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Roland Fakler

Was Humanisten glauben

Was Humanisten glauben  –  von Roland Fakler

Wir glauben an das Diesseits an die Erde und an die Menschen! Wir haben nur diese Erde, auf der wir durch unbegreifliches Schicksal eine einmalige Chance erhielten, für kurze Zeit ein Leben in Bewusstheit zu führen. Nur Menschen können Liebe, Wärme und Gerechtigkeit in diese chaotische Welt bringen. Ein Gott, was immer das sei,  ist für uns nicht erkennbar. Bei der Erkenntnis der Welt vertrauen wir auf unsere Sinne, auf unsere Vernunft und auf die Wissenschaft, die wir nicht für unfehlbar halten. Ein realistisches Weltbild ist Voraussetzung für vernünftiges Handeln. Die Welt funktioniert nach unveränderlichen Naturgesetzen. Es gibt keine Wunder und keine Geister. Humanisten sind davon überzeugt, dass die Evolutionslehre die Entstehung der Welt und des Lebens besser erklärt als die Schöpfungsgeschichte.

Wir begreifen uns als lebendigen Teil einer  allumfassenden Natur, die wir im eigenen Interesse erhalten und bewahren wollen. Jedes Leben ist einmalig. Es hat einen Anfang und ein Ende und ist deswegen wertvoll und erhaltenswert. Säkulare Humanisten glauben nicht an ein Jenseits und nicht an die Unsterblichkeit der Seele. Die Seele ist die Summe aller unserer Empfindungen.  Körper und Seele bilden eine Einheit. Sie wachsen und vergehen zusammen. Nach dem Tod werden wir uns vermutlich fühlen wie vor unserer Geburt. Wir bemühen uns, das Beste aus diesem einen Leben zu machen, das uns Mutter Natur geschenkt hat. Wir müssen unserem Leben selbst Sinn geben. Für Humanisten ist es wichtig, eine „vernünftige“ Ethik zu entwickeln, die sich aus dem Zusammenleben mit anderen in der Gemeinschaft ergibt. Sie tun das Gute, um sich gut zu fühlen, nicht für einen Lohn im Jenseits. „Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst!“ Goethe

Für Humanisten gibt es keine Auserwählten und keine Verdammten, sondern nur Mitmenschen und verwandte Lebewesen. Sie sind tolerant gegenüber allen Toleranten und sie wehren sich gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung in aller Welt.

Sie treten ein für eine friedliche, gerechte und lebenswürdige Welt, in der alle Menschen ihr Glück suchen und finden können. Sie versuchen Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie bekennen sich zu den Werten der westlichen Welt, die aus der griechisch-römischen Antike und der Aufklärung  hervorgegangen sind und zur freiheitlich –  demokratischen Grundordnung mit Gewaltenteilung und allen Menschenrechten. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus – die Würde des Menschen ist unantastbar. Humanisten treten für eine strikte Trennung von Religion und Staat ein. Religion ist Privatsache. Nicht Indoktrination, sondern Information soll den Unterricht bestimmen.  Nicht blinder Glaube, sondern vernünftige Werte sollen gelehrt werden, die gemeinsamen Werte, die die Schüler im Leben verbinden und nicht die Glabuensätze, die sie in Konfessionen spalten. Deswegen sind wir für Ethikunterricht ab Klasse Eins. Für Humanisten ist Selbstbestimmung im Leben bis zum Tod sehr wichtig. Humanisten wollen eine gesunde und vernünftige Lebensweise, ohne Sucht und Drogen fördern und vorleben. Es ist uns bewusst, dass wir vieles nicht wissen, sondern nur vermuten können. Gerne lassen wir uns von Philosophen und weisen Menschen beraten, bei der Suche nach einem sinnerfüllten Leben auf der Basis humaner Werte. Bildung ist wichtig. Wir müssen zuerst an uns selbst verändern, was wir in der Welt verändert haben wollen. Wir setzen bei der Selbsterkenntnis und bei der Erweiterung unseres Horizonts auf den kritischen Dialog mit Andersdenkenden. Die Freiheit des Denkens und die offene Kritik sind wichtig für jeden Fortschritt.

Diesseitigkeit Unser diesseitiges Leben ist kostbar, weil es wahrscheinlich kein anderes gibt.
Mensch im Mittelpunkt Wir tun alles für den Menschen und nichts für Gott
Vernunft Wissenschaftliches Weltbild; die Welt läuft nach ewig gültigen Gesetzen ab; keine Wunder
Demokratie Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Offene Gesellschaft
Rechtstaatlichkeit Die Gesetze werden von freigewählten Abgeordneten gemacht und gelten für alle gleichermaßen
Menschenrechte Meinungsfreiheit – Weltanschauungsfreiheit – Toleranz 

Selbstbestimmung über den eigenen Körper im Leben und im Tod; gegen Beschneidung für selbstbestimmten Tod;

 

 

Siehe auch: Vernünftiges Denken statt Blindem Glaubem – von klein auf!