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Roland Fakler

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Mit heiligem Eifer

Mit heiligem Eifer

Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt

Der Rottenburger Rolf Seeger führt am kommenden Samstag auf einen neu ausgewiesenen Streckenabschnitt des Martinuswegs von Poltringen nach Gültstein („Entschleunigt, aber zielgerichtet“, 10. Oktober, Rottenburger Seite).

Ein Martinsweg führt durch unser Dorf. Nun muss ich die schöne Legende vom heiligen Martin, leider, um ein paar geschichtliche Tatsachen ergänzen … damit niemand die Bodenhaftung verliert! Jeder kennt die Geschichte mit dem Bettler, für den er seinen Mantel teilte. Das ist eine schöne Legende, die zur Mildtätigkeit anregt!

Zur wahren Geschichte gehört, dass Martin, trotz seiner angeblichen Bescheidenheit, Bischof von Tours wurde und laut Historiker Deschner dort über ein Heer von 20 000 Knechten (Leibeigene) gebieten konnte. Schon Paulus und Augustinus haben die Sklaverei gerechtfertigt.

Er habe nie gelacht, Tote auferweckt, Kranke geheilt, böse Geister mit Kreuz und Gebet abgewehrt und viele Wunder gewirkt, wie wir von seinem Freund und Biografen Sulpicius Severus – Vita sancti Martini – erfahren, der uns „nur Sicheres und Wahres berichtet“. Dazu gehört, dass Martin in seiner Freizeit mit „heiligem Eifer“ an der Spitze von Mönchsbanden durch Gallien (Frankenreich) gezogen ist, die „alten, hochberühmten Tempel“ der verdammten Heiden abgefackelt, ihre „heiligen Bäume“ umgehauen und dort die Kirchen für den „wahren“ Gott erbaut hat. „In seinem Herzen wohnte nur Güte, nur Frieden, nur Erbarmen“, aber eben nur für die Rechtgläubigen, für „Menschen“ und nicht für Heiden, denn so steht es in der Bibel (2. Mose 34:13): „Ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen und ihre Haine ausrotten!“ In seiner Kindheit hat er selbst viel Zwang und Gewalt erfahren!

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In leicht abgeänderter Form der selbe Leserbrief für den Gäuboten Herrenberg , erschienen am Samstag den 21.10.2017

Ehre, wem Ehre gebührt!

Ein Martinsweg führt durch unser Dorf. Nun muss ich die schöne Legende vom heiligen Martin – leider – um ein paar geschichtliche Tatsachen ergänzen… damit die Pilger die Bodenhaftung nicht verlieren! Jeder kennt die Geschichte mit dem Bettler, für den er seinen Mantel teilte. Sie regt zur Mildtätigkeit an,  ist aber nur eine Legende.

Zur wahren Geschichte gehört, dass Martin, trotz seiner angeblichen Bescheidenheit, Bischof von Tours wurde und laut Historiker Deschner dort über ein Heer von 20000 Knechten (Leibeigene) gebieten konnte. Schon Paulus und Augustinus haben die Sklaverei gerechtfertigt. Die kath. Kirche fing damals an, Güter zur raffen, gemäß dem Jesuswort: „Eher geht ein vollbeladenes Kamel durch ein Nadelöhr als ein unbeladenes.“

Er habe nie gelacht, Tote auferweckt, Kranke geheilt, böse Geister mit Kreuz und Gebet abgewehrt und viele Wunder gewirkt, wie wir von seinem Freund und Biografen Sulpicius Severus – Vita sancti Martini – erfahren, der uns „nur Sicheres und Wahres berichtet“. Dazu gehört, dass Martin in seiner Freizeit mit „heiligem Eifer“ an der Spitze von Mönchsbanden durch Gallien (Frankenreich) gezogen ist, die „alten, hochberühmten Tempel“ der verdammten Heiden abgefackelt, ihre „heiligen Bäume“ umgehauen und dort die Kirchen für den „wahren“ Gott erbaut hat. „In seinem Herzen wohnte nur Güte, nur Frieden, nur Erbarmen“, aber eben nur für die Rechtgläubigen, für „Menschen“ und nicht für Heiden, denn so steht es in der Bibel: 2 Mos34:13 „Ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen und ihre Haine ausrotten!“ Ehre, wem Ehre gebührt!

 

Platzhirsche wehren sich

Leserbrief im Gäuboten Herrenbergam 30.09.2017

Eine mögliche Erklärung zum guten Abschneiden der AfD vor allem im Osten

Platzhirsche wehren sich gegen neue Rivalen

„Ich versteh einfach nicht, wie man so eine blöde Partei wählen kann“, empörte sich eine Freundin bei mir nach der Bundestagswahl. „Ich versteh es nicht!“ Lass es dir erklären, sagte ich:  „Das kannst du nur verstehen, wenn du dich in Hirsche hineinversetzen kannst, was einer Frau ja schwerer fällt als einem Mann. Selbst die Hirsche verstehen ihr Verhalten meist nur instinktiv, nicht rational, deswegen spielen hier Argumente und Wahlprogramme überhaupt keine Rolle. Worum geht es bei den Hirschen? Ums Revier und um die Hirschkühe!“ Also warum wählen vor allem Männer im Osten die AfD. Schon nach der Wende sind viele Frauen nach Westen rüber, weil sie dort bessere Job- und Männer-Angebote fanden als im Osten. Dort gibt es jetzt einen Männerüberschuss. „Was glaubst du nun, wie sich Hirsche fühlen, wenn die Försterin (= Kanzlerin) weiblich – deswegen versteht sie es ja auch nicht – in ein Revier mit vielen Hirschen und wenigen Hirschkühen ein weiteres Rudel junger Hirsche schickt? Da entsteht einfach Panik, Angst vor Revierverlust. Zu viele Hirsche müssen jetzt um die wenigen Hirschkühe kämpfen. – Ich hoffe, du hast das verstanden! Wir sind mitten in der Brunftzeit, die Platzhirsche wehren sich gegen neue Rivalen…diesmal eben in Bundestagswahlen!

Was zu tun ist

Ammerbuch

Was zu tun ist

Eine Art finaler Leserbrief zu allen bisherigen Wahlkampfleserbriefen.

20.09.2017 Roland Fakler, Ammerbuch

Da ich im Wahl-O-Mat bei keiner Partei auf mehr als 50 Prozent komme, sage ich hier, was zu tun ist.

Wichtigstes Thema: Flüchtlinge. Deutschland kann und soll helfen, aber Deutschland hat viele aufgenommen und ist ein dichtbesiedeltes Land, es soll nicht weiter zugebaut werden. Wir brauchen nachhaltigen Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Es muss eine gesamteuropäische Lösung und globale Anstrengungen geben, das Elend in der Welt zu mindern. Gerechte, nicht ausbeuterische Wirtschaftsweise. Familienplanung ist das wichtigste Gebot für Länder, die ihre Bevölkerung nicht ernähren können. Das Asylrecht ist für politisch Verfolgte. Zuwanderer haben eine Verpflichtung, sich um Integration zu bemühen und deutsch zu lernen. Parallelgesellschaften, Scharia-Recht und Hassprediger haben keinen Anspruch auf Toleranz. Wer unsere freiheitliche Ordnung bekämpft, verwirkt sein Recht auf Asyl. Die Wahlen in der Türkei haben gezeigt, wie verhängnisvoll die doppelte Staatsbürgerschaft sein kann. Die Türkei gehört derzeit nicht zu Europa und sollte auch nicht zur Nato gehören. Beide sind wichtige Pfeiler unserer Sicherheit. Keine Rüstungsexporte außerhalb der Nato. Für einen Beruf muss man sich eignen, deswegen Berufsarmee. Totale Energiewende, die uns unabhängig macht von Öl und Gas aus Terrorstaaten. Hilfe für die Armen im Inland. Gleichberechtigung von Säkularen und Religiösen. Humanistische Leitkultur. Ethikunterricht für alle mit dem Erziehungsziel: Achtung der Menschenrechte und der demokratischen Grundordnung.

Lehren ziehen

Lehren ziehen

Leserbrief im Tagblatt Tübingen 15.09.2017 Roland Fakler, Ammerbuch

Das Thema „Für und wider die Religion“ lässt einige Leser nicht los – hier eine Reaktion auf Stefan Sch. (6. September).


Herr Sch., das Problem ist der Mensch! Vor allem die sogenannten „Starken“ und ihr hemmungsloses Streben nach Macht und Reichtum sind das Problem … und werden es bleiben (Erdogan, Kim Jong Un, Assad, …).

Andererseits gibt es auch ein Bedürfnis der Menschen, sich einem Führer anzuvertrauen. Ihre Opferbereitschaft auf der einen Seite und die Unvollkommenheit dieser Führer auf der anderen Seite haben oftmals zu riesigen Tragödien und endlosen Enttäuschungen geführt.

Die „Starken“ benutzen die Religion ebenso wie atheistische Weltanschauungen, zum Beispiel den Kommunismus, Softwaremanipulation und auch ihre Vernunft, um ihre Ziele zu erreichen. Wichtig wäre, dass wir aus dieser problematischen Natur des Menschen und aus seiner Geschichte die richtigen Lehren ziehen. Die wichtigste wäre, dass Macht immer beschränkt, kontrolliert und kritisiert werden muss, um die Freiheit der Bürger zu sichern und das System zu verbessern. Menschenrechte und Demokratie sind ein großer Fortschritt in der Menschheitsgeschichte, gemessen an den totalitären Herrschaftssystemen des Orients und des Mittelalters. Sie wurden in der Zeit der Aufklärung gegen den heftigen Widerstand der Kirchen aus vernünftigen Überlegungen entwickelt und erkämpft. Übrigens war der erste, der sich gegen die Sklaverei ausgesprochen hat ein Aufklärer: Thomas Paine 1775.

Jetzt geht es darum, diese Errungenschaften gegen uralte (kirchliche) oder neuerliche (islamische) Herrschaftsansprüche und extreme Parteien (rechte und linke) zu sichern.