Abtreibung
Posted by rofa on 5. Februar 2026
Papst Leo XIV.: Abtreibungen zerstören den Frieden
Da liegt der Papst in langer Tradition mal wieder voll daneben. Letztlich ist es genau umgekehrt: Durch die rigide katholische Sexualmoral, die auch künstliche Empfängnisverhütung verbietet, entstehen soviele Kinder, dass die Welt aus allen Nähten platzt. Die Ressourcen werden knapp, die Umwelt wird zerstört, die Zahl der Armen steigt und das wiederum führt zu Verteilungskämpfen und Kriegen.
Ich bin lange davon ausgegangen, dass das absolute Abtreibungsverbot der katholischen Kirche zeitlos und selbstverständlich sei. Erst die Beschäftigung mit den historischen Quellen hat mir gezeigt, wie trügerisch diese Annahme ist. Zwar wurde Abtreibung im Christentum von Beginn an moralisch abgelehnt, doch ein durchgehend absolutes Verbot existierte über viele Jahrhunderte nicht. Die Kirche übernahm antike Vorstellungen einer verzögerten Beseelung des Fötus und unterschied entsprechend zwischen früher und später Abtreibung.
Erst im 19. Jahrhundert, genauer 1869, wurde diese Differenzierung aufgegeben. Das heutige strikte Verbot ist das Ergebnis einer kirchlichen Entscheidung – nicht einer durchgehenden, unveränderten Tradition. Vor diesem Hintergrund erscheint auch die gegenwärtige Debatte in einem anderen Licht. Die rigide Sexualmoral der Kirche, insbesondere das Verbot künstlicher Empfängnisverhütung, verschärft genau jene Konflikte, die sie später moralisch verurteilt. Wer Leben schützen will, muss Verantwortung ermöglichen – nicht erst am Ende mit Verboten eingreifen.