
| Nordisch | Leerer Raum (Ginnungagap) | Welt aus dem Körper Ymirs (Edda) | Von Göttern erschaffen | Weltschöpfung aus Opfer |
| Ägyptisch | Urwasser (Nun) | Sonnengott entsteht und schafft Götter | Diener der Götter | Schöpfung aus Wasser |
| Mesopotamisch | Urchaos aus Wasserwesen | Marduk besiegt Tiamat | Zum Dienst geschaffen | Kosmischer Kampf |
| Indisch | Kosmischer Urmensch | Welt aus Opfer des Purusha | Teil kosmischer Ordnung | Opfer als Ursprung |
| Chinesisch | Kosmisches Ei | Pangu trennt Himmel & Erde | Später erschaffen | Körper wird Welt |
| Maya | Leere, stille Welt | Mehrere Schöpfungsversuche (Popol Vuh) | Aus Mais geschaffen | Mensch aus Naturstoff |
Lebensgebet
Lebensgebet
Dieses Gedicht von Lou Salome hat mich schon in meiner Jugend fasziniert,
jetzt im Alter noch viel mehr.
