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Roland Fakler

Showing posts from: April 2016

Was ist „säkularer Humanismus“?

Was ist „säkularer Humanismus“?

© Von Roland Fakler 2016

Humanisten sind vielfältig, wie es denkende Menschen nur sein können. Es gibt unter den Humanisten Gläubige, Dreiviertel-, Halb-  und Ungläubige. „Säkulare Humanisten“ stellen den Menschen und das Diesseits in den Mittelpunkt ihrer Weltsicht, im Gegensatz zu den meisten Religionen, wo Gott und das Jenseits die zentrale Rolle spielen.

Wir glauben an das Diesseits, an die Erde und an die Menschen!

Gläubige denken auch oft, dass das wahre Leben erst nach dem Tod beginnt. Wir sind der Ansicht, dass wir hier und jetzt mittendrin sind im Leben und dass wir das Beste daraus machen müssen. Humanisten wollen an sich selber arbeiten, um dadurch die Welt zu verbessern. Bildung ist wichtig! „Wir müssen zuerst an uns verändern, was wir in der Welt verändert haben wollen.“ Säkulare Humanisten wollen sich die Welt rational erklären. Sie sind rein weltlich = säkular ausgerichtet. Wir haben keine Propheten, keinen Papst und keine heiligen Bücher, dennoch gibt es unter uns eine große Übereinstimmung über unsere Wertvorstellungen. Bei der Suche nach Wahrheit lassen wir uns von der Vernunft und von wissenschaftlichen Erkenntnissen leiten. Es ist uns klar, dass wir vieles nicht wissen, sondern nur vermuten können. Es geht hier mit rechten Dingen zu. Es gibt keine Wunder und keine Geister, keine Götter und keine Teufel, keinen Himmel und keine  Hölle, kein Endgericht und folglich keinen Lohn und keine Strafe und keine Angst davor. Nach dem Tod herrscht ewige Ruhe, wie vor unserer Geburt! Ich finde, das ist ein tröstlicher Gedanke – und wahr! Agnostiker sind Leute, die die Wahrheit suchen, einen Gott aber nicht finden können. Ich weiß nichts von Gott und den Göttern, was immer das sei. Man hat mir nur erzählt, dass es welche gäbe. Wenn ich behaupten würde, dass ich schon einen Gott gesehen habe, würde ich lügen. Lügen tue ich meistens nicht, aber nicht aus Angst vor den Göttern, sondern aus Angst davor, das Vertrauen meiner Mitmenschen zu verlieren.

Atheisten sind davon überzeugt, dass es keinen Gott gibt. Das Wort gefällt mir nicht. Ich definiere mich positiv durch das, was ich bin, nicht durch das, was ich nicht bin. Konfessionsfreie gibt es heute ein Drittel in Deutschland: Das klingt nach Beliebigkeit. Das klingt so, als ob diese Leute keinerlei Werte hätten, kein „Bekenntnis“. Ich habe aber ganz klare Werte und bekenne mich auch zu diesen „humanistischen“ Werten.

Die sehen folgendermaßen aus: Wir treten ein für eine friedliche, gerechte und lebenswürdige Welt, in der alle Menschen ihr Glück suchen und finden können. Für uns gibt es keine Auserwählten und keine Verdammten, wie das in Religionen und totalitären Weltanschauungen üblich ist, z. B. im Judentum, Christentum, Islam, Faschismus, Kommunismus, Scientology…

Wir sind tolerant gegenüber andern Weltanschauungen, solange diese es auch sind und solange diese nicht nach Herrschaft und Dominanz streben.  Ich will nicht missionieren, aber  ich will Gleichberechtigung mit anderen Weltanschauungen in einem demokratischen Staat. Religion und Staat müssen getrennt sein. Nur so ist gleichberechtigte Vielfalt möglich. Nur die Menschen können Liebe, Wärme und Gerechtigkeit in diese chaotische Welt bringen. Ein höheres Wesen greift scheinbar nicht in das Weltgeschehen ein. Das Universum verhält sich genau so, wie wenn kein Gott da wäre. Wir begreifen uns als lebendigen Teil der Natur, die wir erhalten und schützen wollen. Gerne lassen wir uns auch von Philosophen und weisen Menschen beraten, bei der Suche nach einem sinnerfüllten Leben auf der Basis humaner Werte. Wir setzen bei der Selbsterkenntnis und bei der Erweiterung unseres Horizonts auf den Dialog mit Andersdenkenden. Nur Sekten, die sich unsicher sind in ihren Dogmen, schotten sich ab.

Humanisten stehen voll hinter unserem Grundgesetz. Sie treten ein für: Demokratie; Rede- und Pressefreiheit, Weltanschauungsfreiheit; Gleichheit der Geschlechter; Toleranz für die Vielfalt des Lebens (Homosexualität) und der Meinungen; für Selbstbestimmung des Individuums (Sterbehilfe). Wir kämpfen mit geistigen Waffen, solange es geht, aber wir sind keine Pazifisten. Terror kann man nicht weg beten. Man braucht dazu angemessene Waffen. Wir verachten grausame Strafen, Folter, Todesstrafe, Sklaverei, fühlen uns verbunden mit allen Menschen und treten ein für eine gerechte Welt auf der Basis humanistischer Werte.

Was Humanisten glauben