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Roland Fakler

Erbsünde

Kritik an den Grundlagen des paulinischen Christentums

Alles sehr unvernünftig!

Sind wir mit einer Erbschuld belastet, weil ein fiktives, nie real existierendes, legendäres Paar einst im Paradiesgarten gegen den Willen Gottes nach Erkenntnis gestrebt hat?

Erstens würde ich dieses Streben als ein lobenswertes, verständliches, keineswegs verwerfliches Streben bewerten; zweitens: Wenn die Bibel das nun mal als Sünde einstuft: Kann Schuld über zig Generationen vererbt werden?

– Das ist nicht vernünftiges, sondern jüdisches Denken. Nach unserer heutigen Rechtsauffassung, die ich teile, kann man nur durch eigenes, selbstverantwortliches Handeln schuldig werden.

Niemand ist schuldig, weil seine Mutter ein Verbrechen begangen hat.

Können wir, angenommen wir hätten eine Erbschuld, dadurch von dieser befreit werden, dass der Sohn Gottes für uns elendig am Kreuz stirbt?

– Das ist wieder sehr unvernünftiges, jüdisches, sogar jungsteinzeitliches Denken. Schuld kann nicht durch ein Blutopfer getilgt werden. Man kann sich nicht von Schuld befreien, indem man einem Sündenbock alle Schuld auflädt und ihn mit dieser Last in die Wüste schickt. Gemäß meiner Vernunft funktioniert das nicht! Wenn überhaupt, können wir Schuld nur dadurch abmildern, dass wir uns bei den Opfern entschuldigen, dass wir bereuen und dass wir uns um Wiedergutmachung bemühen.