Showing posts by: rofa
Spinoza
Spinoza über Jesus

1. Spinozas Ansicht über Jesus
Spinoza lehnte die Göttlichkeit Jesu ab, schätzte ihn aber außerordentlich hoch.
- Jesus war für ihn kein Gott und kein übernatürliches Wesen
- Er war ein außergewöhnlicher Mensch mit einer einzigartigen moralischen Einsicht
➡️ Jesus war für Spinoza der höchste Lehrer der Ethik, nicht der Erlöser durch Kreuzestod.
Die Erbsünde und die Erlösungstat sind Erfindungen des Paulus. Die Bibel und damit die Worte Jesu wurden vermutlich so gefälscht und angepasst, dass sie den Herrschaftsinteressen der katholischen Kirche dienten.
2. Wunder, Auferstehung, Jungfrauengeburt
Spinoza verwarf alle Wunder:
Daher:
- ❌ keine Jungfrauengeburt
- ❌ keine leibliche Auferstehung
- ❌ keine übernatürlichen Heilungen
Diese Berichte seien symbolisch oder volkspädagogisch zu verstehen.
Diese Dinge sind Erfindungen des Paulus und der Kirche. Sie stammen aus anderen Religionen, aus dem Zoroastrismus, sowie griechischen und römischen Glaubensvorstellungen.
3. Spinozas Kritik am Christentum
Spinoza unterschied zwischen:
- Jesu Lehre
- und dem institutionellen Christentum
Seine Kritik:
- Kirchen hätten Jesu einfache Ethik verfälscht
- Dogmen, Trinität, Erbsünde etc. seien menschliche Konstruktionen
- Theologen missbrauchten Religion zur Macht- und Angstausübung
- Glaubenszwang widerspreche wahrer Frömmigkeit
Die katholische Kirche setzte das verfälschte Christentum ein, um sich Macht und Reichtum zu sichern.
4. Was war für Spinoza „wahre Religion“?
Nicht:
- Dogmen
- Rituale
- Glaubensbekenntnisse
Sondern:
- Liebe zum Nächsten
- Gerechtigkeit
- Vernünftiges Handeln
- Freiheit des Denkens
Berühmter Kerngedanke:
Wahre Frömmigkeit besteht im rechten Handeln, nicht im rechten Glauben.
Paulus lehrt dagegen, dass der Mensch nicht durch gute Werke, sondern durch den Glauben an Jesus Christus vor Gott gerecht wird.
Luther knüpft daran an und bringt diese Lehre mit dem Grundsatz „sola fide“, also „allein durch den Glauben“, auf den Punkt.
5. Verhältnis zu Gott
Spinozas Gottesbegriff:
- Gott = Natur (Deus sive Natura)
- kein persönlicher Gott
- kein strafender oder belohnender Richter
➡️ Damit war das klassische Christentum für ihn theologisch falsch, aber ethisch teilweise wertvoll, sofern es Jesu Moral ernst nimmt.
Wenn Gott identisch ist mit der Natur, muss ich die Natur auch nicht Gott nennen. Die Natur ist nichts Persönliches. Sie ist rücksichtslos und hört uns nicht.
Kurz zusammengefasst
- ✅ Jesus: größter moralischer Lehrer der Menschheit
- ❌ Jesus: nicht göttlich, kein Wundertäter, kein Erlöser
- ❌ Christliche Dogmen: menschliche Erfindungen
- ✅ Christliche Ethik: wertvoll, wenn rational verstanden
- ✅ Religionsfreiheit und Vernunft über Offenbarung
- Es gab schon lange vor Jesus Lehrer der Menschlichkeit, z.B. Buddha, Sokrates, Aristoteles, Epikur, Konfuzius,…
Spinoza wurde von jüdischen wie christlichen Autoritäten als Ketzer betrachtet – heute gilt er als einer der Vordenker der Aufklärung.
Spinoza wurde 1656 feierlich aus der jüdischen Gemeinde Amsterdams ausgeschlossen, schwer verflucht und sozial isoliert. Jeglicher Kontakt mit ihm – mündlich, schriftlich oder persönlich – wurde verboten; seine Schriften durften nicht gelesen werden. Der Bann war dauerhaft gemeint.
Gründe für den Bann (rekonstruiert, da nicht genannt):
Die Gemeinde nannte im Text keine konkreten Lehren. Aus zeitgenössischen Berichten und Spinozas späteren Schriften ergeben sich jedoch zentrale Punkte:
-
Radikale Gottesauffassung
Spinoza identifizierte Gott mit der Natur (Deus sive Natura), lehnte einen personalen, eingreifenden Gott ab. -
Ablehnung zentraler jüdischer Dogmen
Zweifel an Offenbarung, Erwähltheit Israels, Unsterblichkeit der Seele und göttlicher Autorschaft der Tora. -
Bibelkritik
Historisch-rationaler Umgang mit der Schrift statt traditioneller Auslegung. -
Gefahr für die Gemeinde
In der politisch heiklen Lage der sephardischen Juden in den Niederlanden galten solche Ansichten als Risiko für Toleranz und Schutz durch die Obrigkeit.
Kurz gesagt: Nicht ein einzelner Satz, sondern die Konsequenz seines rationalistischen Denkens machte Spinoza für die Gemeinde untragbar.
Teilweise mit Hilfe von ChatGPT erstellt.
Der Fluch der jüdischen Gemeinde über den 23- jährigen offenbart die ganze Bösartigkeit der Religion.
Im Bannfluch, der über Baruch Spinoza ausgesprochen wurde, hieß es:
„Nach dem Beschlusse der Engel und dem Urteil der Heilgen bannen, verwünschen, verfluchen und verstoßen wir Baruch de Espinoza, mit Zustimmung des heiligen Gottes, gepriesen sei Er, und dieser ganzen heiligen Gemeinde […], mit dem Bannfluche, womit Josua Jericho fluchte, mit dem Bannfluche, mit dem Elisa den Knaben fluchte, und mit all den Verwünschungen, die im Gesetz geschrieben stehen. Verflucht sei er am Tage und verflucht sei er bei der Nacht; verflucht sei er, wenn er sich niederlegt, und verflucht sei er, wenn er aufsteht, verflucht sei er bei seinem Ausgang und verflucht sei er bei seinem Eingang. Möge Gott ihm niemals verzeihen, möge der Zorn und Grimm Gottes gegen den Menschen entbrennen […] und seinen Namen unter dem Himmel austilgen, und möge Gott ihn zu seinem Unheil ausscheiden von allen Stämmen Israels […] Wir verordnen, daß niemand mit ihm mündlich oder schriftlich verkehre, niemand ihm irgend eine Gunst erweise, niemand mit ihm unter einem Dach verweile, niemand auf vier Ellen in seine Nähe komme, niemand eine von Ihm verfaßte oder geschriebene Schrift lese.“[9] Wikipedia
Verfolgung
Verfolgung in der Weltgeschichte
Audio

Im Verlauf der Weltgeschichte haben sehr unterschiedliche Gruppen andere verfolgt – oft aus religiösen, ethnischen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen. Es gibt nicht ein einziges Muster „wer immer wen verfolgt hat“, sondern wechselnde Täter- und Opferrollen in verschiedenen Zeiten und Regionen. Um verfolgen zu können braucht man Macht, meist unkontrollierte Macht.
Grundmuster von Verfolgung
Verfolgung meint systematische Unterdrückung, Ausgrenzung, Vertreibung oder Tötung bestimmter Gruppen, weil sie etwa einer Religion, Ethnie, sozialer Schicht oder politischer Richtung angehören. Motive reichen von Machterhalt über fanatische Ideologie bis zu Sündenbock-Suche in Krisenzeiten.
Beispiele religiöser Verfolgung
- Juden wurden in der Antike, im Mittelalter (Pogrome, Vertreibungen) und besonders im Nationalsozialismus verfolgt und millionenfach ermordet. Dabei ist das Judentum selbst, gemessen an den Texten der hebräischen Bibel extrem intolerant und verfolgungswütig.
- Christinnen und Christen wurden zunächst im Römischen Reich verfolgt, später verfolgten christliche Mehrheiten, vor allem die Katholiken, ihrerseits „Abweichler“, etwa in der Inquisition oder bei Hexenprozessen.
- Andere Religionsgemeinschaften wie Muslime, Buddhisten oder Bahai erlebten in verschiedenen Ländern ebenfalls Unterdrückung und Gewalt, übten diese aber auch gegen andere aus. Das betrifft vor allem den Islam.
Beispiele ethnischer und rassistischer Verfolgung
- Im NS-Staat wurden neben Juden auch Sinti und Roma als „rassisch minderwertig“ definierte Menschen und Menschen mit Behinderungen systematisch entrechtet und ermordet.
- Armenier und andere christliche Minderheiten im Osmanischen Reich wurden im Ersten Weltkrieg verfolgt und zu Hunderttausenden bis Millionen getötet.
Politische und soziale Verfolgung
- Viele Diktaturen des 20. Jahrhunderts verfolgten politische Gegner, etwa kommunistische Systeme in der Sowjetunion oder China sowie Militärdiktaturen in Lateinamerika.
- Auch soziale Gruppen (z.B. vermeintlich „Asoziale“, Homosexuelle, Dissidenten) wurden in verschiedenen Regimen registriert, entrechtet, in Lager gesteckt oder getötet.
Wer verfolgt wen?
Verfolgung ist kein „Privileg“ einer einzigen Religion, Kultur oder Ethnie, sondern taucht überall dort auf, wo Macht mit Intoleranz und Entmenschlichung zusammenkommt. Mal verfolgt eine Mehrheit eine Minderheit, mal verfolgt ein Staat bestimmte Gruppen, manchmal richten sich Konflikte auch zwischen Minderheiten gegeneinander.
Verfolgung aus religiösen Gründen
Im Lauf der Geschichte haben fast alle großen Religionen und Konfessionen zeitweise andere religiöse Gruppen verfolgt – einseitig „unschuldige“ oder „immer schuldige“ Religionen gibt es historisch kaum. Wer verfolgt und wer verfolgt wird, hängt stark von Machtverhältnissen, Mehrheits- und Minderheitenlagen in bestimmten Epochen ab.
Christentum
- Nach der eigenen Verfolgung im Römischen Reich wurden Christen, vor allem Katholiken, später selbst zu Verfolgern, etwa bei der Inquisition und bei den Hexenverfolgungen. Seit dem 4. Jh. hat die katholische Kirche alle anderen christlichen Bekenntnisse, z. B. Markioniten, Priscillianer, Pelagianer, Donatisten, Novatianer, Nestorianer, Monophysiten, Begharden und Beguinen, Fraticellen, Waldenser, Wiedertäufer und andere „Ketzer“… dazu das Judentum verfolgt und das Heidentum vernichtet.
- Auch zwischen Konfessionen gab es Unterdrückung: Katholiken und Protestanten verfolgten sich in verschiedenen Ländern gegenseitig, etwa während der Reformation und der Religionskriege.Wiedertäufer wurden von allen anderen Konfessionen verfolgt.
Islam
- In islamisch beherrschten Reichen wurden Juden, Christen und andere als „Schutzbefohlene“ zwar oft geduldet, aber rechtlich benachteiligt und bei Konflikten auch verfolgt; sie mussten Sondersteuern zahlen und Einschränkungen in der Religionsausübung hinnehmen. Der Islam verfolgte, vertrieb oder unterwarf die Juden (Medina, Spanien, Kleinasien), die Christen (Kleinasien, Europa…), die Zoroastrier und Bahai (Persien), die Kopten (Ägypten), die Armenier (Kleinasien), die Yazidis (Irak), die Buddhisten (China, Südostasien) und Hindus (Indien, Indonesien). Die Eroberung Indiens durch den Islam um 1000 von Mahmud von Ghazni gehört zu den schlimmsten Völkermorden der Menschheitsgeschichte.
- Innerhalb des Islams verfolgten sich auch Konfessionen gegenseitig, etwa sunnitische und schiitische Muslime in verschiedenen Zeiten und Regionen.
Andere religiöse Traditionen
- Vorchristliche Römer verfolgten zeitweise neue Kulte, besonders das frühe Christentum, das als staatsgefährdend galt.
- In verschiedenen Regionen wurden auch kleinere Religionen und Bewegungen verfolgt, z.B. Bahai im Iran, Jesiden im Nahen Osten oder neue religiöse Gruppen in autoritären Staaten.
Grundmuster
Historisch entscheidend ist weniger die konkrete Konfession als die Verbindung von religiösem Absolutheitsanspruch, politischer Macht und fehlender Toleranz. Wo eine Religionsgemeinschaft mit staatlicher Macht verschmilzt und Abweichung als Gefahr sieht, kommt es häufig zu Unterdrückung anderer Glaubensrichtungen – unabhängig davon, ob diese christlich, muslimisch oder einer anderen Tradition angehören.
Es gab Kriege zwischen Katholiken und Arianern, Kriege der Katholiken mit den Albigensern, den Hugenotten, den Hussitten, den Lutheranern, den Anglikanern, den Orthodoxen, den Muslimen. Nur durch die Aufklärung und den Machtverlust der christlichen Religionen, vor allem durch die Trennung von Religion und Staat, sind sie humaner und friedlicher geworden. Trotzdem gibt es weltweit noch Religionskriege zwischen Schiiten und Sunniten, Hindus und Muslimen, Juden und Muslimen….
Die Trennung von Religion und Staat ist Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben aller Weltanschauungen.
Wer verfolgt wen Tabelle
Tabelle: Verfolgung aus religiösen oder politischen Gründen
| Zeitraum | Verfolger (Staat/Religion) | Verfolgte Gruppen | Motiv/Begründung | Region |
| – 1200 | Juden | Kanaaniter; Moabiter, Heiden, Nichtjuden…. | religiös | Judäa |
| ca. 64–313 n. Chr. | Heidnisches Römisches Reich | Christen | Ablehnung des Kaiserkults, Monotheismus | Römisches Reich |
| 395-423 | Kaiser Konstantin- Honorius kath. | Donatisten | Häresie | Nordafrika |
| ab 380 n. Chr. | Christliche Kirche & Staaten | Heiden, Juden, „Ketzer“ | Durchsetzung religiöser Einheit | Europa |
| 300 | Hl. Gregor | Heiden, Zoroastrier | Durchsetzung des Christentums | Armenien |
| Markus; Kyrill | ||||
| Kaiser Arianer Valens | Katholiken | Einheit der Herrschaft | Röm. Reich | |
| ab 7. Jh. | Islamische Kalifate | Christen, Juden, Hindus, Schiiten; Zoroastrier; | Ausbreitung des Islam, religiöse Dominanz | Nahost, Nordafrika, Indien |
| 11.–13. Jh. | Katholische Kirche (z. B. Inquisition) | Katharer, Juden, Muslime, Hexen | Abweichung von der Lehre, Machtkontrolle | Europa |
| ab 1492 | Spanische Krone & Inquisition | Juden, Muslime, Protestanten | „Reconquista“ & religiöse Säuberung | Spanien |
| 16.–17. Jh. | Christl. Konfessionen gegenseitig | Katholiken ↔ Protestanten | Reformation, politische Machtkämpfe | Europa |
| ca. 1100–1600 | Hindu-Herrscher (teils) | Buddhisten | Religiöser Wandel, politische Konkurrenz | Indien |
| 17. Jh. | Tokugawa-Shogunat (Japan) | Christen | Angst vor Kolonialismus | Japan |
| ab 18. Jh. | Zarenreich Russland | Juden, Dissidenten | Nationalismus, Orthodoxie als Staatsreligion | Osteuropa |
| 1933–1945 | Nationalsozialistisches Deutschland | Juden, Roma, Kommunisten, Homosexuelle | Rassismus, Totalitarismus | Deutschland & Europa |
| 1920er–1950er | Sowjetunion unter Stalin | Kirchen, Intellektuelle, politische Gegner | Kommunismus, „Klassenkampf“ | UdSSR |
| 1966–1976 | China (Mao, Kulturrevolution) | Geistliche, Tibeter, Oppositionelle | Antitradition, politische Säuberung | China |
| 1973–1990 | Chile (Pinochet) | Linke, Gewerkschafter | Antikommunismus, Machterhalt | Südamerika |
| ab 1979 | Iran (Islamische Republik) | Bahai, Frauenrechtler, Homosexuelle | Theokratie, religiöse Kontrolle | Iran |
| ab 2016 | Myanmar | Rohingya (Muslime) | Ethnisch-religiöser Nationalismus | Südostasien |
Nach Region
| Region | Beispiele für Verfolgung |
| Europa | Inquisition, Judenverfolgung, Reformation, NS-Zeit |
| Naher Osten | Frühislamische Expansion, Iran (nach 1979) |
| Asien | China (Mao), Indien (Hindu-Buddh. Konflikte), Myanmar |
| Afrika/Nordafrika | Christlich-islamische Konflikte (z. B. Maghreb) |
| Südamerika | Militärdiktaturen (Chile, Argentinien) |
Zeitleiste: Ausgewählte Ereignisse
- 64–313 n. Chr.: Römische Christenverfolgung
- 1492: Vertreibung der Juden aus Spanien
- 1618–1648: Dreißigjähriger Krieg – Christen verfolgen Christen
- 1933–1945: Holocaust & NS-Diktatur
- 1966–1976: Kulturrevolution in China
- 1979–heute: Islamische Republik Iran
- 2016–heute: Rohingya-Verfolgung in Myanmar
Freiheit und Gerechtigkeit werden gesichert durch:
– Menschenrechte – Gewaltenteilung,
– Rechtstaatlichkeit, statt Willkürherrschaft
– Kontrolle der Macht, vor allem durch eine freie Presse und ein Parlament – Mitverantwortung des Volkes an der Macht durch Mitwirkung!
Nur die Demokratie kann die Menschenrechte und die Freiheit sichern, Leid mindern und Willkürherrschaft verhindern!
Ausführlich in meinem Buch:
Lehren aus der Weltgeschichte
Siehe: Große Verbrecher
NS- geistige Grundlagen
Geistige Grundlagen des Nationalsozialismus

Audio
Der Nationalsozialismus entstand aus einer Mischung älterer rassistischer, völkischer, antisemitischer und autoritärer Denkströmungen.
Besonders stark beeinflusste Hitler zu seiner Zeit der Pangermanismus des Österreichers Georg von Schönerer, 1842-1921. Bewundert hat er auch den Bürgermeister von Wien, Karl Lueger, 1844-1910, „den gewaltigsten deutschen Bürgermseister aller Zeiten“. Der glaubte die soziale Frage durch eine Lösung der Judenfrage bereinigen zu können. Von ihm soll der Satz stammen: „Wer ein Jude ist, bestimme ich!“ Wichtige Einflüsse waren:
1. Rassentheorien
- Arthur de Gobineau: Teilung der Menschheit in „höhere“ und „niedere“ Rassen; Warnung vor Rassenmischung“.
- Houston Stewart Chamberlain: Verherrlichung der „germanischen Rasse“, radikaler Antisemitismus.
- Hitler wurde in seiner Rassenideologie stark von Madison Grant 1865–1937, Amerikaner schottischer Abstammung, beeinflusst. „Er verbreitete die Auffassung von den Blondhaarigen und Blauäugigen als der „Herrenrasse“ und forderte, dass der Staat die Abkömmlinge „minderer Rassen“ vernichten (eliminate) soll, die für die Gesellschaft keinen „Wert“ (value) haben.“ „Der Untergang der Großen Rasse” (1925 auf Deutsch erschienen) hat Hitler als „seine Bibel“ bezeichnet. Hitler übernahm die Rede von den „minderwertigen“ Rassen; sie sollten zugunsten einer gestärkten „nordischen Rasse“ verschwinden.“ Wiki
2. Völkischer Nationalismus
- Paul de Lagarde, Julius Langbehn: Idee einer einheitlichen „Volksgemeinschaft“; Ablehnung von Liberalismus, Demokratie und Moderne.
3. Sozialdarwinismus und Eugenik
- Herbert Spencer, Francis Galton: Übertragung des Prinzips „Überleben des Stärksten“ auf Gesellschaften; Gedanken von „Züchtung“ und „Rassenhygiene“.
4. Antimoderne und autoritäre Weltanschauung
- Skepsis oder Feindschaft gegenüber Aufklärung, Parlamentarismus und Individualismus; Wunsch nach starker Führung.
5. Missbrauch philosophischer Ideen
- Friedrich Nietzsche wurde durch Fälschungen seiner Schwester verzerrt dargestellt; der Nationalsozialismus benutzte diese verzerrten Ideen (z. B. „Übermensch“), obwohl Nietzsche kein Antisemit und kein Nationalist war.
6. Okkulte und mythische Germanen-Ideen
- Guido von List, Lanz von Liebenfels: Fantasievolle Arier-Mythen, die im völkischen Milieu populär waren.
7. Eigene NS-Ideologen
- Alfred Rosenberg (Mythus des 20. Jahrhunderts) und Adolf Hitler (Mein Kampf) bündelten diese Strömungen zu einer radikal antisemitischen, rassistischen und totalitären Ideologie. Siehe: Rosenberg
Kulturblüte
Islamische Kulturblüte
Audio

Die islamische Kulturblüte war im Kern eine Renaissance der griechischen, römischen und persischen Antike, getragen von liberalen, wissbegierigen Kalifen, die den Koran nicht allzu streng auslegten. Sie entstand nicht im arabischen Mekka, sondern in den vom Islam eroberten persischen und ehemals römischen Gebieten – vor allem in Bagdad, Córdoba und Toledo. Ihre prägenden Gestalten waren antike griechische und römische Autoren sowie zahlreiche persische Gelehrte, die in den durch die arabische Sprache verbundenen Regionen wirkten. Diese Kulturblüte kam trotz des Islams und nicht wegen des Islams zustande.
Nach dieser Blüte setzten sich im islamischen Herrschaftsgebiet zunehmend orthodoxe Kräfte durch, während in Europa Reformation und Aufklärung das Christentum humanisierten und – auch dank der von arabischen Gelehrten überlieferten antiken Texte – eine eigene kulturelle Erneuerung ermöglichten (etwa bei Albertus Magnus oder unter Friedrich II. von Sizilien). Während Europa an die Errungenschaften der Antike anknüpfte, bedeutete die Rückwendung zum orthodoxen Islam das Ende der arabischen Kulturblüte. Orthodoxe Religion, so wie sie in den heiligen Texten verankert ist, wurde zum bremsenden Faktor.
Die Blütezeit des Islams lag unter den persischstämmigen Abbasiden (749–1258), die die aus Mekka stammenden Omaijaden abgelöst hatten. Unter den Omaijaden herrschte starke Intoleranz gegenüber Persern, selbst wenn sie zum Islam übergetreten waren. 762 verlegten die Abbasiden die Hauptstadt nach Bagdad und gestalteten den Staat nach persischem und byzantinischem Vorbild um. Die abbasidische Epoche endete 1258 mit der mongolischen Eroberung Bagdads und der Hinrichtung des Kalifen al-Mustaʿsim.
Die islamische Kulturblüte beruhte auf politischer Stabilität, wirtschaftlicher Stärke und kultureller Offenheit. Zentren wie Bagdad und Córdoba förderten Wissenschaft, übersetzten antikes Wissen und entwickelten es weiter. Handel, Papierherstellung und Bildung führten zu Fortschritten in Mathematik, Medizin, Astronomie und Philosophie. Der Niedergang erfolgte schrittweise durch politische Zersplitterung, wirtschaftliche Krisen, den Verlust zentraler Bildungsstätten, die Mongoleninvasion, den wissenschaftlichen Aufstieg Europas und das Ende des freien Denkens und Forschens.
Die arabische Sprache und die islamische Religion dienten als verbindende Elemente dieser Kultur. Viele der führenden Köpfe waren jedoch Perser, die sich gezwunenermaßen zum Islam bekannten, um unter dieser Herrschaft zu überleben. Als spezifisch arabische Leistungen gelten u.a. die arabische Schrift und Sprache, Beiträge zu Chemie, Dichtung, experimenteller Wissenschaft sowie Teile der Algebra, die ursprünglich indisch ist und Mathematik – sofern sie nicht auf griechische Ursprünge zurückgingen. Mohammed hatte den Koran aus jüdisch-christlichen Texten zusammengestellt.
| Name | Fachgebiet | Kulturelle Herkunft | Region / Epoche |
|---|---|---|---|
| al-Kindī | Philosophie, Mathematik | Arabisch | Irak, 9. Jh. |
| al-Battānī | Astronomie | Arabisch | Syrien, 9.–10. Jh. |
| Ibn Ruschd (Averroes) | Philosophie, Recht, Medizin | Arabisch-Andalusisch | Córdoba, 12. Jh. |
| Ibn Bājjah (Avempace) | Philosophie, Naturwissenschaft | Andalusisch | Saragossa, 11.–12. Jh. |
| Ibn Tufail | Philosophie, Medizin | Andalusisch (arabisch-berberisch geprägt) | Andalusien, 12. Jh. |
| al-Zahrāwī (Abulcasis) | Chirurgie, Medizin | Arabisch-Andalusisch | Córdoba, 10.–11. Jh. |
| Ibn Sīnā (Avicenna) | Medizin, Philosophie | Persisch | Buchara / Isfahan, 10.–11. Jh. |
| al-Rāzī (Rhazes) | Medizin, Chemie | Persisch | Rey, 9.–10. Jh. |
| al-Chwarizmi (al-Khwarizmi) | Mathematik, Astronomie | Persisch (Choresmien) | Usbekistan, 9. Jh. |
| Omar Chayyām | Mathematik, Astronomie, Dichtung | Persisch | Nischapur, 11.–12. Jh. |
| al-Bīrūnī | Astronomie, Geografie | Persisch (Choresmien) | 10.–11. Jh. |
| Nasīr ad-Dīn at-Tūsī | Astronomie, Philosophie | Persisch | Iran, 13. Jh. |
| al-Fārābī | Philosophie, Logik, Musik | Zentralasiatisch (turkstämmig), arabisch-islamisch geprägt | Kasachstan / Syrien, 10. Jh. |
| Hunayn ibn Ishaq | Übersetzer, Medizin | Syrisch (nestorianischer Christ) | Bagdad, 9. Jh. |
| Qusta ibn Luqa | Übersetzer, Medizin, Astronomie | Syrisch-griechisch (melkitischer Christ) | 9. Jh. |
| Yahya ibn ʿAdī | Philosophie, Logik | Syrisch (christlich-nestorianisch) | 10. Jh. |
| Aristoteles | Philosophie, Logik, Naturphilosophie | Griechisch (Makedonien) | 4. Jh. v. Chr. |
| Galen (Galenos) | Medizin, Anatomie | Griechisch (Pergamon), wirkmächtig im römischen Reich | 2. Jh. n. Chr. |
| Hippokrates | Medizin | Griechisch (Kos) | 5.–4. Jh. v. Chr. |
| Claudius Ptolemaeus (Ptolemäus) | Astronomie, Geographie | Griechisch (Alexandria) | 2. Jh. n. Chr. |
| Euclid (Euklid) | Geometrie | Griechisch (Alexandria) | 3. Jh. v./n. Chr. |
| Archimedes | Mathematik, Ingenieurskunst | Griechisch (Syrakus) | 3. Jh. v. Chr. |
| Plotin | Philosophie (Neuplatonismus) | Griechisch (Ägypten/Syrien) | 3. Jh. n. Chr. |
| Dioscorides | Medizin, Pharmakologie | Griechisch | 1. Jh. n. Chr. |
| Gaius Plinius Secundus (Plinius der Ältere) | Naturkunde, Enzyklopädie | Römisch | 1. Jh. n. Chr. |
Kurzfassung:
Sklavenhandel
Islamischer Sklavenhandel mit europäischen Sklaven
Audio

Muslime haben über viele Jahrhunderte hinweg Handel mit europäischen (meist christlichen) Sklaven betrieben. Hier ist eine grobe zeitliche Einordnung:
Frühmittelalter (ca. 7.–10. Jahrhundert)
-
Schon kurz nach der islamischen Expansion kamen europäische Sklaven in muslimische Märkte.
-
Besonders slawische, germanische und romanische Gefangene aus Mitteleuropa gelangten über jüdische und islamische Händler in den Nahen Osten.
-
Der Begriff „Sklave“ (slave) leitet sich von „Slawen“ ab.
Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11.–15. Jahrhundert)
-
Der Handel setzte sich fort, insbesondere:
-
über Venedig, Genua und andere italienische Handelsstädte, die Sklaven aus Osteuropa in den Nahen Osten und Nordafrika vermittelten.
-
durch muslimische Emirate in Spanien (al-Andalus), wo christliche Kriegsgefangene als Sklaven dienten oder weiterverkauft wurden.
-
Frühe Neuzeit (ca. 16.–frühes 19. Jahrhundert)
-
Die intensivste Phase betrifft die Barbareskenstaaten (Algier, Tunis, Tripolis und Marokko):
-
Sie betrieben Korsarenfahrten im Mittelmeer und im Atlantik.
-
Schätzungen reichen auf 1–1,25 Millionen europäische Christen, die zwischen ca. 1500 und 1800 gefangen genommen wurden.
-
-
Gleichzeitig gab es im Osmanischen Reich weiterhin Nachfrage nach europäischen Gefangenen, insbesondere aus den Balkankriegen.
Ende des Handels (19. Jahrhundert)
-
Europäische Mächte zwangen die Barbareskenstaaten im frühen 19. Jahrhundert zur Aufgabe der Sklavenjagd.
-
Entscheidende Ereignisse:
-
Angriff der USA und später Großbritanniens auf die Barbareskenstaaten (u. a. 1815).
-
Eroberung Algiers durch Frankreich 1830, wodurch die letzte große Bastion dieses Systems zusammenbrach.
-
Zusammenfassung der Zeitspanne
Vom 7. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert
→ also rund 1100 Jahre, wobei Art und Intensität des Handels stark variierten.
Questions to Islam
Questions to the Centre of Islam in Tuebingen
Is Islam reformable? The centre of Islam is on the right track! However, I see many contradictions between the Quran and our constitution.
The Quran and the Hadiths, which form the core of Islam, answer the following questions with „No.” To make Islam in accordance with our constitution, they should have been answered with “Yes.”
Is the Quran allowed to be changed?
Do you believe Muslims and unbelieving humans of equal in rights?
Should humanists and atheists be tolerated by Islam?
Are believers of other religions allowed to worship their gods?
Are men and women of equal rights?
Does Islam prohibit polygamy, circumcision of girls and honour killings?
Are Muslims allowed to apostate from Islam?
Is Islam against capital punishment?
Is Islam against inhuman punishment such as whipping, cutting of hands and stoning?
Is Islam against slavery, racketeering and extortion, wars of robbing, looting and booting?
Is it allowed to criticise Islam, the Quran or Mohammed?
Will Islam renounce terror or contract killing, if it is insulted?
Does Islam allow other religions to erect houses of worship in Islamic countries?
My answer in a reader’s letter on 16.09.2014
Values of the Enlightenment
Dear Mrs K. I do not apply two standards, but in one single letter, I cannot deal with all the nonsense that is written in “Holy Books”. I have concentrated myself on the Quran now, because of its literal explanation, it causes the most trouble at the moment…as it is shown by the political situation.
As you had mentioned quite correctly, the literal explanation of the bible has had disastrous consequences too. In the meantime, Christians had become a bit more peaceful because they went through a time of enlightenment due to criticism. Only by criticism the fatal sentences of the bible, that had been taken literally for centuries too, had been overcome and with it: Wiping of children; hatred towards women; death penalty; stoning for gathering wood at the Sabbath, adultery and homosexuality; cruel penalty and torture; slavery; cruelties towards animals and destruction of the environment; kings by Gods grace; threatening with devil and hell; hereditary guilt and hereditary sin; penis mutilation; disdain of reason and science; superstition; illiteracy; poverty and ignorance; stone age sexual morality; overpopulation; degradation of illegitimate children; intolerance; persecution of people with different religion and unbelievers; fanaticism in the name of the faith; holy wars…etc.
In the meantime, we are living in a semi-secular state, in which the values of the Enlightenment are applied, not the values of the bible, otherwise freedom of thought would not be possible here as it is in Islamic states.
Untergang Karthago’s
Der Untergang Karthagos

Audio
Der Untergang Karthagos hat mich immer fasziniert und erschüttert. Es ist eine unsäglich traurige Episode, die stellvertretend für die traurige Weltgeschichte steht.
Um 225 v. u. Z. hatten Rom und Karthago ihre Einflussbereiche im Mittelmeer vertraglich abgesteckt. Nach dem Ersten Punischen Krieg (endete 241 v. u. Z. mit römischem Sieg und Verlust Siziliens für Karthago) eskalierte die Rivalität erneut, als Karthago Sagunt in Spanien eroberte. Rom erklärte daraufhin den Zweiten Punischen Krieg; trotz Hannibals Erfolgen in Italien endete er 202 v. u. Z. mit einem Sieg Roms. Karthago verlor Flotte und Kriegselefanten, musste hohe Entschädigungen zahlen und war fortan in seiner Außenpolitik durch Rom eingeschränkt.
Als Massinissa von Numidien in den folgenden Jahrzehnten karthagische Gebiete annektierte, griff Karthago 153 v. u. Z. ohne römische Zustimmung militärisch ein. Rom nutzte den Vertragsverstoß als Vorwand für einen neuen Krieg. 149–146 v. u. Z. belagerten die Römer die Stadt; nach monatelangen Kämpfen und Hunger kapitulierte Karthago 146 v. u. Z. Die Stadt wurde zerstört, Zehntausende getötet oder versklavt; wenige Überlebende entkamen. Zeitgenössische Berichte schildern die Belagerung als brutale, endgültige Zerschlagung einer einst mächtigen Seemacht — oft zitiert als Erfüllung des römischen Leitsatzes „Karthago muss zerstört werden“.
Critic of Islam
Critic of Islam
Readers letter to the Tuebinger Tagblatt 15.05.2014
Islam, in its fundamental parts, the Quran and the Sharia, is an intolerant and totalitarian worldview, which aims to conquer and to dominate. Freedom of belief is granted only to those who, as it is usual in all totalitarian ideologies, have the “right faith” of the “chosen people”… this is mostly implanted or rather indoctrinated during the early childhood days. People of a different faith are in the domain of Islam, at best tolerated as human beings of second class. Civil rights and liberties for the person, the essential basis of our constitution, are not granted under Islamic rule.
On every page of the Quran, one can find any agitation against “unbelievers”. They are threatened with the eternal punishment of Allah. That comes from the fact that Mohammed was not great enough, and that his teachings were not convincing enough for many people. He, like his successors, had not been able to win people over; they had rather to compel them to Islam. Islam has not spread itself, but has been extended with much terror and violence. Why now should the spread of an intolerant ideology be supported by a liberal constitutional state?
Of course, Judaism and Christianity belonged to the intolerant and totalitarian world views, too. Judaism, however, does not want to missionise, and the persecution-furious “state-Christianity” in Europe has been overcome after a rage that lasted almost two thousand years. Islam must be forced into the limits of our constitutional liberal state, too, and the history of its spread must be explored and written truthfully.
Gottessohn
Gottessöhne
Gottesöhne
Im Laufe der Weltgeschichte haben sich Menschen der verschiedensten Kulturen nicht nur Götter ausgedacht, sondern auch Gottessöhne, die oft als Verbindung zwischen Göttern und Menschen dienten. Vor allem dienten sie Herrschern, die sich oft selbst als Gottessöhne oder als Nachkommen von Gottessöhnen bezeichneten, als Legitimation ihrer Herrschaft.
Gottessöhne mussten sich natürlich von Menschen unterscheiden. So wurde ihnen oft die jungfräuliche Geburt angedichtet oder sie überwanden den Tod durch eine Auferstehung.
Jungfräulich geborene Gottesöhne, die von den Toten auferstanden sind
| Name | Kultur / Religion | Eltern / Geburt (jungfräulich oder übernatürlich) | Tod & Auferstehung | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Dionysos | Griechisch | Semele empfängt Dionysos von Zeus; in der Spätantike teilweise als „jungfräulich Unberührt-Geborener“ interpretiert; zweite Geburt aus Zeus’ Schenkel. | Dionysos wurde zerstückelt (Orphik), wieder zusammengesetzt, erneut geboren. | Gott des Weins, der Ekstase, der Wiedergeburt. |
| Attis | Anatolisch / Phrygisch | Jungfrau Nana empfängt Attis durch Berührung eines mandelartigen Früchte-Symbols des Gottes Agdistis. | Attis stirbt unter einer Pinie; Kybele bittet die Götter – Attis wird erneuert bzw. wiederbelebt. | Begleiter der Kybele, vegetativer Fruchtbarkeitsgott. |
| Adonis / Tammuz | Semitisch / Griechisch | In einigen Traditionen jungfräuliche oder magische Empfängnis durch Myrrha/ Smyrna nach göttlichem Eingriff. | Tammuz/Adonis stirbt jährlich und kehrt zyklisch aus der Unterwelt zurück. | Sterbender und wiederkehrender Vegetationsgott. |
| Osiris (Horus als Sohn) | Ägyptisch | Isis empfängt Horus von Osiris, nachdem sie seinen zerstückelten Körper magisch rekonstruiert – jungfräuliches / magisch-außerordentliches Zeugungsmotiv. | Osiris wird getötet, zerstückelt und wiedererweckt; Horus repräsentiert ebenfalls zyklische Wiedergeburt. | Osiris ist Gott der Wiedergeburt; Horus göttlicher Herrscher-Sohn. |
| Mithras (Römisch-persisch) | Mithraskult | „Jungfräuliche Geburt“ aus einem Felsen (petra genetrix), also ohne Mutter. | Keine klassische Auferstehung, aber rituelles Mitsterben und Mit-Auferstehen der Anhänger; in späten Deutungen kosmische Erneuerungszyklen. | Erlöserfigur, Lichtgott, kosmischer Held. |
| Dumuzi | Mesopotamisch | Göttliche Geburt (Inanna + göttliche Abstammung); in späteren Texten jungfräuliche Konzeption. | Stirbt und steigt zyklisch wieder auf; Auferstehungsfeste historisch belegt. | Vegetations- und Erneuerungsgott. |
Weitere Gottessöhne
- Jesus Christus – Christentum
- Herkules (Herakles) – Sohn des Zeus und der Alkmene (griechische Mythologie)
- Perseus – Sohn des Zeus und der Danaë (griechische Mythologie)
- Apollon – Sohn des Zeus und der Leto (griechische Mythologie)
- Artemis – Tochter des Zeus und der Leto (in einigen Traditionen ebenfalls „Gotteskind“)
- Hathor-Söhne – verschiedene Götterkinder der Hathor (ägyptische Mythologie)
- Krishna – Inkarnation und Sohn von Vishnu in menschlicher Form (Hinduismus)
- Arjuna – Sohn des Gottes Indra (Hinduismus)
- Skanda (Kartikeya) – Sohn Shivas (Hinduismus)
- Baldur – Sohn Odins (nordische Mythologie)
- Thor – Sohn Odins (nordische Mythologie)
- Tyr – in einigen Quellen Sohn des Odin (nordische Mythologie)
- Quetzalcóatl – in einigen mesoamerikanischen Mythen Sohn der Himmelsgöttin (Azteken)
- Maui – in polynesischen Mythen ein Sohn göttlicher Wesen
Rot: Herrscher, die ihre Legitimation als Gottessohn erhielten
Ägypten
Horus – Sohn von Osiris und Isis
Anubis – in manchen Traditionen Sohn von Osiris und Nephthys
Khonsu – Sohn von Amun und Mut
Montu – Sohn von Amun
Pharaonen (allgemein) – galten als „Söhne des Ra“ oder „Söhne des Amun“
Imhotep (später vergöttlicht) – wurde in der Spätantike als Sohn des Ptah verehrt
Griechenland
Die Griechen haben die größte Zahl an Gottessöhnen, besonders durch Zeus.
Herakles – Sohn von Zeus & Alkmene
Perseus – Sohn von Zeus & Danaë
Dionysos – Sohn von Zeus & Semele
Minos, Rhadamanthys, Sarpedon – Söhne von Zeus & Europa
Apollo – in manchen lokalen Traditionen Sohn von Zeus & Leto
Artemis – wie Apollo
Helena von Troja – Tochter von Zeus
Polydeukes (Pollux) – Sohn von Zeus (Zwillingsbruder Kastor, der sterblich war)
Makedon / Magnes – eponyme Söhne des Zeus
Aias (Ajax) – in einigen Überlieferungen Sohn des Telamon und des Zeus (abweichend)
Pan – in manchen Versionen Sohn des Hermes
Asklepios – Sohn von Apollo
Aristeas – Sohn von Apollo
Orpheus – Sohn der Muse Kalliope und in manchen Mythen Apollons
Triptolemos – in Eleusis als Sohn einer Gottheit verehrt
Ion – Sohn von Apollo
Achilleus (Achilles) – Sohn der Meeresgöttin Thetis & des Königs Peleus
Aeneas (griech./trojan.) – Sohn von Aphrodite & Anchises
Rom
Romulus – Sohn des Kriegsgottes Mars
Remus – ebenfalls Sohn des Mars
Hercules (röm. Herkules) – identisch mit Herakles
Silvanus / Faunus – in manchen Traditionen göttliche Abstammung
Persisch–anatolischer Raum
Mithras
Im römischen Kult nicht als „Gottessohn“ bezeichnet
aber eine göttliche Erlöserfigur, aus einem Felsen „geboren“
Attis – jung sterbender Gott, Sohn der Nana/ Kybele in mythischer Zeugung
Tammuz / Dumuzi – göttlicher Liebhaber der Inanna, oft „göttlicher Sohn“ genannt
Semitischer Vorderer Orient
Baal – Sohn des Gottes El (in manchen Texten)
Melqart – Sohn von Baal oder El (je nach Epoche)
Yam, Mot – Söhne des höchsten Gottes El
Adonis – griechisierte Fassung des semitischen Adon / Tammuz
Altes Israel / Judentum
(Begriff „Sohn Gottes“ ist hier metaphorisch, aber wichtig.)
König David – im Psalter „Gottes Sohn“ (symbolisch)
Jüdische Könige generell – galten als adoptive Söhne Gottes
Engelwesen / „Gottessöhne“ – im Buch Genesis & Hiob (hebr. bene elohim)
Indien
In Indien ist es weniger „Gottessohn“ und mehr „Inkarnation“. Trotzdem:
Krishna – Avatar Vishnus, Sohn von Vasudeva und Devaki
Rama – Avatar Vishnus, Sohn von Dasharatha & Kaushalya
Skanda / Karttikeya – Sohn von Shiva
Ganesha – Sohn von Shiva & Parvati
Hanuman – Sohn des Windgottes Vayu
China
Fuxi – in Legenden Sohn des Himmels
Shennong – ebenfalls göttliche Herkunft
Kaiser als „Söhne des Himmels“ – politisch-religiöse Bezeichnung
Japan
Tenno (Kaiser) – gilt als direkter Nachkomme der Sonnengöttin Amaterasu
Ninigi-no-Mikoto – Enkelsohn von Amaterasu
Jimmu – erster Kaiser, göttlicher Abkömmling
Amerikas (Maya, Azteken, Inka)
Manco Cápac – Sohn der Sonne (Inkagott Inti)
Quetzalcoatl – göttlicher Kulturheld (nicht „Sohn”, aber göttliche Geburtstraditionen)
Hunahpu & Xbalanque (Maya) – Söhne des Himmelsgottes Hun Hunahpu
Nordische Mythologie
Thor – Sohn Odins
Vidar – Sohn Odins
Váli – Sohn Odins
Baldr – Sohn Odins
Sigi – Sohn von Odin (Ahnherr der Völsungen)
Skjöldr (Scyld) – Sohn Odins (Schildkönige)
Kelten und Briten
Cú Chulainn – Sohn des Lichtgottes Lugh
Aengus Óg – Sohn des Dagda
Bran der Gesegnete – Sohn des Meerengottes Llyr
Morrigan-Nachkömmlinge – diverse Kinder göttlicher Herkunft
Germanen & andere europäische Kulturen
Siegfried / Sigurd – in späteren Legenden göttliche Abstammung (Odin-Linie)
Alte Könige – z. B. Merowinger als „Söhne eines Meereswesens“
Herrscher, die als Gottessöhne galten.
| Herrscher / Dynastie | Kultur / Reich | Art der Vergöttlichung | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Alexander der Große | Griechen / Makedonien | Sohn des Zeus-Ammon | Zu Lebzeiten göttlicher Kult |
| Ptolemäer (z. B. Ptolemaios I., Kleopatra VII.) | Ägypten (hellenistisch) | Göttliche Herrscher, Inkarnationen von Isis/Osiris | Kult stark ausgeprägt |
| Julius Caesar | Römisches Reich | Postum vergöttlicht (divus Iulius) | Octavian nannte sich „Sohn des Gottes“ |
| Augustus | Römisches Reich | Sohn des vergöttlichten Caesar | Im Osten zu Lebzeiten als Gott verehrt |
| Weitere römische Kaiser (z. B. Claudius, Hadrian, Marcus Aurelius) | Römisches Reich | Postum vergöttlicht | einige durch „damnatio memoriae“ entgöttlicht |
| Pharaonen (alle Dynastien) | Altes Ägypten | Söhne des Re; Horus-Inkarnation | Zentrale religiöse Rolle |
| Naram-Sin | Akkad (Mesopotamien) | Erklärte sich selbst zum Gott | Sohn der Göttin Ishtar |
| Assyrische Könige | Assyrien | Söhne des Gottes Assur | Göttliches Mandat durch nationale Gottheit |
| Chinesische Kaiser (Tianzi) | China | „Sohn des Himmels“ | Kein Gott, aber göttliches Mandat |
| Japanischer Tennō | Japan | Abstammung von Amaterasu | Bis 1945 offiziell göttlich |
| Inka-Herrscher | Inka-Reich | Sohn des Sonnengottes Inti | Göttlicher Status zu Lebzeiten |
| Aztekische Herrscher | Azteken | Hohepriesterkönige mit göttlichem Rang | Zentrale religiöse Funktion |
Es gibt mehrere Dutzend antike Figuren, die eindeutig als Gottessöhne gelten.
