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Roland Fakler

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Spinoza

Spinoza über Jesus

1. Spinozas Ansicht über Jesus

Spinoza lehnte die Göttlichkeit Jesu ab, schätzte ihn aber außerordentlich hoch.

  • Jesus war für ihn kein Gott und kein übernatürliches Wesen
  • Er war ein außergewöhnlicher Mensch mit einer einzigartigen moralischen Einsicht

➡️ Jesus war für Spinoza der höchste Lehrer der Ethik, nicht der Erlöser durch Kreuzestod.

Die Erbsünde und die Erlösungstat sind Erfindungen des Paulus. Die Bibel und damit die Worte Jesu wurden vermutlich so gefälscht und angepasst, dass sie den Herrschaftsinteressen der katholischen Kirche dienten.


2. Wunder, Auferstehung, Jungfrauengeburt

Spinoza verwarf alle Wunder:

Daher:

  • ❌ keine Jungfrauengeburt
  • ❌ keine leibliche Auferstehung
  • ❌ keine übernatürlichen Heilungen

Diese Berichte seien symbolisch oder volkspädagogisch zu verstehen.

Diese Dinge sind Erfindungen des Paulus und der Kirche. Sie stammen aus anderen Religionen, aus dem Zoroastrismus, sowie griechischen und römischen Glaubensvorstellungen.


3. Spinozas Kritik am Christentum

Spinoza unterschied zwischen:

  • Jesu Lehre
  • und dem institutionellen Christentum

Seine Kritik:

  • Kirchen hätten Jesu einfache Ethik verfälscht
  • Dogmen, Trinität, Erbsünde etc. seien menschliche Konstruktionen
  • Theologen missbrauchten Religion zur Macht- und Angstausübung
  • Glaubenszwang widerspreche wahrer Frömmigkeit

Die katholische Kirche setzte das verfälschte Christentum ein, um sich Macht und Reichtum zu sichern.


4. Was war für Spinoza „wahre Religion“?

Nicht:

  • Dogmen
  • Rituale
  • Glaubensbekenntnisse

Sondern:

  • Liebe zum Nächsten
  • Gerechtigkeit
  • Vernünftiges Handeln
  • Freiheit des Denkens

Berühmter Kerngedanke:

Wahre Frömmigkeit besteht im rechten Handeln, nicht im rechten Glauben.

Paulus lehrt dagegen, dass der Mensch nicht durch gute Werke, sondern durch den Glauben an Jesus Christus vor Gott gerecht wird.

Luther knüpft daran an und bringt diese Lehre mit dem Grundsatz „sola fide“, also „allein durch den Glauben“, auf den Punkt.


5. Verhältnis zu Gott

Spinozas Gottesbegriff:

  • Gott = Natur (Deus sive Natura)
  • kein persönlicher Gott
  • kein strafender oder belohnender Richter

➡️ Damit war das klassische Christentum für ihn theologisch falsch, aber ethisch teilweise wertvoll, sofern es Jesu Moral ernst nimmt.

Wenn Gott identisch ist mit der Natur, muss ich die Natur auch nicht Gott nennen. Die Natur ist nichts Persönliches. Sie ist rücksichtslos und hört uns nicht.


Kurz zusammengefasst

  • ✅ Jesus: größter moralischer Lehrer der Menschheit
  • ❌ Jesus: nicht göttlich, kein Wundertäter, kein Erlöser
  • ❌ Christliche Dogmen: menschliche Erfindungen
  • ✅ Christliche Ethik: wertvoll, wenn rational verstanden
  • ✅ Religionsfreiheit und Vernunft über Offenbarung
  • Es gab schon lange vor Jesus Lehrer der Menschlichkeit, z.B. Buddha, Sokrates, Aristoteles, Epikur, Konfuzius,… 

Spinoza wurde von jüdischen wie christlichen Autoritäten als Ketzer betrachtet – heute gilt er als einer der Vordenker der Aufklärung.

Spinoza wurde 1656 feierlich aus der jüdischen Gemeinde Amsterdams ausgeschlossen, schwer verflucht und sozial isoliert. Jeglicher Kontakt mit ihm – mündlich, schriftlich oder persönlich – wurde verboten; seine Schriften durften nicht gelesen werden. Der Bann war dauerhaft gemeint.

Gründe für den Bann (rekonstruiert, da nicht genannt):
Die Gemeinde nannte im Text keine konkreten Lehren. Aus zeitgenössischen Berichten und Spinozas späteren Schriften ergeben sich jedoch zentrale Punkte:

  1. Radikale Gottesauffassung
    Spinoza identifizierte Gott mit der Natur (Deus sive Natura), lehnte einen personalen, eingreifenden Gott ab.

  2. Ablehnung zentraler jüdischer Dogmen
    Zweifel an Offenbarung, Erwähltheit Israels, Unsterblichkeit der Seele und göttlicher Autorschaft der Tora.

  3. Bibelkritik
    Historisch-rationaler Umgang mit der Schrift statt traditioneller Auslegung.

  4. Gefahr für die Gemeinde
    In der politisch heiklen Lage der sephardischen Juden in den Niederlanden galten solche Ansichten als Risiko für Toleranz und Schutz durch die Obrigkeit.

Kurz gesagt: Nicht ein einzelner Satz, sondern die Konsequenz seines rationalistischen Denkens machte Spinoza für die Gemeinde untragbar.

Teilweise mit Hilfe von ChatGPT erstellt.

Der Fluch der jüdischen Gemeinde über den 23- jährigen offenbart die ganze Bösartigkeit der Religion.

Im Bannfluch, der über Baruch Spinoza ausgesprochen wurde, hieß es:

„Nach dem Beschlusse der Engel und dem Urteil der Heilgen bannen, verwünschen, verfluchen und verstoßen wir Baruch de Espinoza, mit Zustimmung des heiligen Gottes, gepriesen sei Er, und dieser ganzen heiligen Gemeinde […], mit dem Bannfluche, womit Josua Jericho fluchte, mit dem Bannfluche, mit dem Elisa den Knaben fluchte, und mit all den Verwünschungen, die im Gesetz geschrieben stehen. Verflucht sei er am Tage und verflucht sei er bei der Nacht; verflucht sei er, wenn er sich niederlegt, und verflucht sei er, wenn er aufsteht, verflucht sei er bei seinem Ausgang und verflucht sei er bei seinem Eingang. Möge Gott ihm niemals verzeihen, möge der Zorn und Grimm Gottes gegen den Menschen entbrennen […] und seinen Namen unter dem Himmel austilgen, und möge Gott ihn zu seinem Unheil ausscheiden von allen Stämmen Israels […] Wir verordnen, daß niemand mit ihm mündlich oder schriftlich verkehre, niemand ihm irgend eine Gunst erweise, niemand mit ihm unter einem Dach verweile, niemand auf vier Ellen in seine Nähe komme, niemand eine von Ihm verfaßte oder geschriebene Schrift lese.“[9] Wikipedia

 

Verfolgung

Verfolgung in der Weltgeschichte

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      Verfolgung in der Weltgeschichte

Im Verlauf der Weltgeschichte haben sehr unterschiedliche Gruppen andere verfolgt – oft aus religiösen, ethnischen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen. Es gibt nicht ein einziges Muster „wer immer wen verfolgt hat“, sondern wechselnde Täter- und Opferrollen in verschiedenen Zeiten und Regionen.​ Um verfolgen zu können braucht man Macht, meist unkontrollierte Macht.

Grundmuster von Verfolgung

Verfolgung meint systematische Unterdrückung, Ausgrenzung, Vertreibung oder Tötung bestimmter Gruppen, weil sie etwa einer Religion, Ethnie, sozialer Schicht oder politischer Richtung angehören. Motive reichen von Machterhalt über fanatische Ideologie bis zu Sündenbock-Suche in Krisenzeiten.​

Beispiele religiöser Verfolgung

  • Juden wurden in der Antike, im Mittelalter (Pogrome, Vertreibungen) und besonders im Nationalsozialismus verfolgt und millionenfach ermordet.​ Dabei ist das Judentum selbst, gemessen an den Texten der hebräischen Bibel extrem intolerant und verfolgungswütig. 
  • Christinnen und Christen wurden zunächst im Römischen Reich verfolgt, später verfolgten christliche Mehrheiten, vor allem die Katholiken, ihrerseits „Abweichler“, etwa in der Inquisition oder bei Hexenprozessen.​
  • Andere Religionsgemeinschaften wie Muslime, Buddhisten oder Bahai erlebten in verschiedenen Ländern ebenfalls Unterdrückung und Gewalt, übten diese aber auch gegen andere aus. Das betrifft vor allem den Islam.

Beispiele ethnischer und rassistischer Verfolgung

  • Im NS-Staat wurden neben Juden auch Sinti und Roma als „rassisch minderwertig“ definierte Menschen und Menschen mit Behinderungen systematisch entrechtet und ermordet.​
  • Armenier und andere christliche Minderheiten im Osmanischen Reich wurden im Ersten Weltkrieg verfolgt und zu Hunderttausenden bis Millionen getötet.​

Politische und soziale Verfolgung

  • Viele Diktaturen des 20. Jahrhunderts verfolgten politische Gegner, etwa kommunistische Systeme in der Sowjetunion oder China sowie Militärdiktaturen in Lateinamerika.​
  • Auch soziale Gruppen (z.B. vermeintlich „Asoziale“, Homosexuelle, Dissidenten) wurden in verschiedenen Regimen registriert, entrechtet, in Lager gesteckt oder getötet.​

Wer verfolgt wen?

Verfolgung ist kein „Privileg“ einer einzigen Religion, Kultur oder Ethnie, sondern taucht überall dort auf, wo Macht mit Intoleranz und Entmenschlichung zusammenkommt. Mal verfolgt eine Mehrheit eine Minderheit, mal verfolgt ein Staat bestimmte Gruppen, manchmal richten sich Konflikte auch zwischen Minderheiten gegeneinander.​

Verfolgung aus religiösen Gründen

Im Lauf der Geschichte haben fast alle großen Religionen und Konfessionen zeitweise andere religiöse Gruppen verfolgt – einseitig „unschuldige“ oder „immer schuldige“ Religionen gibt es historisch kaum. Wer verfolgt und wer verfolgt wird, hängt stark von Machtverhältnissen, Mehrheits- und Minderheitenlagen in bestimmten Epochen ab.​

Christentum

  • Nach der eigenen Verfolgung im Römischen Reich wurden Christen, vor allem Katholiken, später selbst zu Verfolgern, etwa bei der Inquisition und bei den Hexenverfolgungen. Seit dem 4. Jh. hat die katholische Kirche alle anderen christlichen Bekenntnisse, z. B.  Markioniten, Priscillianer, Pelagianer, Donatisten, Novatianer, Nestorianer, Monophysiten, Begharden und Beguinen, Fraticellen, Waldenser, Wiedertäufer und andere „Ketzer“… dazu das Judentum verfolgt und das Heidentum vernichtet.
  • Auch zwischen Konfessionen gab es Unterdrückung: Katholiken und Protestanten verfolgten sich in verschiedenen Ländern gegenseitig, etwa während der Reformation und der Religionskriege.​Wiedertäufer wurden von allen anderen Konfessionen verfolgt.

Islam

  • In islamisch beherrschten Reichen wurden Juden, Christen und andere als „Schutzbefohlene“ zwar oft geduldet, aber rechtlich benachteiligt und bei Konflikten auch verfolgt; sie mussten Sondersteuern zahlen und Einschränkungen in der Religionsausübung hinnehmen.​ Der Islam verfolgte, vertrieb oder unterwarf die Juden (Medina, Spanien, Kleinasien), die Christen (Kleinasien, Europa…), die Zoroastrier und Bahai (Persien), die Kopten (Ägypten), die Armenier (Kleinasien), die Yazidis (Irak), die Buddhisten (China, Südostasien) und Hindus (Indien, Indonesien). Die Eroberung Indiens durch den Islam um 1000 von Mahmud von Ghazni gehört zu den schlimmsten Völkermorden der Menschheitsgeschichte.
  • Innerhalb des Islams verfolgten sich auch Konfessionen gegenseitig, etwa sunnitische und schiitische Muslime in verschiedenen Zeiten und Regionen.​

Andere religiöse Traditionen

  • Vorchristliche Römer verfolgten zeitweise neue Kulte, besonders das frühe Christentum, das als staatsgefährdend galt.​
  • In verschiedenen Regionen wurden auch kleinere Religionen und Bewegungen verfolgt, z.B. Bahai im Iran, Jesiden im Nahen Osten oder neue religiöse Gruppen in autoritären Staaten.​

Grundmuster 

Historisch entscheidend ist weniger die konkrete Konfession als die Verbindung von religiösem Absolutheitsanspruch, politischer Macht und fehlender Toleranz. Wo eine Religionsgemeinschaft mit staatlicher Macht verschmilzt und Abweichung als Gefahr sieht, kommt es häufig zu Unterdrückung anderer Glaubensrichtungen – unabhängig davon, ob diese christlich, muslimisch oder einer anderen Tradition angehören.​

Es gab Kriege zwischen Katholiken und Arianern, Kriege der Katholiken mit den Albigensern, den Hugenotten, den Hussitten, den Lutheranern, den Anglikanern, den Orthodoxen, den Muslimen. Nur durch die Aufklärung und den Machtverlust der christlichen Religionen, vor allem durch die Trennung von Religion und Staat, sind sie humaner und friedlicher geworden. Trotzdem gibt es weltweit noch Religionskriege zwischen Schiiten und Sunniten, Hindus und Muslimen, Juden und Muslimen….

Die Trennung von Religion und Staat ist Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben aller Weltanschauungen.

Wer verfolgt wen Tabelle

Tabelle: Verfolgung aus religiösen oder politischen Gründen

Zeitraum Verfolger (Staat/Religion) Verfolgte Gruppen Motiv/Begründung Region
– 1200 Juden Kanaaniter; Moabiter, Heiden, Nichtjuden…. religiös Judäa
         
ca. 64–313 n. Chr. Heidnisches Römisches Reich Christen Ablehnung des Kaiserkults, Monotheismus Römisches Reich
395-423 Kaiser Konstantin- Honorius kath. Donatisten Häresie Nordafrika
ab 380 n. Chr. Christliche Kirche & Staaten Heiden, Juden, „Ketzer“ Durchsetzung religiöser Einheit Europa
300 Hl. Gregor Heiden, Zoroastrier Durchsetzung des Christentums Armenien
  Markus; Kyrill      
  Kaiser Arianer Valens Katholiken Einheit der Herrschaft Röm. Reich
ab 7. Jh. Islamische Kalifate Christen, Juden, Hindus, Schiiten; Zoroastrier; Ausbreitung des Islam, religiöse Dominanz Nahost, Nordafrika, Indien
11.–13. Jh. Katholische Kirche (z. B. Inquisition) Katharer, Juden, Muslime, Hexen Abweichung von der Lehre, Machtkontrolle Europa
ab 1492 Spanische Krone & Inquisition Juden, Muslime, Protestanten „Reconquista“ & religiöse Säuberung Spanien
16.–17. Jh. Christl. Konfessionen gegenseitig Katholiken ↔ Protestanten Reformation, politische Machtkämpfe Europa
ca. 1100–1600 Hindu-Herrscher (teils) Buddhisten Religiöser Wandel, politische Konkurrenz Indien
17. Jh. Tokugawa-Shogunat (Japan) Christen Angst vor Kolonialismus Japan
ab 18. Jh. Zarenreich Russland Juden, Dissidenten Nationalismus, Orthodoxie als Staatsreligion Osteuropa
1933–1945 Nationalsozialistisches Deutschland Juden, Roma, Kommunisten, Homosexuelle Rassismus, Totalitarismus Deutschland & Europa
1920er–1950er Sowjetunion unter Stalin Kirchen, Intellektuelle, politische Gegner Kommunismus, „Klassenkampf“ UdSSR
1966–1976 China (Mao, Kulturrevolution) Geistliche, Tibeter, Oppositionelle Antitradition, politische Säuberung China
1973–1990 Chile (Pinochet) Linke, Gewerkschafter Antikommunismus, Machterhalt Südamerika
ab 1979 Iran (Islamische Republik) Bahai, Frauenrechtler, Homosexuelle Theokratie, religiöse Kontrolle Iran
ab 2016 Myanmar Rohingya (Muslime) Ethnisch-religiöser Nationalismus Südostasien
 

Nach Region

Region Beispiele für Verfolgung
Europa Inquisition, Judenverfolgung, Reformation, NS-Zeit
Naher Osten Frühislamische Expansion, Iran (nach 1979)
Asien China (Mao), Indien (Hindu-Buddh. Konflikte), Myanmar
Afrika/Nordafrika Christlich-islamische Konflikte (z. B. Maghreb)
Südamerika Militärdiktaturen (Chile, Argentinien)
 

Zeitleiste: Ausgewählte Ereignisse

  • 64–313 n. Chr.: Römische Christenverfolgung
  • 1492: Vertreibung der Juden aus Spanien
  • 1618–1648: Dreißigjähriger Krieg – Christen verfolgen Christen
  • 1933–1945: Holocaust & NS-Diktatur
  • 1966–1976: Kulturrevolution in China
  • 1979–heute: Islamische Republik Iran
  • 2016–heute: Rohingya-Verfolgung in Myanmar

Freiheit und Gerechtigkeit werden gesichert durch:

– Menschenrechte – Gewaltenteilung,

– Rechtstaatlichkeit, statt Willkürherrschaft

– Kontrolle der Macht, vor allem durch eine freie Presse und ein Parlament – Mitverantwortung des Volkes an der Macht durch Mitwirkung!

Nur die Demokratie kann die Menschenrechte und die Freiheit sichern, Leid mindern und Willkürherrschaft verhindern!

Ausführlich in meinem Buch: 

Von Verfolgern und Verfolgten

Lehren aus der Weltgeschichte

Siehe: Große Verbrecher

NS- geistige Grundlagen

Geistige Grundlagen des Nationalsozialismus

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      NS - geistige Grundlagen

Der Nationalsozialismus entstand aus einer Mischung älterer rassistischer, völkischer, antisemitischer und autoritärer Denkströmungen.

Besonders stark beeinflusste Hitler zu seiner Zeit der Pangermanismus des Österreichers Georg von Schönerer, 1842-1921. Bewundert hat er auch den Bürgermeister von Wien, Karl Lueger, 1844-1910, „den gewaltigsten deutschen Bürgermseister aller Zeiten“. Der glaubte die soziale Frage durch eine Lösung der Judenfrage bereinigen zu können. Von ihm soll der Satz stammen: „Wer ein Jude ist, bestimme ich!“ Wichtige Einflüsse waren:

1. Rassentheorien

  • Arthur de Gobineau: Teilung der Menschheit in „höhere“ und „niedere“ Rassen; Warnung vor Rassenmischung“.
  • Houston Stewart Chamberlain: Verherrlichung der „germanischen Rasse“, radikaler Antisemitismus.
  • Hitler wurde in seiner Rassenideologie stark von Madison Grant 1865–1937, Amerikaner schottischer Abstammung, beeinflusst. „Er verbreitete die Auffassung von den Blondhaarigen und Blauäugigen als der „Herrenrasse“ und forderte, dass der Staat die Abkömmlinge „minderer Rassen“ vernichten (eliminate) soll, die für die Gesellschaft keinen „Wert“ (value) haben.“ „Der Untergang der Großen Rasse” (1925 auf Deutsch erschienen) hat Hitler als „seine Bibel“ bezeichnet. Hitler übernahm die Rede von den „minderwertigen“ Rassen; sie sollten zugunsten einer gestärkten „nordischen Rasse“ verschwinden.“  Wiki

2. Völkischer Nationalismus

  • Paul de Lagarde, Julius Langbehn: Idee einer einheitlichen „Volksgemeinschaft“; Ablehnung von Liberalismus, Demokratie und Moderne.

3. Sozialdarwinismus und Eugenik

  • Herbert Spencer, Francis Galton: Übertragung des Prinzips „Überleben des Stärksten“ auf Gesellschaften; Gedanken von „Züchtung“ und „Rassenhygiene“.

4. Antimoderne und autoritäre Weltanschauung

  • Skepsis oder Feindschaft gegenüber Aufklärung, Parlamentarismus und Individualismus; Wunsch nach starker Führung.

5. Missbrauch philosophischer Ideen

  • Friedrich Nietzsche wurde durch Fälschungen seiner Schwester verzerrt dargestellt; der Nationalsozialismus benutzte diese verzerrten Ideen (z. B. „Übermensch“), obwohl Nietzsche kein Antisemit und kein Nationalist war.

6. Okkulte und mythische Germanen-Ideen

  • Guido von List, Lanz von Liebenfels: Fantasievolle Arier-Mythen, die im völkischen Milieu populär waren.

7. Eigene NS-Ideologen

  • Alfred Rosenberg (Mythus des 20. Jahrhunderts) und Adolf Hitler (Mein Kampf) bündelten diese Strömungen zu einer radikal antisemitischen, rassistischen und totalitären Ideologie. Siehe: Rosenberg

Kulturblüte

Islamische Kulturblüte

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      Islamische Kulturblüte

Die islamische Kulturblüte war im Kern eine Renaissance der griechischen, römischen und persischen Antike, getragen von liberalen, wissbegierigen Kalifen, die den Koran nicht allzu streng auslegten. Sie entstand nicht im arabischen Mekka, sondern in den vom Islam eroberten persischen und ehemals römischen Gebieten – vor allem in Bagdad, Córdoba und Toledo. Ihre prägenden Gestalten waren antike griechische und römische Autoren sowie zahlreiche persische Gelehrte, die in den durch die arabische Sprache verbundenen Regionen wirkten. Diese Kulturblüte kam trotz des Islams und nicht wegen des Islams zustande.

Nach dieser Blüte setzten sich im islamischen Herrschaftsgebiet zunehmend orthodoxe Kräfte durch, während in Europa Reformation und Aufklärung das Christentum humanisierten und – auch dank der von arabischen Gelehrten überlieferten antiken Texte – eine eigene kulturelle Erneuerung ermöglichten (etwa bei Albertus Magnus oder unter Friedrich II. von Sizilien). Während Europa an die Errungenschaften der Antike anknüpfte, bedeutete die Rückwendung zum orthodoxen Islam das Ende der arabischen Kulturblüte. Orthodoxe Religion, so wie sie in den heiligen Texten verankert ist, wurde zum bremsenden Faktor.

Die Blütezeit des Islams lag unter den persischstämmigen Abbasiden (749–1258), die die aus Mekka stammenden Omaijaden abgelöst hatten. Unter den Omaijaden herrschte starke Intoleranz gegenüber Persern, selbst wenn sie zum Islam übergetreten waren. 762 verlegten die Abbasiden die Hauptstadt nach Bagdad und gestalteten den Staat nach persischem und byzantinischem Vorbild um. Die abbasidische Epoche endete 1258 mit der mongolischen Eroberung Bagdads und der Hinrichtung des Kalifen al-Mustaʿsim.

Die islamische Kulturblüte beruhte auf politischer Stabilität, wirtschaftlicher Stärke und kultureller Offenheit. Zentren wie Bagdad und Córdoba förderten Wissenschaft, übersetzten antikes Wissen und entwickelten es weiter. Handel, Papierherstellung und Bildung führten zu Fortschritten in Mathematik, Medizin, Astronomie und Philosophie. Der Niedergang erfolgte schrittweise durch politische Zersplitterung, wirtschaftliche Krisen, den Verlust zentraler Bildungsstätten, die Mongoleninvasion, den wissenschaftlichen Aufstieg Europas und das Ende des freien Denkens und Forschens.

Die arabische Sprache und die islamische Religion dienten als verbindende Elemente dieser Kultur. Viele der führenden Köpfe waren jedoch Perser, die sich gezwunenermaßen zum Islam bekannten, um unter dieser Herrschaft zu überleben. Als spezifisch arabische Leistungen gelten u.a. die arabische Schrift und Sprache, Beiträge zu Chemie, Dichtung, experimenteller Wissenschaft sowie Teile der Algebra, die ursprünglich indisch ist und Mathematik – sofern sie nicht auf griechische Ursprünge zurückgingen. Mohammed hatte den Koran aus jüdisch-christlichen Texten zusammengestellt.

Name Fachgebiet Kulturelle Herkunft Region / Epoche
al-Kindī Philosophie, Mathematik Arabisch Irak, 9. Jh.
al-Battānī Astronomie Arabisch Syrien, 9.–10. Jh.
Ibn Ruschd (Averroes) Philosophie, Recht, Medizin Arabisch-Andalusisch Córdoba, 12. Jh.
Ibn Bājjah (Avempace) Philosophie, Naturwissenschaft Andalusisch Saragossa, 11.–12. Jh.
Ibn Tufail Philosophie, Medizin Andalusisch (arabisch-berberisch geprägt) Andalusien, 12. Jh.
al-Zahrāwī (Abulcasis) Chirurgie, Medizin Arabisch-Andalusisch Córdoba, 10.–11. Jh.
Ibn Sīnā (Avicenna) Medizin, Philosophie Persisch Buchara / Isfahan, 10.–11. Jh.
al-Rāzī (Rhazes) Medizin, Chemie Persisch Rey, 9.–10. Jh.
al-Chwarizmi (al-Khwarizmi) Mathematik, Astronomie Persisch (Choresmien) Usbekistan, 9. Jh.
Omar Chayyām Mathematik, Astronomie, Dichtung Persisch Nischapur, 11.–12. Jh.
al-Bīrūnī Astronomie, Geografie Persisch (Choresmien) 10.–11. Jh.
Nasīr ad-Dīn at-Tūsī Astronomie, Philosophie Persisch Iran, 13. Jh.
al-Fārābī Philosophie, Logik, Musik Zentralasiatisch (turkstämmig), arabisch-islamisch geprägt Kasachstan / Syrien, 10. Jh.
Hunayn ibn Ishaq Übersetzer, Medizin Syrisch (nestorianischer Christ) Bagdad, 9. Jh.
Qusta ibn Luqa Übersetzer, Medizin, Astronomie Syrisch-griechisch (melkitischer Christ) 9. Jh.
Yahya ibn ʿAdī Philosophie, Logik Syrisch (christlich-nestorianisch) 10. Jh.
Aristoteles Philosophie, Logik, Naturphilosophie Griechisch (Makedonien) 4. Jh. v. Chr.
Galen (Galenos) Medizin, Anatomie Griechisch (Pergamon), wirkmächtig im römischen Reich 2. Jh. n. Chr.
Hippokrates Medizin Griechisch (Kos) 5.–4. Jh. v. Chr.
Claudius Ptolemaeus (Ptolemäus) Astronomie, Geographie Griechisch (Alexandria) 2. Jh. n. Chr.
Euclid (Euklid) Geometrie Griechisch (Alexandria) 3. Jh. v./n. Chr.
Archimedes Mathematik, Ingenieurskunst Griechisch (Syrakus) 3. Jh. v. Chr.
Plotin Philosophie (Neuplatonismus) Griechisch (Ägypten/Syrien) 3. Jh. n. Chr.
Dioscorides Medizin, Pharmakologie Griechisch 1. Jh. n. Chr.
Gaius Plinius Secundus (Plinius der Ältere) Naturkunde, Enzyklopädie Römisch 1. Jh. n. Chr.

Kurzfassung:

Das Märchen vom „Islamischen Goldenen Zeitalter“
Das sogenannte Islamische Goldene Zeitalter ist kein historischer Befund, sondern ein Mythos. Es war nicht islamisch, nicht religiös und schon gar nicht koranisch. Es war geliehene Antike unter neuer Herrschaft. Die Ideen kamen von Aristoteles, Platon und Galen – nicht aus dem Koran. Mekka und Medina produzierten Theologie, keine Wissenschaft. Geforscht wurde dort, wo man antikes Wissen fand und vorübergehend in Ruhe ließ: in Bagdad, Córdoba, Toledo. Übersetzen ist jedoch kein geistiger Durchbruch.
Sobald der Islam wieder ernst genommen wurde, war Schluss mit Denken. Philosophie galt als gefährlich, Vernunft als verdächtig. Orthodoxie gewann – und der Verfall begann.
Europa übernahm dieses Wissen und tat das Entscheidende: Es warf die religiöse Bevormundung über Bord.
 
Siehe: Golden Age

Sklavenhandel

Islamischer Sklavenhandel mit europäischen Sklaven

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      Islamischer Sklavenhandel mit Europäern

Muslime haben über viele Jahrhunderte hinweg Handel mit europäischen (meist christlichen) Sklaven betrieben. Hier ist eine grobe zeitliche Einordnung:


Frühmittelalter (ca. 7.–10. Jahrhundert)

  • Schon kurz nach der islamischen Expansion kamen europäische Sklaven in muslimische Märkte.

  • Besonders slawische, germanische und romanische Gefangene aus Mitteleuropa gelangten über jüdische und islamische Händler in den Nahen Osten.

  • Der Begriff „Sklave“ (slave) leitet sich von „Slawen“ ab.


Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11.–15. Jahrhundert)

  • Der Handel setzte sich fort, insbesondere:

    • über Venedig, Genua und andere italienische Handelsstädte, die Sklaven aus Osteuropa in den Nahen Osten und Nordafrika vermittelten.

    • durch muslimische Emirate in Spanien (al-Andalus), wo christliche Kriegsgefangene als Sklaven dienten oder weiterverkauft wurden.


Frühe Neuzeit (ca. 16.–frühes 19. Jahrhundert)

  • Die intensivste Phase betrifft die Barbareskenstaaten (Algier, Tunis, Tripolis und Marokko):

    • Sie betrieben Korsarenfahrten im Mittelmeer und im Atlantik.

    • Schätzungen reichen auf 1–1,25 Millionen europäische Christen, die zwischen ca. 1500 und 1800 gefangen genommen wurden.

  • Gleichzeitig gab es im Osmanischen Reich weiterhin Nachfrage nach europäischen Gefangenen, insbesondere aus den Balkankriegen.


Ende des Handels (19. Jahrhundert)

  • Europäische Mächte zwangen die Barbareskenstaaten im frühen 19. Jahrhundert zur Aufgabe der Sklavenjagd.

  • Entscheidende Ereignisse:

    • Angriff der USA und später Großbritanniens auf die Barbareskenstaaten (u. a. 1815).

    • Eroberung Algiers durch Frankreich 1830, wodurch die letzte große Bastion dieses Systems zusammenbrach.


Zusammenfassung der Zeitspanne

Vom 7. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert
→ also rund 1100 Jahre, wobei Art und Intensität des Handels stark variierten.

Questions to Islam

englisch Questions to the Centre of Islam in Tuebingen

Is Islam reformable? The centre of Islam is on the right track! However, I see many contradictions between the Quran and our constitution.

The Quran and the Hadiths, which form the core of Islam, answer the following questions with „No.” To make Islam in accordance with our constitution, they should have been answered with “Yes.”

Is the Quran allowed to be changed?

Do you believe Muslims and unbelieving humans of equal in rights?

Should humanists and atheists be tolerated by Islam?

Are believers of other religions allowed to worship their gods?

Are men and women of equal rights?

Does Islam prohibit polygamy, circumcision of girls and honour killings?

Are Muslims allowed to apostate from Islam?

Is Islam against capital punishment?

Is Islam against inhuman punishment such as whipping, cutting of hands and stoning?

Is Islam against slavery, racketeering and extortion, wars of robbing, looting and booting?

Is it allowed to criticise Islam, the Quran or Mohammed?

Will Islam renounce terror or contract killing, if it is insulted?

Does Islam allow other religions to erect houses of worship in Islamic countries?

 

My answer in a reader’s letter on 16.09.2014

Values of the Enlightenment

Dear Mrs K. I do not apply two standards, but in one single letter, I cannot deal with all the nonsense that is written in “Holy Books”. I have concentrated myself on the Quran now, because of its literal explanation, it causes the most trouble at the moment…as it is shown by the political situation.

As you had mentioned quite correctly, the literal explanation of the bible has had disastrous consequences too. In the meantime, Christians had become a bit more peaceful because they went through a time of enlightenment due to criticism. Only by criticism the fatal sentences of the bible, that had been taken literally for centuries too, had been overcome and with it: Wiping of children; hatred towards women; death penalty; stoning for gathering wood at the Sabbath, adultery and homosexuality; cruel penalty and torture; slavery; cruelties towards animals and destruction of the environment; kings by Gods grace; threatening with devil and hell; hereditary guilt and hereditary sin; penis mutilation; disdain of reason and science; superstition; illiteracy; poverty and ignorance; stone age sexual morality; overpopulation; degradation of illegitimate children; intolerance; persecution of people with different religion and unbelievers; fanaticism in the name of the faith; holy wars…etc.

In the meantime, we are living in a semi-secular state, in which the values of the Enlightenment are applied, not the values of the bible, otherwise freedom of thought would not be possible here as it is in Islamic states.

Untergang Karthago’s

Der Untergang Karthagos

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      Untergang Karthagos

Der Untergang Karthagos hat mich immer fasziniert und erschüttert. Es ist eine unsäglich traurige Episode, die stellvertretend für die traurige Weltgeschichte steht.

Um 225 v. u. Z. hatten Rom und Karthago ihre Einflussbereiche im Mittelmeer vertraglich abgesteckt. Nach dem Ersten Punischen Krieg (endete 241 v. u. Z. mit römischem Sieg und Verlust Siziliens für Karthago) eskalierte die Rivalität erneut, als Karthago Sagunt in Spanien eroberte. Rom erklärte daraufhin den Zweiten Punischen Krieg; trotz Hannibals Erfolgen in Italien endete er 202 v. u. Z. mit einem Sieg Roms. Karthago verlor Flotte und Kriegselefanten, musste hohe Entschädigungen zahlen und war fortan in seiner Außenpolitik durch Rom eingeschränkt.

Als Massinissa von Numidien in den folgenden Jahrzehnten karthagische Gebiete annektierte, griff Karthago 153 v. u. Z. ohne römische Zustimmung militärisch ein. Rom nutzte den Vertragsverstoß als Vorwand für einen neuen Krieg. 149–146 v. u. Z. belagerten die Römer die Stadt; nach monatelangen Kämpfen und Hunger kapitulierte Karthago 146 v. u. Z. Die Stadt wurde zerstört, Zehntausende getötet oder versklavt; wenige Überlebende entkamen. Zeitgenössische Berichte schildern die Belagerung als brutale, endgültige Zerschlagung einer einst mächtigen Seemacht — oft zitiert als Erfüllung des römischen Leitsatzes „Karthago muss zerstört werden“.

Critic of Islam

Critic of Islam

Readers letter to the Tuebinger Tagblatt 15.05.2014

Islam, in its fundamental parts, the Quran and the Sharia, is an intolerant and totalitarian worldview, which aims to conquer and to dominate. Freedom of belief is granted only to those who, as it is usual in all totalitarian ideologies, have the “right faith” of the “chosen people”… this is mostly implanted or rather indoctrinated during the early childhood days. People of a different faith are in the domain of Islam, at best tolerated as human beings of second class. Civil rights and liberties for the person, the essential basis of our constitution, are not granted under Islamic rule.

On every page of the Quran, one can find any agitation against “unbelievers”. They are threatened with the eternal punishment of Allah. That comes from the fact that Mohammed was not great enough, and that his teachings were not convincing enough for many people. He, like his successors, had not been able to win people over; they had rather to compel them to Islam. Islam has not spread itself, but has been extended with much terror and violence. Why now should the spread of an intolerant ideology be supported by a liberal constitutional state?

Of course, Judaism and Christianity belonged to the intolerant and totalitarian world views, too. Judaism, however, does not want to missionise, and the persecution-furious “state-Christianity” in Europe has been overcome after a rage that lasted almost two thousand years. Islam must be forced into the limits of our constitutional liberal state, too, and the history of its spread must be explored and written truthfully.

Gottessohn

Jesu Selbstbezeichnung – Sohn Gottes
 
Jesus bezeichnet sich in der von Paulus und der Kirche  bearbeiteten Bibel  selbst an mehreren Stellen als „Gottes Sohn“ oder nimmt diesen Titel indirekt an. Wichtig ist: Er selbst wurde zum Gottessohn gemacht. Er war Jude und wollte das Judentum reformieren. Er wollte keine neue Religion und keine Kirche gründen. Er starb nicht für unsere Sünden und wollte auch nicht angebetet werden. Es waren Paulus, Konstantin und die Kirchenväter, die aus ihm den Sohn Gottes machten, der angeblich freiwillig  für unsere Sünden gestorben ist, um uns vor der ewigen Verderbnis zu retten.
Manchmal sagt er es ausdrücklich, manchmal stimmt er einer Zuschreibung zu oder verwendet Formulierungen, die im Judentum seiner Zeit eindeutig göttliche Autorität beanspruchen.
 
Hier sind die wichtigsten Bibelstellen – unterteilt nach direkter und indirekter Selbstbezeichnung:
🔹 Direkte Selbstbezeichnung oder ausdrückliche Zustimmung
 
1. Johannes 10:36
 
> „… weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?“
Hier bezeichnet sich Jesus ausdrücklich als Gottes Sohn.
 
2. Matthäus 27:43 (indirekt, aber bestätigt)
 
Am Kreuz zitieren die Gegner Jesu seine eigenen Worte:
 
> „Er hat auf Gott vertraut; der rette ihn jetzt … denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.“
Dies zeigt, dass Jesus diese Aussage zuvor gemacht hat.
 
3. Matthäus 16:15–17
 
Petrus sagt:
> „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“
Jesus bestätigt diese Aussage ausdrücklich: „Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“
 
Auch wenn Jesus es hier nicht selbst zuerst ausspricht, nimmt er den Titel voll an.
 
4. Matthäus 26:63–64 / Markus 14:61–62
 
Der Hohepriester fragt:
 
> „Bist du der Christus, der Sohn Gottes?“
Jesus antwortet: „Du sagst es.“
 
Im Markusevangelium noch direkter:
 
> „Ich bin es.“
 
Dies gilt als eine der klarsten Selbstbezeichnungen.
 
🔹 Indirekte Selbstbezeichnung
 
5. Johannes 5:17–18
 
Jesus nennt Gott seinen Vater auf eine Weise, die ihn „Gott gleich“ macht:
 
> „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.“
Die Zuhörer verstehen dies sofort als Anspruch göttlicher Sohnschaft.
 
6. Johannes 9:35–37
 
Jesus fragt den ehemals Blinden:
 
> „Glaubst du an den Sohn Gottes?“
Als der Mann fragt, wer das sei, antwortet Jesus:
„Du siehst ihn; der mit dir redet, der ist es.“
 
Jesus identifiziert sich hier klar als der „Sohn Gottes“.
 
7. Johannes 11:4 / 11:27
 
Jesus spricht von seiner Sendung „zur Herrlichkeit Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde“.
Martha bekennt:
 
> „Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes.“
Jesus widerspricht nicht, sondern lässt es stehen.
 
8. Johannes 3:16–18
 
Hier nennt Jesus sich indirekt „der eingeborene Sohn“ (monogenēs huios):
 
> „… damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe …“
Der Kontext zeigt: Er spricht über sich selbst.
 
Fazit
 
Jesus bezeichnet sich selbst als „Gottes Sohn“
explizit: Johannes 10:36; Johannes 9:35–37; Mark 14:61–62; indirekt auch Mt 27:43
durch Zustimmung: Mt 16:16–17; Mt 26:63–64
indirekt durch Selbstzeugnisse: Joh 5:17–18; Joh 11:4; Joh 3:16–18
 

Gottessöhne

Gottesöhne

Im Laufe der Weltgeschichte haben sich Menschen der verschiedensten Kulturen nicht nur Götter ausgedacht, sondern auch Gottessöhne, die oft als Verbindung zwischen Göttern und Menschen dienten. Vor allem dienten sie Herrschern, die sich oft selbst als Gottessöhne oder als Nachkommen von Gottessöhnen bezeichneten, als Legitimation ihrer Herrschaft.

Gottessöhne mussten sich natürlich von Menschen unterscheiden. So wurde ihnen oft die jungfräuliche Geburt angedichtet oder sie überwanden den Tod durch eine Auferstehung.

Jungfräulich geborene Gottesöhne, die von den Toten auferstanden sind

Name Kultur / Religion Eltern / Geburt (jungfräulich oder übernatürlich) Tod & Auferstehung Kurzbeschreibung
Dionysos Griechisch Semele empfängt Dionysos von Zeus; in der Spätantike teilweise als „jungfräulich Unberührt-Geborener“ interpretiert; zweite Geburt aus Zeus’ Schenkel. Dionysos wurde zerstückelt (Orphik), wieder zusammengesetzt, erneut geboren. Gott des Weins, der Ekstase, der Wiedergeburt.
Attis Anatolisch / Phrygisch Jungfrau Nana empfängt Attis durch Berührung eines mandelartigen Früchte-Symbols des Gottes Agdistis. Attis stirbt unter einer Pinie; Kybele bittet die Götter – Attis wird erneuert bzw. wiederbelebt. Begleiter der Kybele, vegetativer Fruchtbarkeitsgott.
Adonis / Tammuz Semitisch / Griechisch In einigen Traditionen jungfräuliche oder magische Empfängnis durch Myrrha/ Smyrna nach göttlichem Eingriff. Tammuz/Adonis stirbt jährlich und kehrt zyklisch aus der Unterwelt zurück. Sterbender und wiederkehrender Vegetationsgott.
Osiris (Horus als Sohn) Ägyptisch Isis empfängt Horus von Osiris, nachdem sie seinen zerstückelten Körper magisch rekonstruiert – jungfräuliches / magisch-außerordentliches Zeugungsmotiv. Osiris wird getötet, zerstückelt und wiedererweckt; Horus repräsentiert ebenfalls zyklische Wiedergeburt. Osiris ist Gott der Wiedergeburt; Horus göttlicher Herrscher-Sohn.
Mithras (Römisch-persisch) Mithraskult „Jungfräuliche Geburt“ aus einem Felsen (petra genetrix), also ohne Mutter. Keine klassische Auferstehung, aber rituelles Mitsterben und Mit-Auferstehen der Anhänger; in späten Deutungen kosmische Erneuerungszyklen. Erlöserfigur, Lichtgott, kosmischer Held.
Dumuzi Mesopotamisch Göttliche Geburt (Inanna + göttliche Abstammung); in späteren Texten jungfräuliche Konzeption. Stirbt und steigt zyklisch wieder auf; Auferstehungsfeste historisch belegt. Vegetations- und Erneuerungsgott.

Weitere Gottessöhne

  • Jesus Christus – Christentum
  • Herkules (Herakles) – Sohn des Zeus und der Alkmene (griechische Mythologie)
  • Perseus – Sohn des Zeus und der Danaë (griechische Mythologie)
  • Apollon – Sohn des Zeus und der Leto (griechische Mythologie)
  • Artemis – Tochter des Zeus und der Leto (in einigen Traditionen ebenfalls „Gotteskind“)
  • Hathor-Söhne – verschiedene Götterkinder der Hathor (ägyptische Mythologie)
  • Krishna – Inkarnation und Sohn von Vishnu in menschlicher Form (Hinduismus)
  • Arjuna – Sohn des Gottes Indra (Hinduismus)
  • Skanda (Kartikeya) – Sohn Shivas (Hinduismus)
  • Baldur – Sohn Odins (nordische Mythologie)
  • Thor – Sohn Odins (nordische Mythologie)
  • Tyr – in einigen Quellen Sohn des Odin (nordische Mythologie)
  • Quetzalcóatl – in einigen mesoamerikanischen Mythen Sohn der Himmelsgöttin (Azteken)
  • Maui – in polynesischen Mythen ein Sohn göttlicher Wesen

Rot: Herrscher, die ihre Legitimation als Gottessohn erhielten

Ägypten

Horus – Sohn von Osiris und Isis

Anubis – in manchen Traditionen Sohn von Osiris und Nephthys

Khonsu – Sohn von Amun und Mut

Montu – Sohn von Amun

Pharaonen (allgemein) – galten als „Söhne des Ra“ oder „Söhne des Amun“

Imhotep (später vergöttlicht) – wurde in der Spätantike als Sohn des Ptah verehrt

 

Griechenland

Die Griechen haben die größte Zahl an Gottessöhnen, besonders durch Zeus.

Herakles – Sohn von Zeus & Alkmene

Perseus – Sohn von Zeus & Danaë

Dionysos – Sohn von Zeus & Semele

Minos, Rhadamanthys, Sarpedon – Söhne von Zeus & Europa

Apollo – in manchen lokalen Traditionen Sohn von Zeus & Leto

Artemis – wie Apollo

Helena von Troja – Tochter von Zeus

Polydeukes (Pollux) – Sohn von Zeus (Zwillingsbruder Kastor, der sterblich war)

Makedon / Magnes – eponyme Söhne des Zeus

Aias (Ajax) – in einigen Überlieferungen Sohn des Telamon und des Zeus (abweichend)

Pan – in manchen Versionen Sohn des Hermes

Asklepios – Sohn von Apollo

Aristeas – Sohn von Apollo

Orpheus – Sohn der Muse Kalliope und in manchen Mythen Apollons

Triptolemos – in Eleusis als Sohn einer Gottheit verehrt

Ion – Sohn von Apollo

Achilleus (Achilles) – Sohn der Meeresgöttin Thetis & des Königs Peleus

Aeneas (griech./trojan.) – Sohn von Aphrodite & Anchises

 

Rom

Romulus – Sohn des Kriegsgottes Mars

Remus – ebenfalls Sohn des Mars

Hercules (röm. Herkules) – identisch mit Herakles

Silvanus / Faunus – in manchen Traditionen göttliche Abstammung

 

Persisch–anatolischer Raum

Mithras

Im römischen Kult nicht als „Gottessohn“ bezeichnet

aber eine göttliche Erlöserfigur, aus einem Felsen „geboren“

Attis – jung sterbender Gott, Sohn der Nana/ Kybele in mythischer Zeugung

Tammuz / Dumuzi – göttlicher Liebhaber der Inanna, oft „göttlicher Sohn“ genannt

 

Semitischer Vorderer Orient

Baal – Sohn des Gottes El (in manchen Texten)

Melqart – Sohn von Baal oder El (je nach Epoche)

Yam, Mot – Söhne des höchsten Gottes El

Adonis – griechisierte Fassung des semitischen Adon / Tammuz

 

Altes Israel / Judentum

(Begriff „Sohn Gottes“ ist hier metaphorisch, aber wichtig.)

König David – im Psalter „Gottes Sohn“ (symbolisch)

Jüdische Könige generell – galten als adoptive Söhne Gottes

Engelwesen / „Gottessöhne“ – im Buch Genesis & Hiob (hebr. bene elohim)

 

Indien

In Indien ist es weniger „Gottessohn“ und mehr „Inkarnation“. Trotzdem:

Krishna – Avatar Vishnus, Sohn von Vasudeva und Devaki

Rama – Avatar Vishnus, Sohn von Dasharatha & Kaushalya

Skanda / Karttikeya – Sohn von Shiva

Ganesha – Sohn von Shiva & Parvati

Hanuman – Sohn des Windgottes Vayu

 

China

Fuxi – in Legenden Sohn des Himmels

Shennong – ebenfalls göttliche Herkunft

Kaiser als „Söhne des Himmels“ – politisch-religiöse Bezeichnung

 

Japan

Tenno (Kaiser) – gilt als direkter Nachkomme der Sonnengöttin Amaterasu

Ninigi-no-Mikoto – Enkelsohn von Amaterasu

Jimmu – erster Kaiser, göttlicher Abkömmling

 

Amerikas (Maya, Azteken, Inka)

Manco Cápac – Sohn der Sonne (Inkagott Inti)

Quetzalcoatl – göttlicher Kulturheld (nicht „Sohn”, aber göttliche Geburtstraditionen)

Hunahpu & Xbalanque (Maya) – Söhne des Himmelsgottes Hun Hunahpu

 

Nordische Mythologie

Thor – Sohn Odins

Vidar – Sohn Odins

Váli – Sohn Odins

Baldr – Sohn Odins

Sigi – Sohn von Odin (Ahnherr der Völsungen)

Skjöldr (Scyld) – Sohn Odins (Schildkönige)

 

Kelten und Briten

Cú Chulainn – Sohn des Lichtgottes Lugh

Aengus Óg – Sohn des Dagda

Bran der Gesegnete – Sohn des Meerengottes Llyr

Morrigan-Nachkömmlinge – diverse Kinder göttlicher Herkunft

 

Germanen & andere europäische Kulturen

Siegfried / Sigurd – in späteren Legenden göttliche Abstammung (Odin-Linie)

Alte Könige – z. B. Merowinger als „Söhne eines Meereswesens“

Herrscher, die als Gottessöhne galten.

Herrscher / Dynastie Kultur / Reich Art der Vergöttlichung Anmerkungen
Alexander der Große Griechen / Makedonien Sohn des Zeus-Ammon Zu Lebzeiten göttlicher Kult
Ptolemäer (z. B. Ptolemaios I., Kleopatra VII.) Ägypten (hellenistisch) Göttliche Herrscher, Inkarnationen von Isis/Osiris Kult stark ausgeprägt
Julius Caesar Römisches Reich Postum vergöttlicht (divus Iulius) Octavian nannte sich „Sohn des Gottes“
Augustus Römisches Reich Sohn des vergöttlichten Caesar Im Osten zu Lebzeiten als Gott verehrt
Weitere römische Kaiser (z. B. Claudius, Hadrian, Marcus Aurelius) Römisches Reich Postum vergöttlicht einige durch „damnatio memoriae“ entgöttlicht
Pharaonen (alle Dynastien) Altes Ägypten Söhne des Re; Horus-Inkarnation Zentrale religiöse Rolle
Naram-Sin Akkad (Mesopotamien) Erklärte sich selbst zum Gott Sohn der Göttin Ishtar
Assyrische Könige Assyrien Söhne des Gottes Assur Göttliches Mandat durch nationale Gottheit
Chinesische Kaiser (Tianzi) China „Sohn des Himmels“ Kein Gott, aber göttliches Mandat
Japanischer Tennō Japan Abstammung von Amaterasu Bis 1945 offiziell göttlich
Inka-Herrscher Inka-Reich Sohn des Sonnengottes Inti Göttlicher Status zu Lebzeiten
Aztekische Herrscher Azteken Hohepriesterkönige mit göttlichem Rang Zentrale religiöse Funktion

Es gibt mehrere Dutzend antike Figuren, die eindeutig als Gottessöhne gelten.