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Roland Fakler

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Was zu tun ist

Ammerbuch

Was zu tun ist

Eine Art finaler Leserbrief zu allen bisherigen Wahlkampfleserbriefen.

20.09.2017 Roland Fakler, Ammerbuch

Da ich im Wahl-O-Mat bei keiner Partei auf mehr als 50 Prozent komme, sage ich hier, was zu tun ist.

Wichtigstes Thema: Flüchtlinge. Deutschland kann und soll helfen, aber Deutschland hat viele aufgenommen und ist ein dichtbesiedeltes Land, es soll nicht weiter zugebaut werden. Wir brauchen nachhaltigen Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Es muss eine gesamteuropäische Lösung und globale Anstrengungen geben, das Elend in der Welt zu mindern. Gerechte, nicht ausbeuterische Wirtschaftsweise. Familienplanung ist das wichtigste Gebot für Länder, die ihre Bevölkerung nicht ernähren können. Das Asylrecht ist für politisch Verfolgte. Zuwanderer haben eine Verpflichtung, sich um Integration zu bemühen und deutsch zu lernen. Parallelgesellschaften, Scharia-Recht und Hassprediger haben keinen Anspruch auf Toleranz. Wer unsere freiheitliche Ordnung bekämpft, verwirkt sein Recht auf Asyl. Die Wahlen in der Türkei haben gezeigt, wie verhängnisvoll die doppelte Staatsbürgerschaft sein kann. Die Türkei gehört derzeit nicht zu Europa und sollte auch nicht zur Nato gehören. Beide sind wichtige Pfeiler unserer Sicherheit. Keine Rüstungsexporte außerhalb der Nato. Für einen Beruf muss man sich eignen, deswegen Berufsarmee. Totale Energiewende, die uns unabhängig macht von Öl und Gas aus Terrorstaaten. Hilfe für die Armen im Inland. Gleichberechtigung von Säkularen und Religiösen. Humanistische Leitkultur. Ethikunterricht für alle mit dem Erziehungsziel: Achtung der Menschenrechte und der demokratischen Grundordnung.

Was ist säkularer Humanismus

Was ist säkularer Humanismus?

Was Humanisten gut finden! von  Roland Fakler

Diesseitigkeit – Menschlichkeit

Unsere Hoffnungen liegen im Diesseits. Die Erde ist unsere Heimat. Wir glauben an den Menschen!

Wir haben nur diese Erde, auf der wir durch eine zufällig wirkende, unpersönliche Schicksalsmacht eine einmalige Chance erhielten, für kurze Zeit ein Leben in Bewusstheit zu führen. Nur Menschen können Liebe, Wärme und Gerechtigkeit in diese chaotische Welt bringen. Ein Gott – was immer das sei – ist für uns nicht erkennbar. Das Universum verhält sich genau so, wie wenn kein „steuerndes Wesen“ da wäre. Es folgt blind den Naturgesetzen.  Wir sind mitverantwortlich, für das, was auf diesem Planeten geschieht – sofern dies in unserer Macht liegt. Wenn die Menschen keine gerechte Welt schaffen, wird es keine geben und wenn sie ihre Umwelt zerstören, rauben sie sich die Lebensgrundlagen.

Vernunft – Wissenschaftlichkeit

Bei der Erkenntnis der Welt vertrauen wir auf unsere Sinne, auf unsere Vernunft und auf die Wissenschaft, die wir nicht für unfehlbar halten. Wissenschaft muss dem Menschen dienen. Ein realistisches Weltbild ist Voraussetzung für vernünftiges Handeln. Die Welt funktioniert nach unveränderlichen Naturgesetzen. Es gibt keine Wunder und keine Geister.  Die Evolutionslehre erklärt uns die wirkliche Entstehung der Welt und des Lebens wissenschaftlich.  Die Schöpfungsgeschichten der verschiedenen Religionen sind Mythen, nicht Wahrheit.

Bewahrung der Natur

Wir begreifen uns als lebendigen Teil einer  allumfassenden Natur, die wir im eigenen Interesse bewahren wollen. Auch Tiere haben Rechte und dürfen nicht unnötig gequält werden. Deswegen sind wir gegen das Schächten von Tieren aus religösen Gründen und gegen Massentierhaltung. Jedes Leben ist einmalig. Es hat einen Anfang und ein Ende und ist deswegen wertvoll.

Einheit von Körper und Geist = Seele

Säkulare Humanisten glauben nicht an ein Jenseits und nicht an die Unsterblichkeit der Seele. Die Seele ist die Summe aller unserer Empfindungen.  Körper und Seele bilden eine Einheit. Sie wachsen und vergehen zusammen. Nach dem Tod werden wir uns vermutlich fühlen wie vor unserer Geburt – nämlich gar nicht! Das scheint mir ein angenehmer Zustand zu sein, den ich nicht fürchten muss. Wir bemühen uns, das Beste aus diesem einen Leben zu machen, das uns Mutter Natur geschenkt hat. Wir müssen unserem Leben selbst Sinn geben.

Vernünftige Ethik

Für Humanisten ist es wichtig, eine „vernünftige“ Ethik zu entwickeln, die sich aus dem Zusammenleben mit anderen in der Gemeinschaft ergibt. Für uns gilt die „Goldene Regel“: „Was du nicht willst, das dir man tu, das füg‘ auch keinem andern zu!“ Sie tun das Gute, um sich gut zu fühlen, nicht für einen Lohn im Jenseits. „Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst!“ Goethe

Wir verachten grausame Strafen, Folter, Todesstrafe, Sklaverei, fühlen uns verbunden mit allen Menschen und Lebewesen und treten ein für eine gerechte Welt auf der Basis humanistischer Werte.

Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Menschenrechte

Für Humanisten gibt es keine Auserwählten und keine Verdammten, sondern nur Mitmenschen und verwandte Lebewesen. Sie sind tolerant gegenüber allen Toleranten und sie wehren sich gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung in aller Welt. Keine Weltanschauung darf die andere beherrschen wollen. Es gilt Gleichheit aller vor dem Gesetz.

Sie treten ein für eine friedliche, gerechte und lebenswürdige Welt, in der alle Menschen ihr Glück suchen und finden können. Sie versuchen Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie bekennen sich zu den Werten der westlichen Welt, die aus der griechisch-römischen Antike und der Aufklärung  hervorgegangen sind und zur freiheitlich –  demokratischen Grundordnung mit Gewaltenteilung und unveräußerlichen Menschenrechten. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Diese Grundordnung ist es wert, verteidigt zu werden.

Religion ist Privatsache

Humanisten treten für eine stärkere Trennung von Religion und Staat ein. Nur so ist gleichberechtigte Vielfalt möglich. Religion sollte nicht in das Leben von Menschen  eingreifen, die sich davon belästigt fühlen: Kirchengeläut; Muezzinruf; Tanzverbot an Karfreitag; Fastenzwang im Ramadan… Nicht Indoktrination, sondern Information soll den Unterricht in den Schulen bestimmen. Es widerspricht der Idee, selbstdenkende und mündige Bürger heranzubilden, wenn man Kinder von klein auf religiös indoktriniert, mit unvernünftigen Regeln terrorisiert (Kopftuchzwang) und mit unwiderruflichen Brandzeichen stigmatisiert (Beschneidung).

Bringt den Kindern vernünftige Verhaltensregeln bei und lasst sie spielen, denken und fragen – Ethik ab Kindergarten! Schräge Ideen können sie sich später reinziehen.

Toleranz hat seine Grenzen, wenn andere intolerant sind und nach Herrschaft und Dominanz streben. Wir möchten die Gleichberechtigung aller Weltanschauungen in einem säkularen Staat. Nicht blinder Glaube, sondern vernünftige Werte sollen gelehrt werden, die gemeinsamen Werte nämlich, die die Schüler im Leben verbinden und nicht die Glaubenssätze, Märchen, Legenden und Dogmen, die sie in Konfessionen spalten. Deswegen sind wir für Ethikunterricht ab Klasse Eins und im Kindergarten.

Selbstbestimmung und Toleranz

Für Humanisten ist Selbstbestimmung sehr wichtig. Sie möchten selbst über ihre Sexualität und ihren Tod bestimmen können. Sie lehnen die Beschneidung von unmündigen Buben und Mädchen aus religiösen Gründen ab. Das Leben ist nicht einfältig, sondern vielfältig. Deswegen muss man tolerant sein für die Vielfalt des Lebens (Homosexualität).

Humanisten wollen eine gesunde und vernünftige Lebensweise, ohne Sucht und Drogen fördern und vorleben.

Offenheit und Lernfähigkeit

Es ist uns bewusst, dass wir vieles nicht wissen, sondern nur vermuten können. Gerne lassen wir uns von Philosophen und weisen Menschen beraten, bei der Suche nach einem sinnerfüllten Leben auf der Basis humaner Werte. Bildung ist wichtig. Wir müssen zuerst an uns selbst verändern, was wir in der Welt verändert haben wollen. Wir setzen bei der Selbsterkenntnis und bei der Erweiterung unseres Horizonts auf den kritischen Dialog mit Andersdenkenden. Die Freiheit des Denkens und die offene Kritik sind wichtig für jeden Fortschritt.

Kurze Zusammenfassung

Diesseitigkeit Unser diesseitiges Leben ist kostbar, weil es wahrscheinlich kein anderes gibt.
Mensch im Mittelpunkt Wir tun alles für den Menschen und nichts für Gott
Vernunft Wissenschaftliches Weltbild; die Welt läuft nach ewig gültigen Gesetzen ab; es gibt keine Wunder
Demokratie Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Offene Gesellschaft
Rechtstaatlichkeit Die Gesetze werden von freigewählten Abgeordneten gemacht und gelten für alle gleichermaßen
Menschenrechte Meinungsfreiheit – Weltanschauungsfreiheit – Toleranz 

Selbstbestimmung über den eigenen Körper im Leben und im Tod; gegen Beschneidung; für selbstbestimmten Tod;

Vergleich mit den Religionen:

Säkularer Humanismus Religion
Diesseitigkeit im Mittelpunkt – Mensch im Mittelpunkt Jenseitigkeit – Gott im Mittelpunkt
Das richtige Leben findet im Diesseits statt Das Erdenleben muss im Hinblick auf die Unsterblichkeit im Jenseits geführt werden.
Individualität – Bildung Unterordnung unter geistige Führer
Wir müssen die Welt verändern Ergebung in den Willen Gottes
Leitung durch den eigenen Verstand Leitung durch geistliche Führer, heilige Bücher, Propheten
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind maßgebend Heilige Bücher sind maßgebend
Wir können vieles nicht wissen, sondern nur vermuten Die heiligen Bücher sind unfehlbar Gottes Wort und wissen alles
Es gibt keine Götter, keine Wunder, keine Geister, keinen Himmel, keine Hölle, kein Endgericht, keinen Lohn und keine Strafe und keine Angst davor. Nach dem Tod herrscht ewige Ruhe, wie vor unserer Geburt. Gott wird nach dem Tod die Guten mit dem ewigen Leben im Himmel  belohnen und die Bösen mit ewigen Höllenqualen bestrafen. In Wundern beweist er seine Existenz.
Alle Menschen sind Mitmenschen Es gibt Auserwählte und Verdammte.

 

ID: adfdef0b76ca4a09a49d6690a77b49f2

 

Siehe auch: Vernünftiges Denken statt Blindem Glaubem – von klein auf!

DE- GB Universell für alle – Die goldene Regel

For  English speaking readers I will translate my most important contributions into English. Look at DE = for German and GB= for British in the headline.

German  Leserbrief im Tagblatt am 17.09.2015

Woher kommen die Menschenrechte? Schon die Zehn Gebote wurden natürlich nicht von einem Gott auf einem Berg diktiert. Vielmehr wollten Könige, Priester und Propheten dem Volk weismachen sie seien von Gott, damit sie umso mehr Autorität bekommen und umso besser befolgt werden. Dazu haben sie noch den Himmel für die Guten und die Hölle zur Bestrafung der Bösen erfunden. Sie wollten, vor allem mit den ersten drei Geboten, auch ihre hierarchisch, patriarchalische Herrschaft festigen.

Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn jeder jeden belügt, bestiehlt und tötet. Deswegen gab es den Kern dieser Gebote schon lange vor Moses in anderen Kulturen, z.B. im Totenbuch der Ägypter, im Gesetzbuch des Königs Hammurabi von Babylon, in China, Indien und Amerika… Meist galten diese Gebote aber nur für das eigene Volk, der Auserwählten. Die „Anderen“ durfte man durchaus belügen, bestehlen und töten. „Sogar im Namen Gottes. 2Mose 20:5 heißt: Bete sie nicht an (die fremden Götter) und diene ihnen nicht; denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,“ Es widerspricht natürlich allen unseren Rechtsgrundsätzen, die Schuld der Väter auf die Söhne der dritten und vierten Generation zu übertragen.

Neu an den Menschenrechten ist, dass sie universell für alle Menschen gelten sollen. In mancher Beziehung stehen die Zehn Gebote  im Widerspruch zu den Menschenrechten. Schon das erste Gebot widerspricht dem Recht auf Weltanschauungsfreiheit. Im zehnten Gebot werden Frauen, Esel und Sklaven in einem Satz als Besitz des Mannes bezeichnet. (In katholischen Bibeln steht: Sklave – In den evangelischen wird stattdessen mildernd: Knecht und Magd gesetzt. Die Bibel hat aber nichts gegen Sklaverei. Vor allem von Paulus wird sie gerechtfertigt.)

Erst durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert wurden die Sklaverei, die Todesstrafe, barbarische Strafen und die Folter abgeschafft und die Frauen gleichberechtigt…aufgrund vernünftiger Überlegungen und menschlicher Gebote. Zur Einhaltung dieser Regeln zwingen irdische Richter und irdische Strafen.


englisch

Universal for all – The golden rule

Reader’s Letter in the Tagblatt Newspaper Tuebingen 17.09.2015

Where do human rights come from? The ten commandments already had not been dictated by God on a mountain of course. Kings, priests and prophets wanted the people to believe that they had come from God, so that these commandments should obtain higher authority and would more likely be observed. In addition they invented heaven for the reward of the good people and hell for the punishment of the bad people. With the first three commandments they after all wanted to strengthen their hierarchical and patrimonial power.

No society would be able to function, if everybody would lie, steal, and kill. Therefore this core of the commandments had been existed long before Moses in other cultures, for example in the Egyptian book of the dead, in the law book of the Babylonian king Hammurabi, in China, India and America…

Mostly however these commandments had been applied only to the own people, the chosen people. The others however had been allowed to be lied, robed and killed. Even in the name of God. 2 Mos 20: Thou shalt not bow down thyself to them, nor serve them; for I, the Lord thy God, am a jealous God, visiting the iniquity of the fathers upon the children unto the third and fourth generation of them that hate Me,

The new thing with the human rights is that they are applied universal to all the people of the world. In some regard the human rights stand in contrast to the ten commandments. Already the first commandment is in conflict to the “freedom of confession”. In the tenth commandment women, donkeys and slaves are mentioned in one sentence as property of the man.

Only during the time of the enlightenment, in the 18th Century, slavery, capital punishment, barbarian punishments and torture had been abolished and women had been supplied with equal rights…due to reasonable judgement and human commandment. These rules should be forced through by earthly judges and earthly punishment.