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Roland Fakler

Geschichte

Gedanken über die Geschichte

von Roland Fakler

Die Geschichte sollte uns ein Lehrbuch sein. Dieses Lehrbuch hat aber einen Schönheitsfehler: es zeigt uns vor allem wie Menschen falsch gehandelt haben. Um in Zukunft anders und besser zu handeln brauchen wir also noch unsere Vernunft, unsere Fantasie, unsere Kreativität und unsere Wertvorstellungen von einer besseren und humaneren Welt.

Wer einen Schlussstrich unter ein Kapitel der Geschichte ziehen will, der will nicht lernen und nichts besser machen. Es darf weder einen Schlussstrich – was immer das heißen mag – unter die Stasiherrschaft, noch unter die Naziherrschaft, noch unter die Inquisition geben. Geschichte muss herausfinden was wirklich geschehen ist, ob nach zehn, nach hundert oder erst nach tausend Jahren. Sie ist der Wahrheit verpflichtet, unabhängig davon, ob diese Wahrheit gefällt oder nicht. Geschehenes kann nicht ungeschehen gemacht werden so sehr man das oft wünschen möchte. Es muss immer wieder neu bewertet werden.

Wenn man nun die Geschichte seit zehntausend Jahren betrachtet, fällt es schwer zu glauben, dass der Mensch das Werk eines weisen Gottes ist oder dass ein weiser Gott die Weltgeschichte lenkt. Viel wahrscheinlicher scheint es, dass er sich aus der Tierwelt entwickelt hat, denn wie dort geht es auch in der Menschheitsgeschichte vor allem um Fressen und Gefressenwerden. Dabei muss man den Tieren zugute halten, dass wohl kein Schwein jemals auf die Idee käme einem anderen unter Mordandrohungen seinen Glauben oder seine Ideologie eintrichtern zu wollen. Das schaffen nur die Menschen.

Der Mensch ist ein Problem. Er ist das größte Problem auf diesem Planeten. Wenn einer sehr stark ist und es schafft sich große Macht zu organisieren, wird aus dem Problem meist eine Katastrophe. Man könnte sogar den Verdacht haben, dass die sogenannten „Großen“ der Weltgeschichte sich für umso größer hielten, je schrecklicher und umfassender das Unheil war, das sie über ihre blindgehorchende Gefolgschaft und ihre Gegner gebracht haben. (Alexander, Cäsar, Napoleon, Hitler, Stalin, Mao…..) Großes Unheil anzurichten ist kein Zeichen von Größe.

Andere starke Männer sind umgekehrt von ihren Mitmenschen verfolgt, (Mohammed), gedemütigt, (Jesus) abgelehnt (Cezanne) worden. Viele große Künstler waren zu ihren Lebzeiten keineswegs erfolgreich, (Mozart, Schubert) .Viele sind in den Alkohol geflüchtet (Turner, Toulouse-Lautrec), viele sind in geistige Umnachtung gefallen (Nietzsche, Hölderlin) und viele haben sich das Leben genommen (Van Gogh, Kleist,).

Nach ihrem Tod sind sie dann gefeiert worden. Wie soll man sich das erklären?

Da ich selber ein starker, aber gebildeter und liebenswürdiger Mann, ohne diktatorische Absichten bin, und auch eine sehr schwierige Entwicklung hinter mir habe, glaube ich etwas zur Erhellung des Problems beitragen zu können. Mir geht es darum zu erklären und aufzuklären, um das Wissen über den Menschen, vor allem über den starken Menschen zu mehren. Dieses Wissen ist sehr wichtig, um einerseits Katastrophen zu verhindern und andererseits einen Weg zu zeigen, wie man Stärke in Persönlichkeit umsetzt. Das ist mein Thema.

Schon in der Schule ist mir bewusst geworden: die ganze Misere der Weltgeschichte liegt eigentlich darin begründet, dass diejenigen, die die Weltgeschichte entscheidend geprägt haben, die Herrscher, Diktatoren, Ideologen und auch die Religionsstifter, nicht groß genug waren, um etwas Gutes machen zu können, d.h. sie waren nicht so groß, dass man hätte zu ihnen kommen können, dass man sie hätte haben wollen. Sie wirken nicht befreiend, sondern bedrückend. Sie wirken nicht tolerant, sondern diktatorisch. Sie wollen die Gleichschaltung aller Gehirne, nicht den mündigen Menschen.

Dazu folgende Erklärung: das menschliche Gehirn ist ganz verrückt eingerichtet. Es ist so verrückt konstruiert, dass es sich verrückter kein Mensch ausdenken könnte. Das merkt man aber nur, wenn man sehr stark ist. Man löst ein Tauziehen aus. Die anderen Leute versuchen einem alle möglichen Streiche zu spielen und einen Starken so klein wie möglich zu machen. Das ist aber nicht böse gemeint. Nietzsche spricht da vom „Kampf der Herde gegen die Ausnahmen.“ Das ist Unsinn. Es ist vielmehr eine typische Reaktion auf den Zustand meines Gehirns. Sie können kaum anders reagieren. Sie reagieren alle gleich oder ähnlich und es sieht so aus als ob sie sich abgesprochen oder sich gegen mich verschworen hätten. Ein Starker wirkt, – solange er noch nicht groß genug ist – diktatorisch und bedrückend auf andere. Man will ihn nicht. Und man zeigt ihm dies. Die Gefahr ist nun dass er diese abweisenden Reaktionen falsch versteht, dass er sich verfolgt und bedroht fühlt und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zurückbolzt. Dies kann Millionen das Leben kosten, wenn es einer bereits geschafft hat an die Macht zu kommen. ( Man denke an den Verfolgungswahn Stalins).

Die wichtigsten Eigenschaften, die ein Starker braucht, damit er keine Katastrophe verursacht, ist Selbstbeherrschung, Selbsterkenntnis und Ausdauer bei einer einsamen Lebensweise. Meist ist der Starke es der die Spielregeln des Kampfes bestimmt, zumal die anderen nur auf ihn reagieren und ihn nachahmen.

Ich kann vor der Diktatur starker Männer nur warnen, weil ich selber weiß wie verrückt es in so einem Gehirn zugeht, und weil ich die Taten oder besser die Untaten starker Männer aus der Geschichte kenne.

Obwohl ich nämlich sehr nachdenklich und vernunftorientiert bin, musste ich jahrelang durch eine ganz finstere Gedankenwelt hindurchgehen. Damals etwa zwischen meinem 20. und 30. Lebensjahr hatte ich einen absoluten Größenwahn. Mein Gehirn wurde in Tag- und Nachtträumen von Kampf- und Gewaltszenen beherrscht. Ich kann darüber heute nur noch den Kopf schütteln, aber ich musste hindurch. Da ich Ähnliches auch von anderen erfahren habe, z.B. von Goethe oder Shakespeare, glaube ich, dass das nicht nur etwas mit der Beschaffenheit meines Gehirns zu tun hat, sondern dass ich damit eine Aussage über die Beschaffenheit und die Gefahren des menschlichen Gehirns an sich mache. Andere erleben diese Aggressionen vielleicht in anderer oder abgeschwächter Form. Ich würde die Phase treffend: Kampf-Krieg-Tod Phase nennen. Neben Kampf und Krieg spielt auch der ständige Gedanke an den Tod eine wichtige Rolle. (Todessehnsucht Jesu)

Jeder starke Mann ist zunächst mal ein großes Problem, ein Problem für sich und für seine Mitmenschen. Man täusche sich nicht, es wird immer wieder starke Männer geben und dieses Problem wird immer wieder auftreten.

Wie lässt es sich lösen?

Wenn einer sehr stark ist, gibt es eigentlich nur einen richtigen und unzählige falsche Lebenswege. Der richtige Weg ist, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen und ein auf sich konzentriertes Leben zu führen. Ich lebe seit fünfunddreißig Jahren, zwanzig Stunden am Tag mit Ohrenpfropfen, meist auf dem Rücken liegend. Das ist die stärkste Lebensweise, die ich mir denken kann und das ist die Lebensweise, bei der ich mich am schnellsten zu einer Persönlichkeit entwickle. In dieser Lage ist mein Gehirn so angespannt, wie das im Stehen oder Sitzen nie der Fall ist. So und nur so kann man es vielleicht schaffen, den Streit zu beenden. Der geht nämlich solange bis es einer geschafft hat so groß zu werden, dass man ihn will , bzw, dass man zu ihm kommen kann. Erst dann kann er etwas Gutes und Dauerhaftes machen.

Aber wer hat das geschafft? Wer hält das aus?

Es gab im Laufe der Weltgeschichte ein paar Leute die das geschafft haben, aber ich kann keine Namen nennen. Sie sind relativ unbekannt, weil sie nichts gemacht haben, was bis heute Bestand gehabt hätte. Der Philosoph Diogenes, der in einer Tonne gelebt haben soll, könnte das gewesen sein. Ich kann darüber nur Vermutungen äußern. Je größer einer ist desto kleiner will er sein und umgekehrt; wenn Ludwig der XIV größer gewesen wäre, dann hätte er keinen so großen Palast mehr gebraucht. Nun da er keine besonders große Persönlichkeit war, brauchte er Versailles, um wenigstens groß zu scheinen. Wenn es einer geschafft hat, richtig in sich zur Ruhe zu kommen, – das nenne ich Größe, – dann will er gar nichts anderes mehr als seine Ruhe haben. Je größer ich werde, desto kleiner will ich sein.

Diejenigen, die die Weltgeschichte entscheidend geprägt haben, also: Buddha, Alexander, Jesus, Cäsar, Mohammed, Karl d. Große, Napoleon, Hitler, Stalin, Mao….. waren alle nicht so groß, dass man sie hätte haben wollen. Das konnten sie aufgrund ihrer Lebensweise gar nie sein. Ohne Einsamkeit gibt es keine Größe. Größe ist natürlich relativ. Jedenfalls kann man es nicht schaffen so groß zu werden, dass die anderen zu einem kommen können. Das ist der entscheidende Punkt, den es zu erreichen gilt. Man musste sie haben, mit all dem Schrecken, dem Leid, dem Terror, den sie brauchten, um sich an die Macht zu bringen und an der Macht zu halten. Man wollte sie nicht, man musste sie haben.

Der Beiname „der Große“ vor Alexander, Konstantin, Karl, Otto , Friedrich, Peter, Katharina…sagt nichts aus über die Größe der Persönlichkeit, sondern ist eher im Sinne von „bedeutend“ zu verstehen. Ich vermute, dass Konstantin und Karl diesen Titel von der Kirche erhalten haben, weil sie dieser zur Herrschaft im Römer- bzw im Frankenreich verholfen haben. Im Nachhinein wurden viele, wie zum Beispiel Richard Löwenherz, zu Helden stilisiert die in Wirklichkeit blutrünstige Bestien waren. Die Wahrheit ist oft sehr ernüchternd, weshalb die Menschen lieber an Legenden glauben. Sie glauben was sie sich wünschen. Das Bedürfnis der Menschen sich einem Führer anzuvertrauen und ihre Opferbereitschaft auf der einen Seite und die Unvollkommenheit und Skrupellosigkeit dieser Führer auf der anderen Seite hat oftmals zu riesigen Katastrophen geführt.

Ich halte es auch für gefährlich einem Mann wie Napoleon, der in erster Linie eine gesamteuropäische Sauerei angerichtet hat, ein Denkmal zu setzen. Das könnte einen Hitler dazu verführt haben zu glauben, dass er noch ein größeres Denkmal bekommt, wenn er noch größeres Unheil anrichtet. Ähnliches gilt für Friedrich den Großen, der aus reiner Hab- und Machtgier mitten im Frieden Kriege angezettelt hat, denen Tausende junger Männer, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen sind. Man dürfte ihm kein Denkmal setzen, sondern müsste ihm nachträglich den Prozess vor einem Kriegsverbrechertribunal machen.

Natürlich müssen wir die Vergangenheit aufarbeiten, aber nicht nur die Nazivergangenheit, sondern die ganze Vergangenheit. Es darf in Deutschland nie wieder eine Inquisition, eine Gestapo oder eine Stasi geben. Die Menschen sollen frei von Furcht reden und glauben können was niemandem schadet.

Es gab in Deutschland nicht erst zwei Diktaturen, sondern es gab drei: die katholische Kirche, die Nazis und die Stasi. Allen dreien ist ihre Intoleranz und die Verfolgung Andersdenkender gemein. Wenn ich die Gestapo hasse, dann auch die NSDAP, wenn ich die Stasi hasse, dann auch die SED und wenn ich die Inquisition hasse, muss ich ja wohl die Kirche, in deren Namen und Auftrag sie Menschen verfolgt hat, hassen. Man muss zwar einräumen, dass sich die Kirche unter dem Druck der Aufklärung gebessert hat. Sünden kann man vergeben, – die Geschichte aber darf man nie vergessen.

Die Intoleranz der Kirche gegenüber den Juden, schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, und die Hetzreden Luthers haben den Weg für den Holocaust geebnet. Die obrigkeitsstaatliche Erziehung, die Erziehung zu blindem Kadavergehorsam und zum Militarismus waren für eine reibungslose Durchführung sehr günstig. Wenn Leute im Gleichschritt marschieren muss man davon ausgehen, dass nur noch das Stammhirn aktiv ist, – und das ist gefährlich. ( SS, SA ) Der Militarismus in Deutschland und damit die hirn- und herzlose Form des Heldentums wurden im Preußen des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm entwickelt und durch die Vorherrschaft Preußens nach Deutschland und in andere Erdteile exportiert. ( Japan, Amerika)

Der Wahnsinn der Weltgeschichte besteht darin, dass immer einer oder eine Partei oder eine Religion versucht hat allen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben und zu denken haben. Die Lösung heißt Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft. Die Menschen sind eben nicht gleich, sondern verschieden. Sie können auf sehr verschiedene Weise glücklich werden und weil wir Vieles nicht wissen, sondern nur vermuten können, muss es ja wohl auch erlaubt sein, verschieden zu denken. Wer alle Menschen unter einen Hut bringen möchte vergewaltigt den besten Teil, nämlich diejenigen, die ihre Eigenart haben und selbständig denken.

Die Furcht ist eine schlechte Begleiterin, wenn es darum geht den richtigen Weg oder die Wahrheit zu finden. Leute, die die Hölle, das KZ oder die Stasi fürchten reden anders als sie denken. Diktatoren können sich oft deswegen nicht richtig einschätzen, weil die Menschen aus Furcht oder Unmündigkeit anders reagieren, als es ihnen zumute ist. Bei vielen denkenden Menschen lässt es sich schwerlich machen, dass alle gleich denken. Gleiches Denken lässt sich nur erreichen, wenn einer diktiert und die anderen aufhören zu denken. Propaganda ist immer verdächtig: was überzeugt, muss nicht eingetrichtert werden.

Jede Diktatur ist schlecht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass selbst die Diktatur des Roland Fakler schlecht wäre.

Die Gründung der UNO, die Charta der Vereinten Nationen und die Errichtung des internationalen Gerichtshofes in Den Haag sind große Fortschritte in der Geschichte der Menschheit. Kriegsverbrecher glauben nicht an einen göttlichen Richter, deswegen ist es wichtig, dass sie mit realen irdischen Strafen für ihre Taten büßen müssen. Es müssen Werte und Ziele aufgestellt werden. Die Welt darf nicht mehr einfach dem Zufall und der Willkür Einzelner überlassen werden.

Die freiheitliche Demokratie bietet die beste Garantie dafür, dass nicht mehr ganze Völker der Machtgier einzelner größenwahnsinniger Diktatoren geopfert werden. Die Geschichte Deutschlands nach dem Krieg ist eine Erfolgsgeschichte. Die Demut weist oft bessere Wege als die Überheblichkeit. Die Demokratie ist die Staatsform in der sich ein starkes Individuum am besten entfalten kann. Schwachen Menschen bereitet die Orientierungsvielfalt in einer multikulturellen Gesellschaft eher Unbehagen. Die Abgeordneten in einer Demokratie sind aber auch nicht so unabhängig wie sie gerne glauben möchten. Sie müssen an ihre Parteikarriere, an Interessenverbände und an die nächsten Wahlen denken. Deswegen muss es auch unabhängige Geister, die Künstler und Schriftsteller geben. Schriftsteller sind Weichensteller. Leider waren sie selber oft Opfer der Propaganda (z.B. Stalins) und eignen sich höchstens noch dazu entgleiste Züge auf dem Schrottplatz der Geschichte zu entsorgen.

Der Mensch ist von Grund auf weder gut noch böse, sondern er ist schwach, deswegen ist er ein ganz großer Nachahmer im Guten wie im Bösen. Das geistige Umfeld und die Vorbilder sind entscheidend für sein Verhalten und Denken. Der erzieherische Wert eines positiven Vorbildes wiegt hundertmal mehr als ein negatives Vorbild. Wenn man einem Kind hundertmal zeigt wie die Schweine sich verhalten haben (Nazis), darf man am Ende dieser Erziehung nicht annehmen, dass sie sich jetzt in höfischer Manier benehmen. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie furzen und grunzen werden, wie die Schweine (Neonazis). Wie sonst sollten sie sich verhalten. Sie haben ja kein positives Vorbild.

Auch die Demokratie muss stark und wehrhaft sein, nach innen und nach außen. Wem an seinen Menschenrechten gelegen ist, muss Gruppierungen im Entstehen bekämpfen, die diese einschränken wollen. Man darf nicht tolerant sein gegenüber Leuten, die ihrerseits die Freiheit abschaffen wollen. Nach außen werden die Verteidigungssysteme erst dann überflüssig, wenn es eine Weltpolizei gibt. Skrupellose Diktatoren verstehen nur die Sprache der Gewalt und wenn man die nicht sprechen kann, verliert man alles was wert hat: die Freiheit, die Menscherechte, den Frieden. Die Nato hat Westeuropa während des kalten Krieges den Frieden und die Freiheit erhalten.

Die Demokratie birgt auch die Gefahr der Volksverhetzung oder Volksverführung in sich, weil die meisten Menschen in Wirklichkeit nicht stark, sondern schwach und unmündig sind. Es gab eigentlich nichts wofür man Menschen nicht begeistern konnte. Man konnte sie für den totalen Krieg genauso begeistern, wie für die Kreuzigung Jesu. Es gibt nichts Dümmeres als eine aufgehetzte Masse.

Das Ziel der Menschheit muss es sein eine gerechte und lebenswürdige Welt für alle Menschen zu schaffen. Nur das bedeutet Weltfrieden. Niemand darf mehr ausgebeutet und unterdrückt werden. Der Kapitalismus und die ungerechte Verteilung der Güter kann nicht das letzte Wort der Geschichte sein. Es darf nicht hier maßlose Verschwendung und dort Not und Hunger geben. Die Umwelt darf nicht weiter auf Kosten zukünftiger Generationen ausgebeutet und zerstört werden. Wir müssen ein stabiles Gleichgewicht anstreben, nicht Wirtschaftswachstum. Die Bevölkerungsexplosion muss gestoppt werden. Je mehr Menschen es gibt, desto schwieriger wird es eine gerechte Welt für alle zu schaffen.

Jeder soll das Recht haben über sein Leben und Denken selber zu bestimmen. Wer die Freiheit des Denkens beschränkt verhindert auch einen Fortschritt des Denkens. Jeder ist ein souveränes Individuum innerhalb einer freiheitlichen Demokratie und hat andere als souveräne, mündige Menschen zu achten. Niemand darf diktieren, alle sollen die Möglichkeit haben mitzudenken und mitzugestalten. Privilegien sind immer schlecht, am schlechtesten aber sind die, die aufgrund der Geburt gewährt werden. Der Sohn des Vaters zu sein ist kein Verdienst.

Streit wird es immer geben. Vielleicht ist es auch gar nicht wünschenswert, dass es keinen Streit mehr gibt, denn Streit kann sehr belebend und entwicklungsfördernd wirken. Entscheidend ist, wie Streit ausgetragen wird: mit Worten mit Knüppeln oder mit Bomben. Daran erkennt man das Niveau einer Kultur.

Es ist gut, wenn sich in einem Staat möglichst viele Gedanken darüber machen, wie der Staat am besten regiert wird und es ist gut, wenn sie diese Gedanken offen äußern dürfen. Wenn die Menschen sich mehr Gedanken über das richtige Handeln in der Gegenwart machen würden, dann bräuchten sie nicht dauernd ihre Vergangenheit bewältigen. Aber sich nur Gedanken darüber zu machen, was der nächsten Generation Kopfzerbrechen bereiten könnte, ist nicht genug; – es müssen Taten folgen.


Copyright © November 1999 Roland Fakler