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Roland Fakler

Ein Fluch

Leserbrief im Tagblatt am 20.09.2018

Fluch

Eine TAGBLATT-Reihe stellt in lockerer Folge meist weniger bekannte Tübinger Religionsgemeinschaften, Anthroposophen und die (atheistischen) Humanisten vor. Der Bericht über die Siebenten-Tags-Adventisten stand am 11. September im Blatt.

In diesem Bericht wurde der Prediger folgendermaßen zitiert: „Die Gottesfürchtigen sind der Weizen. Die Ungläubigen, die sich aktiv von Gott abwenden, gleichen dagegen dem Unkraut. Sie folgen dem Satan und werden daher im Jüngsten Gericht vernichtet.“

Mein Leserbrief dazu:

Der Bericht über die Sieben-Tages-Adventisten zeigt mir wieder, wie die „christliche Religion“ sich heute noch dazu eignet, aus einem Auserwähltheitswahn heraus Hass gegen Ungläubige zu schüren. Das ist ganz offene Hetze gegen Menschen, die es wagen, von ihrem gesunden Menschenverstand Gebrauch zu machen. Es beweist auch: Nicht die Religionen sind tolerant, sondern dieser Staat, der auf den Ideen der Aufklärung gründet, zwingt die Religionen zur Toleranz und garantiert damit die Freiheit aller. Die Abwertung und Entmenschlichung von Ungläubigen durch sogenannte „heilige Bücher“ und ihre Anhänger ist eine kulturelle Katastrophe, der sich leider nur wenige, am wenigsten natürlich die Gläubigen, bewusst sind. Seit Tausenden von Jahren liegt dieser Fluch der drei intoleranten abrahamitischen Religionen über der Menschheit. Die Weltgeschichte mit ihren unzähligen religiös begründeten Verfolgungen und Hassorgien der Juden, der Christen und Muslime beweist, welches Unheil daraus entstanden ist.

Wenn Gott die Ungläubigen in die Hölle wünscht, wie das in der Bibel und im Koran x-mal der Fall ist, ist es nur logisch, wenn die Gläubigen ihm dabei helfen, sie in die Hölle zu schicken. Wenn hingegen klar ist, dass alle Texte, die unheiligen wie die sogenannten „heiligen Texte“, nur von Menschen erfunden wurden – wovon ich überzeugt bin –, gibt es keinen Grund mehr, Ungläubige und Falschgläubige zu hassen. Das ist dann einfach nur noch dumm und menschenverachtend.

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