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Roland Fakler

Showing posts from: September 2014

Baum der Erkenntnis

Leserbrief 2013-05-04

Legendenbildung

Wer einmal vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, kann nicht mehr zurück in das Paradies kindlichen Glaubens!

Da die Menschen ihre irdische Heimat sehr oft als Jammertal empfunden haben, taucht die Idee vom Weltenerlöser, vom kommenden Retter und Heiland schon im 3. Jahrtausend v. Chr. in Ägypten auf, später in Babylon und vor allem in der iranischen Religion Zarathustras. Diese Messias-Idee ging in das Alte Testament der Juden ein. Die Juden glaubten auch, dass Sünde nur durch ein Blutopfer getilgt werden könne. Außerdem war der Glaube an leidende, sterbende, gekreuzigte und wiederauferstandene Götter und Gottessöhne im Nahen Osten weit verbreitet. Von den Toten auferstanden sind am dritten Tage, der ägyptische Osiris und der phrygische Attis; auferstanden sind weiter der babylonische Tammuz und die griechischen Heroengötter Herakles und Dionysios. Dieser sogar alljährlich im Frühling.

Besonders der frühe und tragische Tod eines geliebten Menschen ist etwas so Schmerzliches, dass ihn die Angehörigen nur ertragen können, wenn sie dafür irgendeine sinnvolle Erklärung finden. Sie neigen in dieser Situation zur Legendenbildung. So haben die Jesusjünger, vor allem Paulus, den Tod ihres Meisters mit anschließender Auferstehung von den Toten gemäß den Vorgaben, die sie in ihrem Kulturkreis fanden (siehe oben), als notwendiges Sühneopfer zur Erlösung der Menschheit gedeutet.

Ein Gläubiger darf dabei Dichtung und Wahrheit getrost vermischen, ein Historiker will die Wahrheit wissen und ein Pfarrer steht dazwischen!

Elia

Leserbrief an das Tagblatt 2013-02-23

Oh Schreck!

Der Leserbrief von Herrn Beyerhaus und eine Einladung zu einem Gesprächskreis mit dem Professor haben mich heute auf die Internetseite der „Bekenntnisbruderschaft“ gelockt. Aber, „Oh Schreck“, da tritt mir unter dem Stichwort „Glaubenskampf“ Elia mit flammendem Schwert entgegen. Sie wissen, der Elia, der sich vor geraumer Zeit unsterblichen Ruhm und Gottes Lob erworben hat, indem er 450 Baalspriester zum Bach Kison hinuntergeführt und abgeschlachtet hat. 1Kön. 18:40. Angesichts solcher Vorbilder frage ich mich: Was hindert die Bruderschaft eigentlich daran, ihrem Vorbild nachzueifern? Es gibt auch in Tübingen zahllose Leute, die die Frechheit haben, mit dem falschen, manche sogar ohne Gott frei herumzulaufen. Was hindert sie daran, sie zum Neckar hinunterzuführen und abzuschlachten…für ihr Seelenheil und zum Ruhme Gottes. Sind sie etwa lau geworden in ihrem Glaubenseifer? Trauen sie vielleicht ihrer „Heiligen Schrift“ nicht mehr? Oder fürchten sie gar weltliche Mächte, wo sie doch sicher mit Gottes Hilfe rechnen können?

Frau K. empört sich über meinen Leserbrief.

Meine Antwort: 2013-02-01

Betrifft: Antwort auf den Leserbrief von Frau Killus vom: 28.2.2013

Und das Seelenheil dazu

Liebe Frau K., es war doch wohl klar, dass mein Leserbrief ironisch gemeint war. Dank Frau Dufft und Frau Ludwig hatten inzwischen alle Leserbriefschreiber die Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch mit Herrn Seibt und Herrn Beyerhaus. Herr Beyerhaus hat mir bei dieser Gelegenheit verziehen. Dennoch sind wir unterschiedlicher Meinung.

Auch wenn man im christlichen Abendland die Abschlachtung der Baalspriester seit Jahrhunderten als eine glänzende Heldentat feiert, halte ich es für eine eher bedenkliche als rühmliche Sache, Menschen abzuschlachten… und seien es auch „nur“ falschgläubige Priester. Obwohl das wahrscheinlich ohnehin nur eine Legende ist, haben selbst Augustinus und einige Päpste die Verfolgung Andersgläubiger immer wieder mit diesem „glorreichen“ Beispiel gerechtfertigt. Dabei ist reales Blut unschuldiger Menschen vergossen worden, die damals den richtigen Gott so wenig erkennen konnten wie wir heute.

Ich muss das heftig kritisieren, weil ich für eine Welt eintrete, in der die Menschen ihren Glauben frei wählen können. Für Religionen, die mit Feuer und Schwert missionieren, darf es hier keinen Platz mehr geben. Ich glaube auch, dass die Menschen diese dumme Art bekehrt zu werden, diese ständige Bedrohung und Vergewaltigung durch die Religion gründlich satt haben. Ich habe mich in einem Buch damit ausführlich beschäftigt.

Meine Botschaft wäre: Glaubt nicht so viel Unsinn, sondern übt tätige Nächstenliebe, dann kommt das Himmelreich auf Erden und das Seelenheil dazu!

Die wahre Wahrheit

Leserbrief im Tagblatt 2013-01-24

Zum Leserbrief von Hochschulpfarrer Michael Seibt 21.01.2013 der schreibt, dass die Bibel aus „Legenden, Sagen, Mythen, Gedichten, Symbolen und Metaphern besteht, deren Wahrheit sich nicht auf historische oder „objektive“ Fakten bezieht.“

Die wahre Wahrheit

Es ist erfreulich, aber auch erstaunlich, dass ein Pfarrer so aufklärerische Worte über die Bibel schreibt. Von Theologen ist man ja eher gewohnt, dass sie die Gehirne ihrer Hörer mit Wortwolken in Nebel hüllen. Das mag für manche tröstlich sein im irdischen Jammertal, andere verführt es zu Rechthaberei auf schwankendem Grund. Letztlich ist es eben die „wahre Wahrheit“, nicht die unzähligen „Glaubenswahrheiten“, die dazu führt, dass die Menschen vernünftig miteinander umgehen, dass sie sich nicht ständig wegen ihrer gegensätzlichen „Glaubenswahrheiten“ die Schädel einschlagen. Die „wahre Wahrheit“ kann aber nur durch freie Forschung ermittelt werden. „Glaubenswahrheiten“ basieren auf Mythen, Dogmen, menschlichen Wünschen und der Absicht, damit Herrschaften zu errichten.

Mohrendebatte

Leserbrief an das Tagbatt 2013-01-09

Negativ und dunkel

Darf man „Mohrenköpfe“ so nennen oder Neger sagen? Eine endlose Debatte im Schwäbischen Tagblatt.

Eigentlich wollte ich mich nicht in die „Mohrendebatte“ einschalten, aber nachdem die nun schon Aussichten hat, zu einer universitären Disziplin zu werden, möchte ich noch mein Scherflein beitragen. Ist den Leuten, die die Bezeichnungen „Mohren“ und „Neger“ mit der Bezeichnung „Schwarze“ ersetzt sehen wollen, schon klar geworden, wie negativ und dunkel diese Bezeichnung ist? Ist es nicht die Nacht, die schwarz ist, im Gegensatz zum Tag? Reden wir nicht von „Schwarzen Tagen“, wenn wir unheilvolle Tage meinen. Glaubte man nicht den Teufel in „Schwarzen Katern“ und schieben wir nicht jemandem den „Schwarzen Peter“ zu, wenn wir ihm nicht gut gesonnen sind? Also jemanden als „Schwarz“ zu bezeichnen kann ja wohl keine Lösung sein, sondern höchstens eine neue rassistische Variante. Suchen sie sich bitte einen positiveren Ausdruck! Vielleicht könnte man „Schwarze“ ja einfach als Menschen bezeichnen, deren Melanosomen länger in den Keratinocyten verweilen.

Gott: eine gute Idee?

Leserbrief an Philosophiemagazin: 2013-01-07

Ist Gott eine gute Idee?

„Ist Gott eine gute Idee“. Nun, es kommt darauf an, wie man diese Idee auslegt. Das ist das Problem. Es gibt so viele verschiedene Vorstellungen von Gott und den Göttern wie es Gläubige gibt, eben weil eine Idee nur eine Idee ist. Frau Käßmann führt selbst ein lustiges Beispiel an: „Gott sieht alles“, glaubt der Pfarrer, „aber er petzt nicht“, glauben die Kinder. Viele Gläubige, und das ist kein Witz, glauben: „Gott steht immer auf der Seite der Rechtgläubigen und Auserwählten, zu denen ich gehöre“. Vor 200 Jahren hätte es unter Katholiken wahrscheinlich als eine „gute Tat“ gegolten, dem evangelischen Pfarrer die Äpfel zu stehlen. …Und Jahrtausende lang, bis heute, fühlten sich die Auserwählten Gottes im Recht, wenn sie die Falschgläubigen bestahlen, verfolgten, ausrotteten…mit Gottes Hilfe, oft auf Gottes Befehl. Da ist es doch wesentlich sinnvoller, vernünftige Prinzipien = Menschenrechte für alle Menschen zu verkünden und sie mit irdischen Mitteln durchzusetzen.

Judenhass

Leserbrief an das Tagblatt 2012-11-27

Ursprung des Judenhasses

Dem Leserbrief von Herrn X kann ich voll zustimmen, möchte aber noch Folgendes ergänzen. Der christliche Hass auf die Juden, die in Jesus nicht den lange erwarteten „Messias“ erkennen wollten (konnten) und sich angeblich als „Gottesmörder“ schuldig gemacht haben, beginnt nicht erst mit den Kirchenvätern und mit Luther, sondern schon mit den ersten christlichen Autoren. Der Jude Paulus bezeichnete den ganzen geistigen Besitz der Juden als „Kot“ (Phil 3; 8), bei Matthäus (Mat. 23:33) werden die Juden als „Schlangen- und Otterngezücht“ bezeichnet und der Ausdruck, dass die Juden „Kinder des Teufels“ sind, stammt nicht etwa von Goebbels, sondern vom Evangelisten Johannes (Joh. 8:44).

Der Ursprung des Judenhasses geht aber noch viel weiter zurück in die Antike. Die Juden wurden von den Ägyptern, Babyloniern, Griechen, Römern…als „Fremdkörper“ empfunden, weil die Juden sich für das einzig von Gott auserwählte Volk hielten, weil sie selbst jede Gemeinschaft und Ehe mit den „Götzendienern“ ablehnten. Das erzeugte natürlich eine Gegenreaktion. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schreibt über die Juden: Die Juden seien „den Göttern verhasst und den übrigen Religionen entgegengesetzt“. Er wirft ihnen Verachtung der Götter und des Vaterlandes vor. „Sie halten zusammen und betrachten den Rest der Welt mit Feindschaft“.

Zehn Gebote und Menschenrechte

Zehn Gebote und Menschenrechte

Immer wieder hört man die Behauptung die „Zehn Gebote“ seien Grundlage der Menschenrechte. Hier meine Untersuchung:

2 Mose 20Luther Bibel 1545 (LUTH1545)

20 Und Gott redete alle diese Worte:

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.

Ich stamme nicht aus dieser Gegend, muss mich also fragen, ob ich auch gemeint bin? Eher nicht!

  1. Gebot Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
  • Dieses 1. Gebot widerspricht der freien Wahl der Weltanschauung!
  • Außerdem räumt Gott damit ein, dass es auch noch andere Götter geben könnte.
  • 2 Mose Ex:34:12 „Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, damit sie dir nicht zum Fallstrick werden in deiner Mitte; sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Steinmale zerbrechen und ihre heiligen Pfähle umhauen; denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der Herr heißt ein Eiferer; ein eifernder Gott ist er.“

Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.

Bildende und dichtende Künstler waren offensichtlich nicht die Lieblingskinder Gottes. Dichten tut er lieber ohne Konkurrenz.

Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.

Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;

Wie könnte man jemanden hassen, der nicht da ist?

  • Das widerspricht unserer Vorstellung von Schuldhaftigkeit! Kinder sind nicht schuldig für Verbrechen der Väter und dürfen dafür auch nicht bestraft werden. Das ist archaisches Denken. Das ist Sippenstrafe!

und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.

… den anderen sollte man möglichst nichts Gutes tun? Nur den Rechtgläubigen?

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

  • Das widerspricht der Meinungsfreiheit!

Gedenke des Sabbattags, dass Du ihn heiligest.

Das widerspricht der Freiheit, den Sonntag so zu begehen, wie es einem beliebt.

  • Diese ersten drei Gebote begründen eine hierarchische Ordnung, mit einem obersten Herrn, der bedingungslose Anbetung fordert, keineswegs eine demokratische.
  • Das Verhältnis von Gott und Mensch, auf dem das Judentum aufbaut ist dasselbe wie zwischen Pharao und rechtlosem Volk. Sie haben die Gottkönige Babylons vor Augen, vor denen das Volk in den Staub kriechen musste.

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken;

10 aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.

11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

  • Inzwischen wissen wir, dass die Entstehung der Welt entwas länger gedauert hat und dass da wohl kein allmächtiger und allweiser Gott dahinter steckt.

12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt.

  • Man kann einem Kind nicht befehlen eine Rabenmutter oder einen tyrannischen Vater zu verehren. Das Gebot ist gut gemeint, aber überflüssig.
  • „Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald. Sprüche 13:24“ Dafür soll der Sohn den Vater auch lieben. Mädchen zählen nicht.

    Math 15:4 Gott hat geboten: „Du sollst Vater und Mutter ehren; wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.“

13 Du sollst nicht töten.

Normalerweise sollte man seinen Kumpel und Glaubensgenossen nicht töten, außer: wenn jemand am Saabat Holz holt; oder wenn jemand Ehebruch begeht oder wenn jemand Vater und Mutter fluch (Siehe oben): 

3 Mose 20:10 Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.

oder homosexuelle Handlungen oder wenn er Gott lästert oder wenn er seinen Sohn (Abraham / Isaak) oder seine Tochter (Jeftha) opfern will.  Andere Völker darf man sehr wohl töten, im großen Stil und im Auftrag Gottes:

5 Mose Dt. 20:16 „Aber in den Städten dieser Völker, die dir der Herr, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat,…“

Jesaja 13:16 „Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden. 17 Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen, 18 sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen.“

Josua 6:21 … „und verbannten alles, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts: Mann und Weib, jung und alt, Ochsen, Schafe und Esel.“

14 Du sollst nicht ehebrechen.

15 Du sollst nicht stehlen.

Nicht den Esel und Ochsen des Nächsten, aber Raubzüge im großen Stil und noch dazu im Auftrag Gottes sind erlaubt.

4Mose 31 Alle Menschen und und das ganze Vieh: das sie erbeutet und geraubt hatten: nahmen sie mit. Sie brachten die Gefangenen und die geraubte Beute zu Mose: zum Priester Eleasar und zur Gemeinde der Israeliten in das Lager in den Steppen von Moab am Jordan bei Jericho.

16 Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

  • Diese drei Gebote sind Binsenweisheiten: Du sollst nicht ehebrechen, nicht lügen, nicht stehlen, nicht töten sind notwendig für jede Gesellschaft. Deswegen hat es diese Gebote in allen Kulturen, – 2100 im Codex Ur-Nammu, im Totenbuch der Ägypter -2000, in den Gesetzen des babylonischen Königs Hammurabi -1700, in China, in Indien, in Amerika gegeben, ohne dass sie etwas von einem Herrn Moses und seinen Geboten gewusst haben.

17 Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.

  • Hier wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass Sklaverei etwas Natürliches und keineswegs etwas Verwerfliches ist, denn Knecht meint hier Sklave.
  • Außerdem werden hier Frauen und Esel in einem Satz zum Besitztum eines Mannes gezählt. Das ist Nicht gerade fortschrittlich oder vorbildlich.
  • Mit dem Pauluswort, Röm 13:1 dass alle Obrigkeit von Gott verordnet wird, ist nicht die Demokratie, sondern die absolute Herrschaft der Könige von Gottes Gnaden gerechtfertigt worden. Ebenso ist wohl das Jesuswort gemeint: Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist. Demokratie lässt sich weder mit dem Alten noch mit dem Neuen Testament begründen.
  • Paulus und mit ihm die katholische Kirche rechtfertigten auch die Todesstrafe, den Kriegsdienst und die Sklaverei und verflucht die Homosexualität. Er hält auch die Frauen für minderwertiger, was sie in der katholischen Kirche immer noch sind. Widerspricht also der Gleichberechtigung von Mann und Frau.
  • Die Menschenrechte und die Idee, dass alle Staatsgewalt vom Volk auszugehen hat, wurde im Zeitalter der Aufklärung, von Männern wie John Locke, David Hume, Thomas Paine,  Thomas Jefferson… gegen den heftigen Widerstand der Religionen trotz Verfolgung und enormen Blutverlusten von Freidenkern erkämpft. Erst durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert wurden die Sklaverei, die Todesstrafe, barbarische Strafen und die Folter abgeschafft und die Frauen gleichberechtigt. Das ist die Wahrheit! Die erste Schrift, in der die Abschaffung der Sklaverei gefordert wird, stammt von dem Aufklärer Thomas Paine 1775. Auch Friedrich Daniel Schubart 1739-1791 und Voltaire haben die Sklaverei und die Leibeingenschaft heftig kritisiert. Beteiligt waren damals, spät genug, auch einige Christen, William Wilberforce, Quäker und Methodisten 1789.
  • Die Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen wurde schon 300 Jahre vor Jesus in der griechisch – römischen Philosophie der Stoa gelehrt. Den fairen Umgang mit der Natur und den Tieren kann man besser aus den Naturreligionen der Indianer, aus Buddhismus und Hinduismus lernen als aus dem Christentum.

Erbauliche Legenden

Leserbrief im Tagblatt am 2012-11-14

Erbauliche Legenden über den Hl. Martin

Wenn an die Pogromnacht erinnert wird, wenn über das Verhalten von Ehrenbürgern oder über den Tübinger Vertrag diskutiert wird, geht es immer darum, geschichtliches Handeln zu bewerten und daraus Maßstäbe für die Gegenwart und Zukunft abzuleiten. Wenn dabei jemand unverdiente Ehren einbüßt, liegt das an einer Neubewertung aufgrund der wahren Geschichte.

So werden auch über den Heiligen Martin allerlei erbauliche Legenden erzählt. Was die meisten aber nicht wissen, ist die wahre Geschichte. Dazu gehört, dass der Bischof von Tours zu seiner Zeit, um 380, an der Spitze von Mönchen durch seine Diözese gezogen ist und die Götzenbilder, Tempel und heiligen Bäume der „falschgläubigen Heiden“ zerstört hat. Es gibt auch noch andere heilige Brandstifter, die sich durch das Niederbrennen von heiligen Hainen, Tempeln und Synagogen „unsterblichen Ruhm“ erworben haben z.B. der Heilige Kyrill oder der Heilige Marcellus. Die Sieger schreiben die Geschichte in ihrem Sinne oder besser: Sie verschweigen, was nicht in ihrem Sinne ist.

Tübinger Vertrag

Leserbrief im Tagblatt: Zum Tübinger Vertrag 2012-10-25

Mit Geschmäckle

Mit dem Tübinger Vertrag hat die Tübinger Oberschicht, „die Ehrbarkeit“, Herzog Ulrich Rechte abgehandelt. Sie musste dafür den Herzog bei der Niederschlagung eines Bauernaufstandes unterstützen. Wenn man das traurige Schicksal der Bauern mit einbezieht, war das aus heutiger Sicht nicht nur ein „ehrenhafter“ Vertrag. Den Bauern wurde ein Widerstandsrecht gegen die Willkürherrschaft des Herzogs ausdrücklich versagt. Bei einer Ausstellung müsste zumindest die hoffnungslose Lage der Bauern, die seit Jahrhunderten von Adel und Geistlichkeit ausgebeutet und nun von den Tübinger Honoratioren verkauft und verraten wurden, gebührenden Raum einnehmen. Es sollte besser mit kritischen Fragen als mit euphorischem Jubel erinnert werden. Wieso konnten Herrscher überhaupt unbeschränkte und unkontrollierte Macht gewinnen? Wieso konnten sie ihre Legitimität von „Gottes Gnaden“ herleiten und über ein rechtloses und unmündiges Volk herrschen? Wie sind diese ungerechten und ungerechtfertigten Herrschafts- und Wirtschaftsstrukturen entstanden? Der Tübinger Vertrag ist eine Magna Charta mit Gschmäckle, aber eine Ausstellung könnte durchaus aufklärend wirken.

Gerade die Eiferer

Leserbrief am 2012-10-02 im Tagblatt

„Lieber fünf religiöse Eiferer als gar keinen (religiösen) Kontakt“, meint Frank Mentrup. Dazu kann ich nur sagen: Gerade die religiösen Eiferer waren und sind es, die mit ihrer beschränkten Weltsicht die Hölle auf Erden geschaffen haben, die es im Jenseits nicht gibt. Sie waren es, die die Gräben zwischen Menschen vertieft haben, die sich ohne konfessionelle Prägung wahrscheinlich als Mitmenschen und nicht als Recht- und Falschgläubige wahrgenommen hätten.